Israel Part 4: Totes Meer, Masada, En Gedi, West Bank,  Jerusalem

Es ist erstaunlich, wie schnell man sich an die Grenzen gewöhnt. Die Fahrt vom Toten Meer nach Jerusalem führt mitten durch das Westjordanland. Es ist erstaunlich und gleichzeitg erschreckend zu sehen, wie auf der einen Straßenseite muslimische Beduinen in ihren alten heruntergekommenen Baracken hausen, die an Townships in Südafrika erinnern, während auf der anderen Seite schicke Hochhäuser in den israelischen Siedlungen stehen. Auch wenn ein Grenzübergang für mich immer noch etwas besonderes ist und mir auch gleichzeitig die absurde Situation mit Israel und Palästina vor Augen führt, verliert man doch mit jedem Grenzübertritt ein wenig die Angst und die Beklemmtheit. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass wir dieses Mal nicht am Grenzzaun entlang fuhren, sondern quer durch das Westjordanland und ich damit nicht permanent daran erinnert wurde, wo ich mich befinde. Heute Abend beim Dinner fragte ich unsere Reiseführerin, wie sie die Situatiom beurteilt. Es könne nur eine Zwei-Staaten-Lösung geben, sagt sie. Allerdings glaubt sie nicht daran, sagt sie.

Der Tag startete so ungewöhnlich, wie er begann: Mit einem Bad im Toten Meer. Das erstaunliche ist ja, dass die Außentemperatur um 8.30 Uhr schon bei 37 Grad lag, das Wasser aber deutlich deutlich wärmer ist als diese 37 Grad. Beim ersten Eintreten habe ich mich erschrocken, so heiß war das Wasser. Es tat fast ein wenig weh. Wir schwebten im Meer, schmierten uns anschließend mit Matsch ein und floateten noch ein wenig mehr. Dabei durften die obligatorischen Bilder natürlich nicht fehlen. Das Erlebnis ist für mich einmalig: Wer ins Wasser geht, hat allerhöchste Mühe und benötigt all seine Kraft, um die Beine auf dem Boden zu halten. Ansonsten flutschen sie einfach nach oben und schon liegt man auf dem Rücken.

 

Den Vormittag verbrachten wir auf Masada. Ein Sandsturm, der sich aus dem Irak im gesamten Nahen Osten verbreitete und im Libanon gar zwei Menschenleben kostete, machte uns den Tag erstaunlich angenehm. Die Luft war zwar wahnsinnig feucht und staubig und man konnte nur ein paar Meter weit schauen, sodass die Aussicht auf dem Berg (der Dank der tiefen Lage Israels bei etwa 200 Meter unter Normalnull beginnt und nur 33 Meter über Normalnull endet) leider nicht so dolle war. Dafür hielt der Sand die Sonne zurück, sodass die rund 40 Grad halbwegs erträglich waren, auch wenn ich noch nie in meinem Leben so geschwitzt habe wie heute. Masada hat eine einzigartige Geschichte: Schon Herodes ließ sich auf dem Berg eine Burg bauen und führte ein Wassersystem ein. 70 n.C. haben sich hier jüdische Rebellen versteckt, als die Römer Jerusalem einnahmen. Drei Jahre harrten die rund 900 Leute auf dem Berg aus. Dann stürmten die Römer den Berg. Als sie kurz vor dem Ziel waren und klar war, dass die Situation aussichtslos ist, brachten sich auf dem Berg nahezu alle Menschen gegenseitig um. Nur zwei Frauen und fünf Kinder überlebten. Erstaunlich war für mich vor allem, mit welcher Intelligenz und Manpower schon damals eine Infrastruktur aufgebaut wurde. Es gab Wassertanks, Lager für Oliven, Datteln und Feigen und ein komplettes Wassersystem, bei dem Regenwasser aufgefangen wurde.

 

Der Weg nach Jerusalem führte uns auch vorbei am Nationalpark En Gedi, der einzigen Oase in der Gegend. Schon gestern auf der Jeep-Tour hat mich fasziniert, wie in dieser Steinwüste doch so manche Pflanze überleben kann. Einige sind sogar grün. Und die wenigen Pflanzen sind auch noch Nahrungsquelle sowohl für Tiere als auch Mensch. Die Natur ist wirklich unfassbar. Wir wanderten zunächst eine halbe Stunde durch den Park, vorbei an Steinböcken und Klippschliefern, immer entlang des Wassers. An jedem kleinen Wasserfall machten wir Halt, erfrischten uns, tranken Wasser und kühlten unsere Füße, Arme und Gesichter. Am Ziel erwartete uns ein Anblick wie im Regenwald: Alles war grün, der Wasserfall plätscherte einige Meter tief nach unten. Eine Gegend voller Leben mitten in der Wüste. Der Anblick erinnerte mich stark an Kuba, allerdings war ich dort ja auch in einem Regenwald.

 

Inzwischen sind wir in Jerusalem angekommen, allerdings war es spät und wir haben nicht mehr allzuviel gesehen. Ein kleiner Auslug führte uns an die Railway Station, die aber vielmehr Vergnügungszentrum ist als Bahnhof. Ein Laden steht neben dem anderen, dazwischen Bars und Hipster-Läden. Ich bin gespannt auf einen Tag voller Religion morgen!

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Kommentare: 5
  • #1

    wrozka (Montag, 28 November 2016 17:30)

    ubożyć

  • #2

    Seks rozmowy (Dienstag, 29 November 2016 15:04)

    dobita

  • #3

    telefon rozkoszy (Dienstag, 29 November 2016 23:20)

    niepodsiąkający

  • #4

    love spell (Mittwoch, 30 November 2016 15:55)

    gronkowiec

  • #5

    tarot reading (Sonntag, 01 Januar 2017 12:45)

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