Nordisches Flair in Bremen

Zweieinhalb Jahre habe ich in Bremen gelebt und mich wahnsinnig in die Stadt verliebt. Ich mag nicht nur das nordische Flair, sondern die engen Gassen im Schnoor, das pulsierende Viertel, die Nähe zum Wasser durch Weserstrand und Werdersee und natürlich Werder Bremen.

 

Bremen steht nicht bei vielen als Ziel eines Städtetrips auf dem Programm - und das völlig zu unrecht. Auch in Bremen kann man ein paar schöne Tage verbringen: Shopping im Ochtum-Park, Schlendern an der Weser, Schokoladen-Testen bei Hachez, Bier-Texten bei Beck's, die Maus im Dom suchen, Rollo essen im Viertel, Spazieren gehen im Bürgerpark, Achterbahn fahren aufm Freimarkt, Promis zählen in der Lloyed-Passage oder ein Besuch im Weserstadion.


Ansehen

Im Zentrum findet man sich schnell zurecht, denn es ist sehr übersichtlich. Zentral ist der Marktplatz mit seinen wiederhergestellten historischen Gebäuden. Da wäre zum einen der St.-Petri-Dom. Wer ihn von innen sehen will, sollte auf jeden Fall die Maus suchen, die sich versteckt hat. Beim Bau wurde eine Maus an einer Seitenwand eingezeichnet. Das Suchspiel ist vor allem bei Neubürgern als Challenge beliebt. Im Bleikeller (Eingang rechts zur Domsheide hin) liegen zum Teil sehr gut erhaltene Mumien, die im 17. Jahrhundert im Dom gefunden wurden. Geöffnet von April bis Oktober, Eintritt drei Euro.

 

Nebenan steht das imposante Rathaus mit seinem historischen Ratskeller, in dem einige sehr alte Weine ausgeschenkt werden. An den Wänden gibt es kleine Einbuchtungen. Früher wurden Vorhänge zugezogen und Geschäfte dort gemacht. Eine Frau und ein Mann durften dabei nie alleine sein. Hin und wieder gibt es im Ratskeller spezielle Veranstaltungen wie Krimi-Dinner.  Direkt neben dem Rathaus wartet eines der großen Highlights, obwohl die Bronzefigur der Bremer Stadtmusikanten gar nicht so groß ist. Würden nicht immer Menschen darum stehen und Fotos machen, könnte man die Statue fast übersehen. Seit 1953 befindet sich die von Gerhard Marcks entworfene Statue auf der linken Seite des Rathauses und erinnert an das Volksmärchen von Esel, Hund, Katze und Hahn, die auszogen, um Musik  zu machen und dabei auf Räuber trafen. 

 

Rund um den Marktplatz finden sich noch weitere sehenswerte Gebäude. Da ist zum einen die Bremische Bürgerschaft, das Stadtstaat-Parlament. Ein paar Meter davor gibt es einen sprechenden Gully, genannt "Das Bremer Loch". Wer eine Münze einwirft, bekommt die Bremer Stadtmusikanten zu hören. Die Roland-Statue ziert das Areal vor dem Rathaus - beide gehören auch zum Unesco-Weltkulturerbe. Diese erinnert bereits seit 1404 an den Heerführer Roland, ein Neffe Karl des Großen. Er repräsentiert den Kaiser auf dem Markt und tritt für die Marktrechte ein. Im Schütting ist nicht nur die Handelskammer beherbergt, es gibt auch ein Restaurant mit frisch gebrautem Bier.

 

Hinter dem Dom beginnt der Domshof. Dort gibt es den "Spuckstein" zu sehen. Die kleine Bodenplatte erinnert an die Mörderin Gesche Gottfried, die als letzter Mensch öffentlich in Bremen hingerichtet wurde - an diesem Ort. Rund um den Neptunbrunnen ist zudem vormittags Markt.

 

Hinter den Stadtmusikanten entdeckt man schon die Unser Lieben Frauen Kirche, drum herum ist täglich vormittags Blumenmarkt. Die Kirche bildet sozusagen den Übergang zum  Übergang zwischen Altstadt und Innenstadt, denn es geht weiter gen Obernstraße, der Einkaufsstraße, und der Fußgängerzone Sögestraße. An deren Ende warten die bronzenen Figuren "Schweinehirt und seine Herde" von Peter Lehmann. Die Schweine sind ein vielfotografiertes Denkmal - und auch eine emotionale Sache für die Bremer. Als ein Auto eines der Schweine umfuhr, wurde es aufwendig und unter großer medialer und öffentlicher Anteilnahme saniert.

 

Geht man die Sögestraße vom Beginn am Ende des Marktplatzes gen Wallanlagen, zweigt links die Lloyed Passage ab. Das ist der Bremer Walk of Fame, wo berühmte Bürger oder Menschen, die viel für Bremen getan haben, mit ihren Handabdrücken verweigt sind. Da es sich bei der Passage um eine Einkaufspassage handelt, wird das Monument auch "Mall of Fame" genannt. Es finden sich zahlreiche Werder-Bremen-Profis wie Ailton, Claudio Pizarro, Diego oder Thomas Schaaf, aber auch andere Größen: Hape Kerkeling, Bärbel Schäfer, James Rizzi, Katja Ebstein, Tarort-Kommissarin Sabine Postel, James Last, Michael Stich oder Peter Maffay.

 

Folgt man der Sögestraße, an den Schweinen vorbei, gelangt man in die Wallanlagen, die ein grünes Band um die Innenstadt ziehen. Auch ein Gewässer schlängelt sich entlang. Wer die Wallanlagen hier quert, entdeckt zur linken Hand die Wallmühle. Früher war sie eine von sechs Mühlen in den Wallanlagen, die die Bevölkerung mit Mehl versorgten. Heute dient sie als Café - zu erschwinglichen Preisen. Wer weiter Richtung Herdentor geht und die Mühle links liegen lässt, findet auf der linken Seite direkt am Contrescape an den Wallanlagen seit 2016 eine Loriot-Figur. Zu Ehren des Schauspielers Vicco von Bülow, der in Bremen lebte und arbeitete, sitzt eine Figur mit Knollennase auf einer Parkbank am Loriotplatz.

Hinunter zur Weser führt vom Marktplatz aus (links vom Schütting) die Böttcherstraße. Es ist eine wunderbare kleine Gasse mit einer Vielzahl an gotischer Häuser mit imposanten Fassaden. Die Straße wurde vor rund 100 Jahren als Touristenstraße angelegt, hier reihen sich Kunst-, Handwerks- und Kultur-Einrichtungen aneinander. Auch Museen gibt es hier.

 

Im Haus der Sieben Faulen (angelehnt an sieben Brüder, die sich der Landarbeit verweigert haben sollen) direkt am Eingang der Böttcherstraße gibt es Tees, ein Café und Souvenirs. Im Paula-Becker-Modersohn-Haus gibt es die größte Sammlung der Künstlerin, auch im Reselius-Haus ist Kunst zu sehen. Das vielleicht berühmteste Gebäude ist das Haus des Glockenspiels, einst Bremen-Amerika-Bank. Von 12 bis 18 Uhr (im Winter 12, 15 und 18 Uhr) sind hier 30 Meißener Porzellanglocken zu hören, die beliebte Volkslieder und Seemannslieder spielen. Im Turm nebenan drehen sich zehn Bildtafeln mit Entdeckern und Abenteurern, die den Ozean per Schiff oder Flugzeug überquert haben. Im Robinson-Crusoe-Haus, an dem Aqaurien in die Fassade eingearbeitet sind, gibt es verschiedene Kaffeespezialitäten.

 

Im Handwerkerhof wartet u.a. die Bonbon Manufaktur. Hier kann man zuschauen, wie Bonbons gedreht und heschnitten werden und sie dann natürlich auch kosten. Auch Glasbläsern und Schmieden kann man  bei der Arbeit zusehen.  Hier gibt es aber noch was anderes zu bestaunen, ein historischer Ort quasi. Denn in dem kleinen Durchgang zwischen Handwerkerhof und Paula-Becker-Modersohn-Haus sind beim Bau einst Eselsknochen gefunden worden. Daran erinnert eine Gedenktafel. Die Bremer sehen das als Beweis, dass die Stadtmusikanten die Stadt Bremen, anders als im Märchen, doch erreicht hatten. Und vor der Bonbon-Manufaktur sieht man die Stadtmusikanten auch als kleine Figuren, die hintereinander an einem Brunnen balancieren.

 

Am Ende der Böttcherstraße führt eine Unterführung unter der vielbefahrenen Martinistraße hindurch zum Weserufer und dem Martinianleger. Hier starten Bootsfahrten auf der Weser. Am 6. Januar findet an dieser Stelle auch das Event der Eiswette statt - dann wird überprüft, ob die Weser gefroren ist oder nicht (Geiht oer steiht die Weser). Wer sich nach links orientiert und unter der Wilhelm-Kaisen-Brücke (dort ist samstags ein beliebter Flohmarkt) weitergeht, trifft schon bald auf das Clubschiff MS Treue und das Theaterschiff, die dort ihren festen Platz haben.

 

Von hier aus geht es wieder stadteinwörts, nämlich in das Schnoor-Viertel. Bremens ältester Stadtteil ist völlig zurecht ein Touristenmagnet, denn es sind ein paar unglaublich süße Gassen, die an vergangene Handelszeiten mit Fischerei und Hafenarbeiten erinnern. Hier gibt es in kleinen, schmalen Häusern viele Handwerksbetriebe, aber auch allerlei Touristen-Souvenirs. Der Name leitet sich vom plattdeutschen Wort Snoor für Schnur ab, weil die Häuser so eng aneinander kleben. Eine Übersicht  gibt es auf der eigenen Website.

 

An der Hauptgasse Schnoor gibt es das Packhaus-Theater und das Bremer Geschichtenhaus, in der Nähe des Katzen-Cafés (in dem es keine Katzen, dafür aber gehobene Küche gibt!), wartet der Bremer Spalt, der angeblich weltweit engste Durchgang. Hier kann man schauen, wie dick man geworden ist.  Die Straße Schnoor endet in der Straße Marterburg, wo auch noch ein kleines Highlight wartet. Im Weihnachtshaus gibt es auf mehreren Etagen allerlei Kitsch und Glitzer und Sinniges wie Unsinniges zum Thema Weihnachten, etwa High Heels als Weihnachtsbaumschmuck.

 

Zurück zur Weser. Geht man vom Martinianleger nicht links Richtung Schnoor, sondern rechts, kommt man an die Schlachte, einem der beliebten Ausgehviertel der Stadt. Es geht vorbei an der Alexander Humboldt und dem Panekoeke-Schiff, dann gibt es eine kleine Fußgängerbrücke an der Ecke Schlachte und Heimlichenweg. Die Brücke führt hinüber zum Teerhof, einer kleinen Insel zwischen Weser und Kleiner Weser, so etwas wie Bremens Speicherstadt. Früher war das Areal vor allem dem Handel gewidmet, es drehte sich alles um die Schifffahrt, Hafenarbeit und Werften. Außer der Weserburg, einem Museum für Moderne Kunst, dient der Teerhof seit rund 15 Jahren als Wohngebiet. Und eignet sich auch für einen kleinen Besuch zum Schlendern.

 

Wer Natur mitten in der Stadt sucht, hat in Bremen viele Möglichkeiten. Zum einen gibt es die Wallanlagen, zum anderen die Weser mit ihrem langen Ufer. Aber es gibt auch den Bürgerpark. Der liegt etwas abseits vom Zentrum, zwischen den Stadtteilen Findorff und Schwachhausen, hinter dem Messegelände gelegen. Als Eingang kann das Parkhotel (heute Dorint Hotel) gesehen werden, ein sehr auffälliges und imposantes Gebäude an der Hollerstraße am Holler See.

 

Der Bürgerpark ist mehr als nur ein Ort zum Schlendern und Relaxen, denn man kann hier auch einiges erleben. Es gibt das Schiff Marie, das durch den Park fährt. In einem Tierpark leben Damwild, Bergziegen, Schafe, Enten und Schweine, es gibt eine Minigolfanlage, einen Ruderbootverleih und verschiedene Spielplätze. Es gibt Treffs zum Malen und Laufen sowie einen Naturlehrpfad


Erleben

Das Universum wird auch silberner Wal genannt, weil das Museumsgebäude der Form nachempfunden ist. Das Universum, das zwischen Uni und Schwachhausen liegt, nahe des Stadtwaldsees, ist eines meiner liebsten Museen in Bremen. Man kann dort allerlei durch Ausprobieren lernen, etwa eine Gebärmutter beghen oder auf dem Erdbeben-Sofa Naturkatastrophen nachfühlen. Es ist ein klassisches Mitmachmuseum, wo etwa Sinne oder physikalische Gesetze getestet werden können.

 

Es gibt verschiedene Themenbereiche, Natur, Mensch und Technik, zu denen informiert wird, außerdem ein Kinderbereich zur Milchstraße und weitere wechselnde Ausstellungen. Mit 16 Euro ist der Eintritt nicht gerade günstig, lohnt sich aber allemal - und man kann auch einige Stunden dort verbringen. Wer mit der Familie kommt (unbegrenzte Anzahl an eigener Kinder und Enkelkinder) zahlt 40 Euro. Anspruch war es, ein Wissenschaftscenter mit Erlebnischarakter zu schaffen - das ist definitiv gelungen.

 

Die erst vor wenigen Jahren aufwendig sanierte Kunsthalle am Eingang zum Viertel beherbergt unzählige Kunstwerke aus verschiedenen Epochen. Immer wieder gibt es neue Ausstellungen, die sich auf der Website erfahren lassen. Die Kunsthalle gehört zur Kulturmeile rund um die Wallanlagen, dazu zählen auch das Gerhard-Marcks-Haus (der Bildhauer entwarf die Bronzestatue der Bremer Stadtmusikanten, die am Rathaus steht) direkt gegenüber, die Stadtbibliothek auf der anderen Seite der Wallanlagen und das Theater am Goetheplatz im Viertel.

 

Wer mit dem Zug in Bremen ankommt, sieht sofort das Überseemuseum zur rechten Hand, wenn er das Bahnhofsgebäude durch den Haupteingang verlässt. Das Überseemuseum hat permanente Ausstellungen zu Kultur und Tradition der Kontinente Amerika, Asien, Afrika und Ozeanien und dazu noch wechselnde Ausstellungen, die sich mit einzelnen Aspekten beschäftigen. Erwachsene zahlen 7,50 Euro - das lohnt an einem grau-trüben Bremer-Wochenendtag.

 

Eines der meistverkauften Biere Deutschlands, Beck's, kommt aus Bremen. In der Beck's Brauerei wurde es ursprünglich nur zum Export hergestellt, im Inland wurde Haake Beck getrunken. Das ist auch heute in Bremen nach wie vor beliebt. Wer sich mal in der Brauerei umschauen möchte, mehr zu den Zutaten und zum Brauvorgang informieren möchte sowie zur Geschichte, der kann eine Führung bei Beck's machen. Es gibt eine Einführung mit Film im Museum, dann geht es in den Rohstoffraum und ins Sudhaus. Am Ende wartet dann eine Bier-Verkostung, bei der erraten werden muss, ob man nun Beck's, Alkoholfrei, Gold oder einen anderen Ableger trinkt. Die Tour kostet 12,90 Euro pro Person und findet montags bis samstags statt, wenn sich mindestens 20 Leute anmelden, Anmeldung über die Website.

 

Die Weser per Schiff erkunden, das geht zum einen mit einer der vielen Fähren, die kurze Strecken (etwa zum Weser-Stadion oder zum Café Sand) fahren, oder aber mit einem Rundtrip. Alternativ gibt es auch Touren nach Bremerhaven. Die typische Weser- und Hafenrundfahrt dauert rund anderthalb Stunden und kostet 11 Euro. Als Anbieter eignet sich vor allem Hal Över, die informieren auf ihrer Website über Abfahrtszeiten und Touren.

 

Einfach schön an der Weser chillen oder sogar baden - das ist erlaubt. Obwohl auch öfter vom Osterdeich aus ins Wasser gesprungen wird, gibt es ausgwiesene Badestellen. Einen richtigen Strand wurde am Cafe Sand aufgeschüttet, wo es sich herrlich mit einem kalten Bier im Sand liegen lässt - und zur Abkühlung geht es dann eben in die Weser. Es befindet sich auf einer Insel zwischen Weser und Kleiner Weser. Man erreicht das Café entweder direkt per Sielwallfähre vom Osterdeich aus (7 bis 18 Uhr, Ticket 1,40 Euro oder Hin-und-Zurück 2,30 Euro) oder über die Wilhelm-Kaisen-Brücke über Land.

 

Ebenfalls als Badestelle eignet sich der Werdersee. Dafür muss man ebenfalls über die Wilhelm-Kaisen-Brücke in die Neustadt und ein Stück an der Kleinen Weser entlang. Generell lässt es sich überall in der Kleinen Weser baden, der Werdersee ist jedoch etwas breiter als der Fluss und hat ein wenig Infrastruktur mit einer seeehr alten Toilettenanlage, einer Eisdiele und einem Kiosk. Einen weiteren Badesee mit Strand gibt es noch weiter nördlich in der Stadt: An der Uni liegt der Stadtwaldsee (Bremer nennen ihn auch Unisee). Dort gibt es einen eigenen FKK-Bereich, allerdings hat der Baggersee öfter mal Probleme mit Algen.

 

Werder Bremen ist omnipräsent in der Stadt. Gefühlt steht die gesamte Stadt hinter ihrem Fußballverein. Wer also zu einem Heimspieltag in Bremen ist, sollte sich einen Besuch im Weserstadion nicht entgehen lassen. Karten gibt es bereits ab 15 Euro, allerdings muss man sie meist vorbestellen. Dafür ist das Weserstadion das einzige Stadion in Deutschland, das man per Schiff erreichen kann. An Spieltagen fährt die Fähre rund anderthalb Stunden vor Spielbeginn am Martinianleger ab (Ticket 4 Euro, hin und zurück 6 Euro). Ansonsten kommt man von der Innenstadt auch gut zu Fuß hin (rund 30 Minuten) oder mit der überfüllten Straßenbahn Richtung Viertel.

 

Ischa Freimarkt heißt es jedes Jahr im Herbst - und analog dazu im Frühjahr Osterwiese, wobei der Freimarkt das größere Event ist. Der Freimarkt ist nicht nur ein großes Volksfest auf dem Areal zwischen Messe und Bahnhof, auch in den Messehallen wird nach Volksfestschluss gefeiert und getanzt. Vor allem die Mallorca-Stimmungsmacher kommen dann auf die Bühnen, es gibt aber auch Discoabende. Der Freimarkt rühmt sich mit dem größten transportablen Riesenrad der Welt. Ansonsten findet sich hier alles, was Rummel-Fans mögen, sowohl was Fahrspaß als auch Kulinarik angeht. Und im Bayernzelt wird auf den Tischen getanzt. Vor einigen Jahren machte der Freimarkt Schlagzeilen, als sich bei einem Fahrgeschäft ein Wagen löste und dieser mitsamt Insassen in die Zuschauermenge flog. Dabei wurden einige Personen schwer verletzt.

 

Die Bremer Sixdays sind eines der letzten großen Indoor-Fahrradrennen Deutschlands. Immer im Januar kommt die Weltelite hierhin und radelt durch die ÖVB-Arena. Die Sixdays sind aber nicht nur bei Sportsfans beliebt. In den Pausen wird Musik gespielt, hier wird sich auch zum Feiern getroffen. Außer dem Sportprogram gibt es auf der Website der Veranstaltung auch einen eigenen Reiter mit Showprogramm. Unter anderem kamen schon Mickie Krause oder Klaus und Klaus. Das Showprogramm findet in verschiedenen Messehallen statt, vor allem in Halle 3, die zu einer Disco umfunktioniert wird, ist bei Deka Dance einiges los.

 

Bremen kann auch Festival, zwei größere Kunstfestivals gibt es im Sommer. Die Breminale im Juli ist ein Kunst- und Musikfestival mit überwiegend unbekannten Künstlern auf den Wiesen am Osterdeich. Es gibt Lesungen, Tanzvorführungen und jeden Abend spielen verschiedene Bands. Für Kinder gibt es ein eigenes Programm mit verschiedenen Kletter- und Bastelstationen. Zudem stellen sich verschiedene Initiativen vor. Im Juni hingegen stehen die Straßenkünstler im Fokus, beim Internationalen Straßenkunstfestival La Strada, das sich über die gesamte Stadt zieht. Eine Bühne ist auf dem Marktplatz aufgebaut, aber auch beispielsweise in den Wallanlagen und an anderen Stationen in der Stadt zeigen international angesehene Straßenkünstler, dass sie Talent haben. Sehr lecker ist übrigens das Pilz-Käse-Brot, das es an der Ecke Marktplatz/Domshof während La Strada zu kaufen gibt.

Shoppen

Wer günstig und doch qualitativ hochwertig einkaufen möchte, der besucht den Ochtum-Park an der Stadtgrenze, direkt bei Ikea. Es handelt sich dabei um ein Outlet-Dorf, wo sich allerlei bekannte Marken angesiedelt haben. Den größten Store hat Esprit, wo sich in einer alten Lagerhalle an Stangen und in offenen Regalen Schnäppchen finden lassen. Die Umkleiden sind behilfsmäßig eingerichtet. Außerdem gibt es etwa S.Oliver, Vero Moda, Crocs, Benneton, Fossil, Mustang, Marc O`Polo, Nike, Tom Tailor, Betty Barclay oder Wellensteyn. Aber auch für Freunde der guten Schokolade gibt es etwas: Das Lindt-Outlet, wo günstig Lindor in großen Mengen verkauft werden.

 

Eher versteckt hingegen liegt das Zero Outlet, in der Scipiostraße im Stadtteil Huckelriede. Dort findet sich auf zwei Etagen ein Traum für jeden Zero-Fan. Unten wird meist die aktuelle Kollektion etwas günstiger verkauft, oben auch ältere Modelle sowie Abendkleider. Man kann richtig gute Schnäppchen machen, Kleider etwa, die von 120 auf 20 Euro reduziert sind. Das Preissystem ist etwas komplizierter. Jedes Teil hat einen farbigen Punkt. Je nach Kleidungsstück bedeutet der Punkt einen anderen Preis.

 

Mit dem Rolandcenter, dem Werder Karree, dem Weserpark oder der Waterfront gibt es einige Einkaufszentren für allerlei Kram. Vor allem die Waterfront war nach ihrer Eröffnung einer der beliebtesten Orte für Jugendliche, teilweise kamen sie am Samstag 300 Kilometer mit dem Zug angreist. Das Ziel: Primark. in der Waterfront gab es nämlich den deutschlandweit zweiten Primark. Inzwischen ist die Billig-Modekette weit verbreitet im Land und der Andrang in der Waterfront hat nachgelassen. Dafür hat die Waterfront auch ein wunderschönes Panorama, da sie direkt an der Weser liegt. Von hier aus kann man etwa über eine Fußgängerbrücke auf die Werftinsel gelangen. Es gibt einen Weg, der bis zur Spitze nach vorne führt. Auf der Insel gibt es zahlreiche Rastmöglichkeiten mit Grillplätzen und Sitzbänken. Hier treffen sich unter anderem Angler.

 

Klassisch einkaufen lässt sich in der Sögestraße sowie der Obernstraße. Wie in sämtlichen Fußgängerzonen Deutschlands finden sich hier die üblichen Geschäfte wie H&M und Kaufhof. Einen besonderen Laden gibt es an der Ecke Sögestraße und Marktplatz, schon eher am Marktplatz. Dort gibt es einen Hachez-Laden, wo sich Hachez- und Feodora-Schokolade erwerben lässt, zudem auch verschiedene offene Tees. Unbedingt probieren: Bremer Kluten: Pfefferminzpaste in Schokolade getaucht. Wer für seine Hachez-Produkte weniger bezahlen möchte und auf eine schicke Verpackung verzichten kann, begibt sich zum Fabrikverkauf in die Neustadt. Gegenüber der Schokoladenfabrik in der Westerstraße, neben den Supermärkten, wird dort deutlich günstigere Rest- und Bruchware verkauft.

 

HandarbeitenKunst, spezielle Produkte wie Bonbons aus der Bremer Bonbon Manufaktur oder Bremer Kluten kaufen möchte, wird in der Böttcherstraße, oder im Schnoor fündig. Speziellere Kleidung, oft handgefertigt, bekommt man auf der Straße Vor dem Steintor im Bremer Viertel. Es ist die Hauptstraße des alternativen Stadtteils.

Ausgehen

Zunächst zum Essen: Wer sich in der Innenstadt aufhält, muss die besten Pommes in ganz Bremen probieren. Die gibt es bei CKT (Pommes for President) auf der Obernstraße, ziemlich mittig zwischen den beiden Straßenbahnhaltestellen. Es gibt sie in dick und dünn geschnitten, aus normalen Kartoffeln oder Süßkartoffeln und mit allerlei verschiedenen Soßen. Mein Favorit ist Curry. Außerdem probieren sollte man die Currywurst im Scharfrichter, der sich inzwischen ebenfalls in der Obernstraße (unten bei Karstadt) befindet.  Der heißt nicht ohne Grund Scharfrichter, hier wird die Currywurst nach verschiedenen Stärken serviert. Achtung, ab Stufe 3 brennt der Mund!

 

Vor allem bei gutem Wetter trifft sich gefühlt die ganze Stadt an der Schlachte. Direkt an der Weser gibt es einige Bars und Lounges, die Außenbestuhlung anbieten. An Bierständen werden Besucher auf Bierbänken mit Blick über die Weser serviert. Sehr lecker schmeckt es bei Feldmann's, ein gutes Bier tischt das Red Rocks auf. Auch die Kette Bar Celona befindet sich dort.

 

Abends erwacht auch das Viertel, eigentlich Steintor, zum Leben. Rund um die Straßen Ostertorsteinweg und  Vor dem Steintor gibt es allerlei Bars, Kneipen und auch Tanzmöglichkeiten. Chillig ist das Wohnzimmer, das mit altem nicht zusammen passendem Mobiliar ausgestattet ist. Die Karte befindet sich in alten Bravo-Magazinen, in denen man stöbern kann. In einem kleinen Separee steht ein Hochbett, dort kann auf dem Super Nintendo gezockt werden. Gute Cocktails (und leckere Nachos mit Käse und Jalapenos überbacken) gibt es im Piano. Dort kann man sich auch zum Frühstück oder zum Kuchenessen einfinden.

 

Wer mehr auf Kneipencharakter steht, ist im Litfass gut aufgehoben. Dort gibt es auch hin und wieder Live-Musik. Das Eisen ist sowas wie die Kultkneipe für Werder-Fans. Hier treffen sich Alt- und Neubürger - und man sagt, man ist als Zugezogener offziell Bremer, wenn man im Eisen den recht ekligen Schnaps "Krabbeldiewandnuff" probiert hat. Wer tanzen gehen möchte, kann um die Ecke gehen, dort ist die Lila Eule, eine enge, dunkle Location, in der oft Live-Musik gespielt wird. Hier gibt es einen Dancefloor und einen Kicker, für alle, die nicht tanzen wollen.

 

Etwas abseits vom Geschehen, aber doch irgendwie auch mittendrin liegt an der Ecke Humboldtstraße/Am Fehrfeld das sogenannte Bermuda-Dreieck mit den drei Kultkneipen Bermuda, Heartbreak Hotel (dort trifft man auch öfter mal ältere Tatort-Kommissare) und Rum Bumper's. Ein wenig weiter Richtung Bahnhofsviertel / Schwachhausen orientiert, liegt die einstige Partymeile "Auf den Höfen". An der Straße, einer Reihe von Innenhöfen, reihte sich eine Bar an die nächste. Inzwischen ist das Gebiet nicht mehr ganz so beliebt, auch wenn es die Beluga Bar nach wie vor gibt. Dort gibt es Cocktails für 5 Euro.

 

Auch außerhalb des Viertels lässt es sich feiern und tanzen. Ich war am liebsten im Modernes in der Neustadt, einer recht trendigen Disco mit meistens Mainstream-Musik, 90er-Jahre-Partys usw. Hier werden auch hin und wieder Konzerte abgehalten. Die coolen Kids treffen sich im Bahnhofsviertel, etwa im Stubu. Dort wird auf mehreren Etagen zu verschiedenen Musikstilen getanzt, das Publikum ist selten älter als 20 Jahre alt. In der Nähe vom Bahnhof gibt es auch noch das Gleis 9. Am vierten Samstag jedes Monats ist zudem "Roofnight", eine Rooftop Party in der Kantine 5 in der Nähe des Bahnhofs. Dort lässt es sich ebenfalls zu Mainstream-Musik, teils auch Hip-Hop und Techno, über den Dächern Bremens tanzen .

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