It's just like we dreamed it

Wer in seinem Herzen schon immer eine Prinzessin oder ein animiertes Monster war, ist hier genau richtig aufgehoben. Einmal mit dem Teppich fliegen, mit Dudeee in den Wildwasserstrudel gelangen oder mit dem Schiff durch karibische Piratenstädte fahren – im Disneyland in Paris werden Träume wahr.

 

Bis ich noch einmal zum Überarbeiten dieses Beitrages komme, findet ihr an dieser Stelle einen Artikel, den ich im Jahr 2010 für das Online Magazin back view geschrieben habe, im Rahmen eines Freizeitpark-Tests.

 

 

 

Eingang und Parken

Es fängt schon vor dem Eingang an. Die Autobahnausfahrt zum Disneyland in Paris ist der Beginn. Die Laternen sehen anders aus. Es ist grün, überall grün, ein Grün wie aus den Zeichentrickfilmen. Die Zufahrt auf ein kleines Schloss, das fast wie eine Pappkulisse wirkt. Die Parkplatzkarten müssen hier gelöst werden.
Schon beim Zugehen auf den Park, oder dem Zufahren auf Rollbändern, dröhnt die alt bekannte Musik aus den Lautsprechern: „Hi-Ho, Hi-Ho, wir sind vergnügt und froh”. Bis zum eigentlichen Eingang ist es vom Parkplatz ein ganz schönes Stück entfernt. Die Musik ist ein ständiger Begleiter.Dann endlich links das Disney Vilage, ein Gelände mit kostenlosem Eintritt. Allerdings gibt es hier nur Restaurants, Clubs, ein Kino und die Buffalo Wild West Show (die Eintritt kostet). Geradeaus befinden sich die Walt Disney Studios, die erst Jahre nach dem eigentlichen Park gebaut wurden, der rechts liegt.

Durch ein Hotel durch, dann werden endlich die Eintrittskarten kontrolliert. Und plötzlich mittendrin. Wie im Märchen. Die Mainstreet. Ein Pavillion steht gleich hinter dem Eingang, stündlich taucht hier die neue Disney Prinzessin Tiana mit ihrem Gemahl zum Autogrammeschreiben und Fotografieren auf.


Disneyland resort paris

Mainstreet
„It’s just like we dreamed it, as far as I can see” dröhnt aus den Lautsprecherboxen. Typische Disneymusik. Kitschig, aber passend zum Ambiente. Die Häuser rechts und links entlang der Mainstreet sehen ebenfalls aus, als wären sie aus Pappe. Aber darin verbergen sich zum einen Restaurants, zum anderen eine ganze Reihe Souvenirshops, taktisch gut gelegen, denn alle Besucher müssen hier zweimal vorbei – wenn sie den Park betreten und wenn sie ihn verlassen.

 

Hier an der Main Street finden täglich verschiedene Paraden mit Disney-Charakteren wie Prinzessinnen, Aladdin, den Unglaublichen, Mickey, Minnie, Donald und Winnie Pooh statt. Auch die öffentliche Show zur Nachmittagszeit wird am Ende der Mainstreet aufgeführt. Derzeit kochen Maus und Ratte aus Rattatouille zusammen mit Minnie, Mickey, den Unglaublichen, Goofy, Pluto, Tiana und noch ein paar anderen zusammen – natürlich Ratatouille.

 

Ganz am Ende der Straße das Wahrzeichen Walt Disneys: Das Schloss von Dornröschen. Im Keller schlummert hier allerdings ein Drache.

Von der Main Street aus sind die verschiedenen Themengebiete erreichbar: Adventureland, Frontierland, Phantasyland und Discoveryland.

 

Adventureland
Für Abenteurer: Das Adventureland selbst hat nur zwei wirkliche Attraktionen: Die Achterbahn „Der Tempel des Indiana Jones” (mit Looping) und „Pirates Of The Caribbean” – eine Bootsfahrt durch ein Piratendorf mit einer exzellenten Umsetzung. Es riecht nach Pirat, es sieht nach Pirat aus, es klingt nach Pirat. Und nass wird man auch noch. Wer gegen Nachmittag oder frühen Abend ansteht, kann sogar Captain Jack Sparrow treffen.

 

Dafür ist es im Adventureland umso schöner. Die Anlage ist sehr grün, gut gepflegt und lädt zum eigenständigen Erkunden ein. Für Kinder gibt es einen Spielplatz und „The Adventure Isle” mit einer Höhle, die verschiedenen Ausgänge hat. Außerdem gibt es einen hohen alten Baum, auf dessen Spitze man klettern kann – ganz im Sinne der Kinder des Nimmerlands. Apropos Nimmerland: Der Spielplatz liegt direkt am Schiff von Captain Hook. Früher gab es dort schon Schauspielkämpfe zwischen Peter Pan und Hook.

Discoveryland
Für die Astronauten:  Im Discoveryland geht es rund ums Thema Technik und Raumfahrt. Hier steht die Achterbahn „Space Mountain: Mission 2″: Die Abfahrt simuliert einen Raketenstart, eine Beschleunigung in die Höhe. Die ganze Fahrt über findet in einem dunklen Gebäude statt. Mega-Spaß für Achterbahnfans.

 

Außerdem gibt es den Simulator „Star Trek”, der allerdings häufig lange Wartezeiten hat. Angeschnallt nimmt ein kleines Computermännchen die Besucher mit auf eine Ausversehen-Reise ins All, auf der alles schief geht. Bruchlandung inklusive.

Mit kleinen Flugzeugen können Kinder ebenso fliegen, wie sie auch an der Rennstrecke ins Flitzer-Auto steigen. Ein Highlight ist die Vorführung von „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft”. Der Theatersaal, mit 3D-Brillen geschmückt, wird auf die Entdeckungsreise von den Szalinskis mitgenommen – aber es brechen Mäuse aus und dann wird auch noch ausversehen das Publikum geschrumpft. Beeindruckend und lustig.

 

Zudem steht im Discoveryland der Videopolis, wo Theater- und Musicalstücke aufgeführt werden. Hier wurde schon Simba von seinem bösen Onkel vertrieben und Mulan kletterte Eisenstangen hinauf. Aktuell trommeln Afrikaner in „Africa! Africa!”.

 

Frontierland
Für Entdecker: Das Frontierland ist geprägt durch verschiedene Atmosphären. Vom Basar (Aladdins Höhle) zum Dschungel (Restaurant Hakuna Mata) sind es nur wenige Meter. Aber auch das Geisterschloss „Phantom Manor” steht im Frontierland. Hier spukt es gewaltig.

Mit einem Fahrstuhl geht es zunächst in die Tiefe, während eine grausige Stimme über Lautsprecher spricht. Dann geht die Fahrt in Sesseln weiter, durch eine etwas andere Märchenwelt. Was die Macher hier schufen, ist einzigartig. Geister werden in Zimmer gezaubert und verschwinden wieder. Und irgendwann droht auch unangenehmer, grüner Besuch im Sessel.

 

Wer danach eine kleine Abwechslung braucht, kann mit dem Schiff eine Runde drehen oder mit „Big Thunder Mountain”, einer Achterbahn für Einsteiger, durch einen Tunnel auf den Berg auf einer Insel fahren. Diese droht aber gern mal festzustecken.

Ebenfalls zum Frontierland gehört der Pocahontas-Streichelzoo und ein Theater, in dem viele Jahre lang Tarzan aufgeführt wurde.

 

Fantasyland
Für Prinzessinnen und Prinzen: Das Phantasyland ist das für die kleineren Kinder, die Junggebliebenen und die Prinzessinnen im Herzen. Es ist rosa, es blinkt, ich will es haben. Hier geht es etwas ruhiger zu – wer nur auf Achterbahn aus ist und keine Phantasie hat, wird hier nicht glücklich.

 

Eine Weile im Labyrinth von Alice im Wunderland verlaufen, einmal von Peter Pan entführt werden und in der Nacht über eine dunkle Stadt fliegen (lange Wartezeit!) oder mit Tassilo und seinen Kompanen eine Runde drehen – solche Dinge gibt es hier.

 

Außerdem eine Geisterbahn für die Kleinen durch das Reich von Schneewittchens böser Stiefmutter oder eine Tour durch Pinocchios Welt. Auch kann hier auf den Pferden von Lacelott geritten werden oder eine Tour mit Dumbo geflogen werden.

 

Außerdem gibt es Casey Juniors Zug und eine Bootsfahrt, unter anderem durch Aladdins Höhle, auf der kleine Figuren ausgestellt sind. Das Highlight ist „It’s a small world”, eine Bootsfahrt durch verschiedene Kulturen, immer mit dem gleichnamigen Ohrwurm im Hintergrund. Hier sind überall Puppen und Figuren ausgestellt, die tanzen und sich bewegen und für mehr Völkerverständnis werben. Kitschig, aber so schön!


walt disney studios

Der 2002 errichtete zweite Park spricht vor allem ältere Kinder und Jugendliche an, die nicht mit Bambi und Susi und Strolch, sondern mit Lilo und Stitch und der Monster AG aufwuchsen. Während der ursprüngliche Park inzwischen nicht mehr erweitert wird, tut sich in den Studios immer wieder Neues. Derzeit wird beispielsweise der Toystory-Park gebaut.

 

Zuletzt eröffnet hat die Twilight Zone of Terror eröffnet, eine Art Freefall in einem Hotel-Fahrstuhl. Dieser fährt rasant auf und ab, hin und wieder öffnet sich eine Tür nach außen und der Blick über die Studios ist freigegeben. Ein absolutes Muss für Nervenkitzel-Fans.

Zwei weitere Achterbahnen sind der „Rock’n Rollercoaster” und „Crushs Coaster”. Der  Rollercoaster fährt komplett in einem dunklen Gebäude, in dem aber häufig mit Lichteffekten gespielt wird. Das Highlight: Während der ganzen Fahrt dröhnt Musik aus den Boxen an den Sitzen – Aerosmith zum Looping in der Bahn. Lieblingsachterbahn der Autorin!

 

Crush ist die Schildkröte aus „Findet Nemo” und wird im Film in einem Strudel durch das Meer gezogen. Dieser Strudel ist das Vorbild für diese Achterbahn, eine Art Fahrspaß für Fortgeschrittene. Im Schildkrötenpanzer führt zunächst noch Nemo durch seine Welt, dann geht der Fahrspaß richtig los.

 

Für Kinder eignet sich das Karrussel, auf dem der Nachwuchs mit Aladdins Teppich fliegen kann. Leider ist die Wartezeit oft deutlich kürzer angeschrieben, als sie tatsächlich ist. 20 Minuten können hier auch 50 Minuten bedeuten. Ebenfalls für die Kleinen ist der Cars-Park, in dem die Fahrkünste in McQueens und Co getestet werden können.

 

Ein Highlight ist die Stuntshow: Hier fliegen nicht nur Autos und Motorräder durch die Luft – ein echtes Spektakel. Ebenfalls eine Show gibt es in Animagic zu sehen.

 

Showeffekte gibt es auch in „Armageddon” – einem Besuch auf einer Raumstation. Leider wird sie genau dann von einem Asteoriden getroffen, die Plattform wird schwer erschüttert, es brennt, der Feuerlöscher springt an. Kann für Kinder ein wenig beängstigend sein – auch wenn am Ende alle wohlbehalten auf der Erde landen.

 

Für Kinder besonders spannend ist wohl, dass in den Studios viele Disney Figuren zu treffen sind. Gesehen: Monster AG, Arielle, Aladdin und Jasmin, Schneewittchen mit Seppl, die Bösewichte aus „101 Dalmatiner”, „Die Schöne und das Biest” und „Schneewittchen” , Lilo und Stitch, Mulan und Mushu, Donald. Für Minnie muss genau wie im eigentlichen Park bei Mickey und Winnie Pooh angestanden werden – das dauert gut und gerne eine Stunde.


Fazit
Im Disneyland wird viel saniert, wehalb einige Attraktionen auch in der Hauptsaison wegen Reparatur geschlossen sind. Über die Pfingsttage waren gleich vier Fahrgeschäfte dicht.

 

Der Park, beziehungsweise beide Parks, sind nicht an einem Tag zu erkunden, um wirklich alles zu sehen und Shows wie Paraden zu besuchen, werden schon aufgrund der Anstehzeiten mindestens zwei, eher drei Tage, benötigt.

 

Dafür ist die Versorgung sehr gut ausgebaut. Es gibt zahlreiche Restaurants, Bars und Snackbuden – und nicht nur Pizza und Pommes, sondern auch Sandwiches, Salat und warme Baguettes. An jeder Ecke stehen Wasserspender.

 

Nachteil: An einigen Attraktionen, wie etwa dem Twilight Tower, dürften in der Warteschlange keine Getränke verzehrt werden – dabei steht man dort auch einmal 60 Minuten, die meiste Zeit davon in der Sonne.

 

Wer Kitsch und Disney liebt, ist hier gut aufgehoben. Wer Action und schnellen Fahrspaß will, kann sich vor allem an den Studios und dem Discoveryland erfreuen. Disneyland ist jedenfalls nicht nur für Kinder und Junggebliebene ein großer Spaß und ein großes Abenteuer.

 

Bewertung
Spaß: für jeden was dabei. 5 von 5 Punkten
Preis: nur mit Sonderangeboten günstig. Der reguläre Eintrittspreis von 53 Euro für einen Park und 67 für beide Parks für einen Tag lohnt für nur einen Tag wegen der Anstehzeiten nur bedingt. 4 von 5 Punkten.

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