Hundeschlittenfahrt zur Eisgrotte

Es sieht romantisch aus und ist in fast allen Winterfilmen vertreten: die Fahrt mit dem Hundeschlitten. An Tag 2 auf Spitzbergen ging es auch für mich auf den Hundeschlitten - und zwar nicht nur als Beifahrer, sondern auch als Fahrer. Man teilt sich jeweils mit einem Partner den Schlitten und das Hundegespann - auf der Hinfahrt führt einer und der andere sitzt eingekuschelt im Schlitten, auf der Rückfahrt wird getauscht.

 

Treffpunkt war früh morgens in Longyearbyen beim Büro von Basecamp Spitsbergen. Wir fuhren gemeinsam in einem kleinen Bus von der Stadt zu der Huskyfarm und wurden dort mit den Begebenheiten vertraut gemacht.

Die beiden Hundeschlittenführer machten es vor, dann bekamen wir Geschirr in die Hand und mussten uns unsere Hunde selbst suchen und festmachen. Das war schon das erste kleine Highlight. Es dauerte auch eine Weile, weil jeder Schlitten acht Hunde bekommen hat. Jeder hatte ein anderes Geschirr, musste auf eine bestimmte Position und zuvor mussten wir die Tiere natürlich auch in ihren Hütten finden und losbinden. Die Hunde waren ganz wild und sind herumgesprungen und haben uns freudig begrüßt. Ganz offensichtlich stehen sie auf die Bewegung durch die Schlittentour.

 

Nochmal schnell aufs Klo springen (in einer arktischen Wüste ist das nicht so einfach mit dem Toilettengang), dann ging es rund zwei Stunden auf dem Schlitten zu einer Eisgrotte. Die Hunde laufen generell dem Anführer hinterher, allerdings ist es gar nicht so einfach, sich im Tiefschnee zu behaupten. Auf Spitzbergen geht man generell von einem aktiven Publikum aus, daher traut man Gästen mehr zu als andernorts.

 

Für mich gab es auch direkt nach dem Start eine große Hürde zu überwinden. Die Abfahrt von der Huskyfarm ging nämlich etwas schräg ins Tal hinunter und dabei durch den Tiefschnee. Natürlich war ich gleich die erste, die sich auf die Fresse gelegt hat. Der Schlitten kippte um und vor Schreck trat ich auf das falsche Pedal, sodass die Hunde eher Gas geben wollten anstatt anzuhalten. Aber Schnee ist ja weich und nachher konnten wir (fast) alle drüber lachen. Einer der Anführer hat uns auch aufgesammelt und geholfen, wieder auf die Beine zu kommen. Und danach lief es auch wunderbar und ich habe keine Unfälle oder ähnliches mehr gebaut.

 

Stopp und Wendepunkt der Tour war an einer Eisgrotte, die in rund 30 Meter Tiefe liegt. Durch ein kleines Erdloch krabbelt man mit den Beinen zuerst hinunter, was ein wenig unheimlich ist. Es ist, als würde einem der Boden verschlingen. An einem Seil geht es langsam an der Wand entlang hinunter, meistens berühren die Füße Schnee und Eis, so dass man sich etwas abstützen kann. Später waren dann so eine Art Treppen in den Schnee geschlagen, allerdings waren diese durch die vielen eher hängenden Beine etwas zerstört, sodass es nicht viel half. 

 

Wenn der enge Kanal überwunden ist, steht man in einem großen Eis-Palast unter der Erde, die Decken sind sehr hoch, verschiedene Gänge führen zu verschiedenen Räumen, die sich immer wieder verändern. Das Eis hier unten ist 2000 Jahre alt. Wir marschierten mit Lampen und Helmen entlang und kamen an eine Stelle, wo Eisbrocken den Weg versperrten. So ist das mit dem Eis, das sich verändert: Da stürzen auch manchmal Teile der Höhle ein. Uns wurde allerdings versichert, dass immer wieder kontrolliert wird, ob die Beschaffenheit des Eises noch ausreichend ist, damit es zu keinen Unfällen kommt. 

 

In den Eisgrotten und Eishöhlen kann man übrigens auch übernachten, etwa bei mehrtägigen Touren. Der Vorteil ist, dass es da unten nicht so kalt ist wie oben, zumindest an richtig kalten Tagen. Aber ich glaube, insgesamt wäre mir das etwas zu spooky gewesen, dort unten zu nächtigen.

 

Nach einem kleinen Picknick mit norwegischem Outdoor-Essen (kostet im Supermarkt 10 Euro pro Packung) geht es auf den Schlitten zurück. Auf der Farm konnten wir noch ausgiebig mit dem Husky-Nachwuchs spielen und den Sonnenuntergang betrachten, ehe es mit dem Bus zurück nach Longyearbyen ging.

 

Es gibt verschiedene Anbieter für die Hundeschlitten-Tour, billig sind diese aber nie. Unsere Tour hat umgerechnet 250 Euro pro Person gekostet. 

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