Namibia



 

Ich habe viele Freunde, die immer wieder von Namibia geschwärmt haben. "Auf deiner Afrika-Reise musst du dann aber endlich nach Namibia" hat eine Freundin zu mir gesagt. Und dann dachte ich, wenn ich eh Richtung Victoria Fälle fahre, dann ist es sinnvoll (und günstiger), ab Windhuk nach Deutschland zu fliegen. So kam es zu meiner ersten Namibia-Reise. Ich habe nur ein paar kleine Eindrücke gewonnen, da Namibia tatsächlich ohne Mietwagen schwierig zu erkunden ist. Aber diese ersten Eindrücke teile ich gerne mit euch.



Windhuk

In Windhuk habe ich nur ganz wenig Zeit verbracht, weshalb ich zu der Stadt an sich nicht viel sagen kann. Ich habe im Chameleon Backpackers übernachtet, wo es nebst Mini-Zelten für Einzelpersonen auch Doppelzimmer und Schlafsäle gibt. Dazu einen Pool und eine Bar. Eigentlich war ich auch nur zum Schlafen dort. Ich hatte gehofft, dort eine Tour buchen zu können, allerdings haben sie fixe Abfahrtszeiten, nach Sossusvlei geht es beispielsweise immer freitags. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich einer der Touren anschließen, da sie verhältnismäßig günstig sind.

 

Generell kommt man von Windhuk aus auch ohne Mietwagen ganz gut herum, allerdings nur in die Städte, nicht in die Natur. Es gibt verschiedene Abfahrtsstellen, für Minibusse etwa am Rhino Park etwas außerhalb des Stadtzentrums.


Swakopmund & Namib Desert

Ein Minibus fährt von Windhuk Richtung Walvis Bay und hält auch in Swakopmund. Es gibt auch verschiedene größere Busse, etwa Intercape, die die Strecke fahren und so ne Art private Minibusse mit bestimmten Abfahrtszeiten. Minibusse gelten als am wenigsten verkehrssicher und sind am günstigsten, Intercape ist am teuersten.

 

Ich bin mit dem Minibus gefahren und habe in Swakopmund bei Olli im Salty Jackal gewohnt, einem etwas besseren Gästehaus. Die Unterkunft ist ziemlich zentral und man geht nur ein paar Minuten zum Strand und nur ein paar Minuten ins Zentrum. Da Swakopmund der vorletzte Stopp meiner insgesamt viermonatigen Reise war, war ich schon ziemlich müde und nicht mehr ganz so entdeckungsfreudig. Außerdem kam ich an einem Sonntag an und der Montag war ein Feiertag, weshalb Swakopmund wirklich tot war. Swakopmund wird auch Deutsches Disneyland genannt, und wer dort hin kommt, weiß auch sofort, warum das so ist. Mitten in der Wüste - man fährt stundenlang nur durch Steine, Sand und Büsche - kommt plötzlich diese Stadt, die so deutsch ist wie kaum eine deutsche Stadt. Es stehen überall gepflegte riesige Häuser bis hin zu Villen, die Straßen sind asphaltiert und in gutem Zustand und überall wird deutsch gesprochen. Im Supermarkt gibt es deutsche Produkte (bis hin zu "Gut und Günstig" und "Balea"), in jedem Lokal Schnitzel, jeder Dienstleister spricht deutsch, es gibt ein Brauhaus und eine deutsche Buchhandlung. Man kann tagelang durch Swakopmund spazieren und nur weiße Menschen sehen - das hat sich für mich doch sehr befremdlich angefühlt. Obwohl ich mich bei Olli meist selbstversorgt habe, habe ich Restauranttipp für euch: Kükis Pub serviert sehr leckeren, frischen Fisch, eine Reservierung empfiehlt sich.

 

Swakopmund selbst hat man relativ schnell erkundet. Es gibt einen schönen Strandabschnitt, allerdings ist das Wasser eisig. Die Sonnenuntergänge sind dennoch fantastisch. Aber eine Jacke einpacken, es kann kalt werden.Schöne Spaziergänge kann man am Palm Beach machen, die Mole eignet sich zum Sonnenbaden. Rund um das Brauhaus gibt es eine kleine süße Fußgängerzone, beim Cafe Muschel gibt es leckeren Kuchen.

 

In Swakopmund gibt es viele Tourenanbieter, die Tages- oder auch Mehrtagestouren anbieten, vor allem in die Namib-Wüste. Ich wollte schon immer mal Sandboarding ausprobieren, daher habe ich mich an Charlys Desert Tours gewandt und konnte dort am Nachmittag alleine mit einem Guide in die Wüste zum Sandboarden. Rund drei Stunden wandert man die Dünen hoch und rutscht sie auf einem Brett wieder runter. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, allerdings war es auch ziemlich anstrengend und ich bin abends totmüde ins Bett gefallen. Beliebte Touren sind auch die "Living Desert" Tour, wo Lebewesen in der Namib gesucht werden. Zudem fahren Minibusse nach Walvis Bay, ein Ort, der für seine Vogelvielfalt mit Pelikanen und Flamingos bekannt ist. Eine direkte Verbindung von Swakopmund nach Sossusvlei gibt es nur mit einem Anbieter, der dafür aber unfassbar viel Geld haben will. Alle anderen Touren ins Sossusvlei starten ab Windhuk.


Sossusvlei & Sesriem

Das Highlight einer jeden Namibia-Tour und ein absolutes Muss ist das Sossusvlei mit seinen roten Sanddünen. Allerdings ist es ohne eigenes Auto nicht erreichbar, also muss man sich entweder einer geführten Tour anschließen oder einen Mietwagen mieten. Da das ab Swakopmund sehr teuer ist, obwohl es näher am Sossusvlei liegt, musste ich zuerst zurück nach Windhuk. Dort habe ich mich mit zwei anderen Reisenden zusammengeschlossen und wir haben eine kleine Ein-Mann-Tour-Company gefunden. Jona, unser Fahrer, hatte einen voll mit Campingausstattung versehenen Jeep. Auf der Hinfahrt haben wir die Panorama-Route gewählt. Man fährt lange durch Wüste, aber in Namibgrens wartet ein absolut spektakulärer Ausblick: Von den Bergen oben lässt es sich ins grün-braune Tal schauen (siehe erstes Foto unten). Faszinierend!

 

Weiter führt die Fahrt durch das kleine Dorf Solitaire, das erste Stück Zivilisation seit gut 300 Kilometern. Dort gibt es allerdings auch nicht viel: zwei, drei schicke Hotels, ein Restaurant, eine Tankstelle und viele kaputte alte amerikanische Autos als Deko. Solitaire sieht aus wie die Kulisse eines amerikanischen Westernfilms - surreal, aber irgendwie doch auch in die Umgebung passend (Fotos zwei und drei)

 

Wir hatten unsere Basis in Sesriem, dem Tor zum Sossusvlei Nationalpark. Jona hatte uns einen Plot auf dem Campingplatz organisiert. Es gibt in der Umgebung auch einige besseren Hotels und Lodges, die allerdings alle sehr teuer sind. Der Campingplatz hatte alles, was man braucht: Mehrere sanitäre Anlagen, eine Bar, einen Kiosk, eine Tankstelle mit Shop, einen Swimmingpool. Wir kamen am Nachmittag in Sesriem an und fuhren direkt weiter zum Sesriem Canyon, den man in gut einer halben Stunde/Stunde zu Fuß erkunden kann. Der Abstieg ist nicht schwierig und daher kann ihn jeder meistern. Wir sind mit einem Cider ausgestattet und in Flip Flops runter gekrabbelt, was kein Problem war. Unten kann man in den Schluchten spazieren gehen, allerdings ist der Canyon auch nicht sehr groß, sodass sich das alles relativ schnell erkunden lässt (Foto vier).

 

Wer in Sesriem oder umzu Halt macht, sollte einen Abend auf jeden Fall einen Sundowner auf der Elim Dune einnehmen, die etwa fünf Kilometer vom Campingplatz entfernt liegt. Um den Sonnenuntergang richtig zu sehen, muss man zeitig los, weil es doch ein paar Dünen zu überwinden gibt. Aber auch wer es, wie wir, nicht rechtzeitig ganz nach oben schafft, hat einen fantastischen Ausblick. Die Wüste, wie sie plötzlich in rot gehüllt wird und die unfassbare Ruhe, die das Gebiet ausstrahlt (Fotos fünf und sechs). Der Abstieg ist dann etwas tricky, weil es stockfinster ist. Das geht in Namibia bzw generell im südlicheren Afrika super schnell, weshalb entweder gute Augen und eine gute Orientierung notwendig sind, oder besser: eine Taschenlampe, um zum Auto zurück zu finden.

 

Für das Highlight sollte man zeitig aufstehen. Das Tor zum Sossusvlei Nationalpark öffnet für Gäste des Campingplatzes bereits um 5.45 Uhr - zu der Zeit ist es stockfinster. Es geht die rund 45 Kilometer zur Dune 45, der wohl berühmtesten Sanddüne der Welt. Der Aufstieg dauert, je nach Kondition und je nachdem, wie weit nach oben man möchte, zwischen 30 und 60 Minuten. Da es noch relativ kühl ist, ist es nicht ganz so anstrengend und die Strecke lässt sich auch gut barfuß erkunden. Dann gilt es, sich einfach nur hinzusetzen und den Sonnenaufgang abzuwarten. Das ist ein Naturschauspiel, das seines gleichen sucht. Es ist einfach wundervoll, wie die Wüste langsam zum Leben erwacht. Wie sie langsam hell wird, in allen möglichen Gelb- und Rottönen erstrahlt, wie man plötzlich auch die Dünen drum herum wahrnimmt und die Landschaft immer größer, heller und weiter wird. Die Dune 45 ist in den Morgenstunden sehr beliebt, weshalb man auf viele andere Touristen trifft. Wir hatten Glück und sie war nicht ganz so überlaufen (Fotos sieben und acht).

 

Nach weiteren gut zehn bis fünfzehn Kilometer erreicht man das eigentliche Sossusvlei. Es gibt noch einmal Toiletten und wer keinen Allradantrieb hat, muss sein Auto nun abstellen, denn die restlichen gut zwei Kilometer führen durch zentimeter hohen Sand, in den das Auto gern eintaucht. Wir hielten zunächst etwas abseits an einem Picknickplatz, wo außer uns niemand war, und haben das Frühstück bei einer fantastischen Aussicht inmitten der Sanddünen genossen. Die Landschaft sieht wirklich aus wie gemalt und Worte können das auch nicht beschreiben. Danach ging es ans Wandern - und das ist in der Hitze und im Sand ganz schön anstrengend. Zunächst haben wir versucht, den Big Daddy zu erklimmen, quasi den Kraterrand. Nach gut zweieinhalb Stunden und einigen Pausen haben wir allerdings aufgegeben. Dann kommt der lustige Teil: Man kann entweder den ganzen Weg zurückgehen (bergab geht natürlich viel schneller) oder aber einfach die steile Düne an der Seite runter ins Deadvlei, totes Tal/ Death Valley, rennen. Wir haben uns natürlich für die zweite Variante entschieden und sind losgerannt, einen Teil auch aufm Po runtergerutscht und hatten einen riesigen Spaß! Es war einfach großartig. Allerdings musste ich mehrmals anhalten, um den ganzen Sand aus meinen Schuhen zu entfernen. Und ich hatte auch ziemlich schnell eine Blase, weil ich in den Sportschuhen keine Socken anhatte und der Sand gescheuert hat. Im Deadvlei gibt es keinen Sand. Man läuft auf getrocknetem weißen Salz um viele tote, schwarze Bäume herum, umgeben einzig von roten Sanddünen. Das ist wirklich großartig und ich glaube, wer es nicht selbst gesehen hat, kann es sich nicht wirklich vorstellen.

 

Da die Tour sehr anstrengend ist, zumindest wenn man ein gutes Stück die Dünen hinauf wandert, ist man dankbar für einen ruhigen Nachmittag in der Hitze: am Pool.


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