Südafrika & Swasiland



Das südliche Afrika ist ein Reisewunsch seit Kindertagen. Um nicht gleich mit Kenia einzusteigen, fiel die Wahl auf Südafrika. Es war die bislang schönste Reise für mich. Wir starteten in Johannesburg und Soweto. Weiter ging es zu einer kleinen, wunderbaren  privaten Lodge am Krüger Nationalpark. Das Personal stammt aus dem Dorf nebenan, deshalb sind die Safari-Guides die besten, die man sich vorstellen kann. Abendessen gab es im Busch oder am Lagerfeuer und einen Pool mit Blick über's gesamte Gebiet. Weiter fuhren wir über Durban, Port Elizabeth, den Addo-Nationalpark die Garden Route entlang nach Kapstadt. Highlights: Kanu-Fahren in Knysna, Wale gucken in Hermanus und Pinguine in Betty's Bay.



Johannesburg & Soweto

Johannesburg ist nicht gerade die Einsteiger-Stadt für Südafrika, ist sie doch sehr geprägt von Kriminalität. Doch es gibt viele tolle Dinge zu entdecken. In Johannesburg selbst lohnt das Apartheid-Museum einen Besuch. Mit der Eintrittskarte wird schon die Willkür des Systems deutlich: Darauf steht, ob man heute ein black, colored. Asian oder white ist - die Kategorien, nach denen einst entschieden wurden. Es gibt verschiedene Eingänge, allerdings führen die Flure irgendwann wieder zusammen. Der Eintritt kostet 80 Rand.

 

Das größte Township Südafrikas, Soweto (kurz für South Western Townships) ist nicht unbedingt ein Touristen-Hotspot. Bewohner klagen über die vielen Busse, die durch das Township fahren und aus denen heraus Leute die Bewohner fotografieren. Wer Soweto wirklich besucht, erlebt eine sehr authentische und gastfreundliche Bevölkerung. Es gibt einige Anwohner, die geführte Touren durch das Township anbieten, wir erkundeten es per Fahrrad mit der bezaubernden Charmaine zusammen. Die Fahrräder waren ein Erlebnis an sich, denn ständig fiel ein Pedal ab oder die Bremse ging nicht. Ein Freund von Charmaine begleitete uns, um immer wieder zu reparieren. Die vierstündige Tour führte unter anderem zur Kirche Regina Mundi, in der sich während des Aufruhrs in Soweto im Jahr 1976 Jugendliche versteckten. Noch heute sind die Einschusslöcher der Polizei zu sehen. Im oberen Stockwerk gibt es eine Ausstellung zu den Schüler- und Studentenaufständen. Weiter ging es in die Oppenheimer Gardens mit dem Oppenheimer Tower, von dem aus sich ein wunderbarer Ausblick über das riesige, flache Soweto ergibt. Nebenan liegt das Credo Mutwa Cultural Village, eine Erinnerung an vergangene Zeiten und das Stammesleben. Dort stehen unter anderem verschiedene alte Hütten, wovon zwei noch bewohnt sind, Gräber wurden nachgestellt. Auch Kunst ist zu sehen. Die Tour hat uns rund 300 Rand pro Person gekostet - gut investiertes Geld!


Krüger Nationalpark & Bongani

Wer Afrika und seine Tiere liebt, wird die Bongani-Lodge lieben. Die kleine, privat geführte Lodge liegt am Rande des Krüger Nationalparks, rund drei Autostunden entfernt von Johannesburg. Bongani wurde, im Gegensatz zu den meisten südafrikanischen Lodges, nicht einfach von Weißen hingestellt und die lokale Bevölkerung wurde vertrieben. Vielmehr haben viele Locals Jobs in der Lodge bekommen, als Safari-Guides, Spurenleser, Fahrer und Servicekräfte. Die Lodge liegt auf einem kleinen Berg, von dem aus sich wunderbar über die gesamte Landschaft blicken lässt. Das Gelände ist nicht so groß, aber sehr hügelig, weshalb sich viele Tiere verstecken können. Die Guides hatten wirklich Ahnung, haben unglaublich viel erklärt und das auf eine sehr sympathische und humoristische Art und Weise.

 

Es gibt zwar auch Leoparden und Löwen im Bongani, doch die kann man leider nur sehr sehr selten sehen. Dafür eignet sich der Ort hervorragend, um Nashörner, Büffel und Elefanten zu sehen. Auch Giraffen, Zebras, Gnus und Antilopen gibt es zahlreich. Pirschfahrten waren jeweils morgens und abends, für Frühstück und Abendessen gab es immer wieder wechselnde Orte, etwa im Busch, am Lagerfeuer oder am Pool. Bei den Ausfahrten gab es immer eine kleine Kaffee-Pause, abends gab es auch einen Wein oder ein Bier auf der Fahrt. Auch rund um die Lodge gab es immer wieder Besuch, von kleinen Affen, Elefanten und Antilopen. Da die Lodge nur Platz für rund 30 Menschen bietet, ist man immer wieder einsam unterwegs, wir haben nie ein anderes Auto getroffen.

 

Von der Lodge aus lassen sich auch Touren in den Krüger Nationalpark selbst organisieren. Dort gibt es etwa eine viel größere Chance, Löwen zu sehen. Wir haben es nicht gemacht, da wir uns auf der Bongani so wohl gefühlt haben, dass wir gar nicht mehr weg wollten.

 

Meine schönsten Safari-Fotos findet ihr hier.


Swasiland: Mbabane & Ezulwini

Der kürzeste Weg vom Krüger Nationalpark nach Durban führt über Swasiland. Mit den meisten Mietwagen ist der Grenzübertritt kein Problem. Es kann an der Grenze zu Wartezeiten kommen, wir mussten etwa eine halbe Stunde insgesamt warten, bis wir und unser Auto aus- und wieder eingereist waren. An der Grenze wird auch darauf hingewiesen, dass in dem kleinen Königreich einiges verboten ist, etwa das Fotografieren von königlichen oder staatlichen Gebäuden (wie Behörden und Ministerien). Die Hauptverkehrsstraßen durch Swasiland sind gut ausgebaut, allerdings sollte man langsam und umsichtig fahren, es kommt häufig zu Unfällen. Auf Straßen, die nicht Autobahn sind, wartet alle paar Meter ein Bumper, um die Geschwindigkeit zu reduzieren.

 

Wir hielten uns nur einen Tag in Mbabane auf und es war der schlimmste Tag des Urlaubs - wenn er auch nicht für ganz Swasiland stehen kann. Es regnete ununterbrochen und da unser Hotel im Ezulwini Valley (das sich via Navi nicht finden ließ) voll mit Schimmel und Ungeziefer war, verbrachten wir den Tag trotzdem lieber draußen. Mbabane ist ein einziger großer Slum. Die HIV-Rate liegt hier bei 39 Prozent, man trifft überall Menschen, die Trainingsanzüge von deutschen Lokalsportvereinen tragen. Mbabane, das ist ein Ort, an den Altkleider gebracht werden. In der Innenstadt war Markt, wir kauften uns dort Brötchen, ganz sicher waren wir dem allerdings nicht. Hygienevorschriften gibt es nicht, daher sollte man sich gut anschauen, was man zu sich nimmt.

 

Da wir im Ezulwini-Tal wohnten, machten wir auch einen kleinen Abstecher in die ehemalige Hauptstadt Lobamba, die auch im Tal liegt. Dort befindet sich der Staatspalast des Königs, der Kraal und das Parlament. Die pompösen Gebäude können von außen besichtigt werden, dürfen aber nicht fotografiert werden.


Durban & Dolphin Coast

An der Dolphin Coast rund um Salt Rock findet man vor allem ältere deutsche Urlauber, die es sich am Meer gemütlich machen und nicht so viel baden wollen. Die Strände sind weitläufig, am Horizont zeigen sich hin und wieder Delphine, am Strand wird vor Haien im Wasser gewarnt. Wer etwas Zeit hat, kann sich in einigen Dörfern über die Zulu-Kultur informieren.

 

Kurz nach der Dolphin Coast beginnt Durban. Wir haben die drittgrößte Stadt Südafrikas für ein paar Tage Strandurlaub ausgesucht. Die Strände sind nicht mit denen in Spanien oder Italien zu vergleichen. Wir waren meistens die einzigen Weißen am Strand, das Meer ist mit Hainetzen gesichert, Guards passen auf, dass man sich nur in einem kleinen eingezäunten Bereich im Wasser aufhält. Wirklich schwimmen geht so nicht, eine Erfrischung ist es aber allemal. Die Promenade Marine Parade ist hübsch hergerichtet worden, es gibt einige Shops und Restaurants. Auf Höhe des Hotels Protea gibt es auch Schwimmbecken für Erwachsene und Kinder und einen Spielplatz mit Karussells.

 

In Durban sollte man auf jeden Fall Curry essen, dafür ist Stadt bekannt, in der einst zahlreiche indische Landarbeiter lebten. Das geht auch im Zentrum sehr gut. Abends lohnt ein Ausflug auf die Florida Road, wo sich eine Gaststätte an die nächste reiht - die Umgebung ist nicht wie das übliche Durban schwarz, hier sieht man viele Weiße. Zum Einkaufen gibt es das Gateway, derzeit Afrikas größtes Einkaufszentrum. Wer ein bisschen Action mag, verbringt einen Tag im uShaka-Marine-World. Dort gibt es zahlreiche Wasserrutschen, der Park ist wirklich empfehlenswert. Hauptattraktion ist eine Trichter-Rutsche: man rutscht durch eine Röhre in den Trichter und fällt durch ein Loch in ein Becken. Zudem gibt es eine sehr lange Reifenrutsche, Kamikaze-und Freefall-Rutschen und verschiedene Röhrenrutschen. Spaß macht auch eine Mattenrutsche, bei der mehrere Leute nebeneinander rutschen können. In einigen künstlichen Flüssen kann man sich herrlich treiben lassen.


Port Elizabeth

PE ist eher ein Durchgangs-Ort als einer, an dem sich besonders viele Touristen niederlassen. Die meisten starten oder enden hier ihre Tour entlang der Garden-Route von oder nach Kapstadt. Die Stadt ist demnach auch sehr schnell erkundet. Lohnenswert ist ein Besuch im Donkin Reserve, einer kleinen Grünanlage inmitten der Stadt. Die Steinpyramide erinnert an Elizabeth Donkin, der Leuchtturm, der nebenan steht, kann für ein paar Rand bestiegen werden. Es ergibt sich ein toller Ausblick über die umliegenden Gebäude wie das alte Hotel King Edward oder die Library. Auch die City Hall liegt um die Ecke. Dort gibt es einen bekannten Flohmarkt. Wer Zeit hat und Grün mag, besucht den St.-George's-Park mit seiner üppigen Flora und einem alten Baumbestand. Nebenan liegt auch ein Rugby-Stadion. Rund um die Beach Road und die Marine Road führt eine hübsch hergerichtete Promenade am stürmischen Meer entlang. Eine beliebte Sehenswürdigkeit ist das Oceanarium, das wir allerdings nicht besucht haben.


Addo Elephant Nationalpark

Der Addo Elephant Nationalpark ist einer der größten Nationalparks im Süden des Landes. Er liegt auf der Strecke von Port Elizabeth zur Garden-Route und kann gut mit dem eigenen Auto befahren werden. Am Straßenrand zeigen sich vor allem viele einsame, alte Büffel und Elefanten. Auch Zebras, Affen, Gnus, Kudus, Warzenschweine und Antilopen sind gut vom Auto aus zu sichten. Schwieriger wird es mit Löwen, Leoparden, Hyänen und Nilpferden, die ebenfalls im Park leben, sich aber deutlich seltener zeigen.

 

Direkt nebenan liegt das Schotia Private Game Reserve, in dem es quasi Löwen-Garantie gibt. Allerdings war zumindest unsere Tour sehr lieblos. Der Safari-Guide kam aus Port Elizabeth, kannte sich wenig aus und eigentlich fuhren immer drei, vier Autos zusammen im Konvoi. Vor dem Löwenmännchen bildete sich eine Wartschlange an Autos. Ähnlich war es am Flussufer mit den Nilpferden. Abendessen gab es an einem netten Grillplatz, der allerdings eingezäunt war. Insgesamt gab es für meinen Geschmack zu viele Zäune, selbst der Park ist in Bereiche untergliedert, getrennt sind etwa Zebras und Löwen.

Meine schönsten Safari-Fotos findet ihr hier.


Garden Route

Die Garden-Route führt entlang der Autobahn N2 von Port Elizabeth nach Mossel Bay, meist wird die Strecke bis Kapstadt als Garden-Route bezeichnet. Unterwegs finden sich ein paar nette Städte, die ich hier schon erwähnt habe. Aber auch ganz viel Natur, denn die Garden-Route ist durch häufige Niederschläge sehr sehr grün und dicht bewachsen.

Unterwegs durchquert man etwa den Tsitsikamma Nationalpark, eine Ansammlung von wilden Pflanzen und Tieren. Hier lässt sich wunderbar Kanu fahren, zudem führt der sogenannte Otter Trail durch den Park. Dabei handelt es sich allerdings um eine geführte sechstägige Wanderung. Einen schönen Blick über Tsitsikamma bietet auch die Storms River Bridge, eine N2-Brücke über dem Tsitsikamma-Tal. Direkt an der Brücke liegt eine Tankstelle mit Aussichtsplateau.

 

Nur ein paar Kilometer abseits der N2 liegt im Süden des Nationalparks Garden-Route das Tenikwa Rehabilitation Center, das sich um verwaiste und verletzte Wildtiere kümmert. Von 9 bis 16.30 Uhr erfahren Besucher hier für rund 200 Rand pro normaler Tour mehr über Wildkatzen, Paviane, Erdmännchen, Schildkröten und Pinguine. Wir haben eben diese Tour gemacht und es war sehr informativ. Zu sehen bekamen wir Leopard, Caracal, Serval, Wildkatze und Geparde zu sehen. Bei den Servals, Wildkatzen und Geparden durften wir sogar ins Gehege und die Tiere aus nächster Nähe beobachten. Im Anschluss ging es zu den Pavianen und zu einer Art Info-Runde, bei der etwa Müll neben ausgestopften Tieren zu sehen war: Jener Müll, den man in den Mägen der Pinguine und Co gesehen hat. Während der Wartezeit auf die geführte Tour lassen sich die Gehege von Erdmännchen, Schildkröte und Vögeln wie Marabu selbst erkunden. Tenikwa bietet auch weitere Touren an, die teurer sind, bei denen dann auch Kontakt mit den Tieren erlaubt ist, etwa der Cheetah Walk (780 Rand), bei dem Besucher mit Geparden am Strand spazieren gehen.

Obacht bei der Fahrt zum Tenikwa, die nicht asphaltierte Straße (der Wegbeschreibung folgen) führt durch ein Township. Kinder stellen sich bisweilen vor das Auto, um eine Weiterfahrt zu verhindern. Wir hatten Kekse dabei und haben den Kindern welche gegeben, so ließen sie uns weiterziehen.


Knysna

Knysna ist eine kleine hübsche Stadt in einer unglaublich faszinierenden Landschaft. Die Stadt liegt direkt an einer Lagune, die durch eine schmalen Einbuchtung mit dem Meer verbunden ist. An den beiden Seiten prangen die Knysna Heads, zwei steile Felsformationen. Zu den Heads führen schöne Wanderwege. In Knysna selbst ist die Lagune sehenswert, abends lohnt ein Abstecher zur Waterfront, wo sich Restaurants und Clubs aneinander reihen. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten in Südafrika ist Knysna am Abend im Dunkeln nicht gefährlich, weil hier so viele Touristen unterwegs sind. Wer Zeit hat, besucht Südafrikas größte Rastafari Community im örtlichen Township.

 

Umgeben ist die Kleinstadt von schöner Natur. Da wäre zum einen der Knysna Forest, in dem sieben wilde Elefanten leben. Elefanten gibt es auch im Knysna Elephant Park. Knysna ist auch ein guter Ausgangspunkt für eine Kanutour. Dort lassen sich allerlei Vögel, bisweilen auch Affen und Robben, beobachten. Unser Guide, ein Engländer, der vor rund 20 Jahren auswanderte, führte uns zu einer Brücke. Von dort aus sprangen wir rund zehn Meter ins Wasser. Obwohl er uns eine Einweisung gab, wie wir uns beim Sprung verhalten müssen, um uns nicht zu verletzen, platschte ich ins Wasser und holte mir einen blauen Fleck, der vom Becken bis zur Kniekehle reichte.


Mossel Bay, Cape Agulhas & Hermanus

Die Garden-Route führt weiter nach Mossel Bay, einer im Vergleich eher hässlichen Stadt, in der sich der Aufenthalt kaum lohnt - wenn man nicht an einem der beiden schönen Strände rumhängen möchte. Von hier aus werden Käfigtauch-Touren zu Weißen Haien angeboten. Nach einem Spaziergang am Hafen lohnt ein Abstecher in eine kleine Markthalle in der Bland Street, wo Kunsthandwerk und Essen verkauft wird.

 

Das Cape Agulhas ist der südlichste Punkt Afrikas - aber deutlich weniger bekannt und besucht als das Kap der guten Hoffnung auf der Kap-Halbinsel. Dabei fließen Atlantik und Indischer Ozean in Agulhas zusammen. Wer das Kap sehen will, muss die Garden-Route entlang der Autobahn N2 bei Stormsvlei verlassen und rund 90 Kilometer gen Süden fahren. Vorher ausreichend tanken, das zu durchquerende Gebiet ist menschenverlassen und weitgehend ohne Infrastruktur. Erst in Bredasdorp gibt es wieder eine Tankstelle. Am Leuchtturm ist der Parkplatz, kleine Holzstege führen dann rund anderthalb Kilometer zum eigentlichen Kap, das recht unaufgeregt ist. Ein Stein markiert die Stelle, an der die beiden Ozeane zusammenfließen.

 

Leider lässt sich nicht direkt an der Küste weiter nach Hermanus fahren, so geht es erst einmal wieder ins Landesinnere. Hermanus ist ein sehr touristischer Ort, der eine Sonderstellung hat. Denn in Hermanus schauen alle Menschen nur aufs Wasser. Die Stadt zählt als einer der neun besten Orte, um von Land aus Wale zu beobachten. Von Juli bis Dezember lassen sich die Südkaper hier sehen. Ein Wal-Schreier verkündet, wenn sich etwas ankündigt. Entlang des rund 12 Kilometer langen Cliff Walk geht es vorbei an Felsformationen, Vegetation und Gezeitenbecken, die aber sehr klein und schmutzig sind. Wer von hier aus aufs Meer blickt, kann eigentlich fast immer Walfontänen sehen. Mit etwas Glück springen auch ein paar Delphine vorbei. Für teuer Geld starten ab Hermanus auch zahlreiche Wal-Fahrten.


Betty's Bay

Betty's Bay ist ein kleines, verschlafenes Örtchen zwischen Hermanus und Kapstadt, das südlich der Garden-Route am Meer liegt. Bekannt ist der Ort dennoch, denn am Stony Point lebt eine große Kolonie Brillenpinguine. Das Areal ist ein Schutzgebiet, für 10 Rand darf es zwischen 9 und 17 Uhr betreten werden. Ein kleiner Holzsteg führt über das Gelände, überall wuseln Pinguine, von allen Stellen aus lassen sie sich hervorragend beim Watscheln, Kuscheln und Schwimmen beobachten. Lustig anzusehen ist etwa, wenn die kleinen Vögel von einer Welle erwischt werden und ins Wasser plumpsen. Die Kulisse ist einzigartig, wie man auf den Bildern erkennen kann. Am Eingang vom Stony Point auf den Geländern zudem Ausschau nach Klippschliefern halten.

 

Betty's Bay lohnt noch aus einem zweiten Grund, denn hier verläuft eine der schönsten Küstenstraßen der Welt, der Clarence Drive, der sich zwischen Atlantik und dem Kogelberg Nationalpark Hottentots-Holland Mountain Catchment Area windet. Die Straße bietet unglaubliche Panorama-Blicke, wer Glück hat, entdeckt sogar Wale oder Delphine an der Küste. Alle paar Meter gibt es kleine Parkplätze, um die Aussicht zu genießen.


Kapstadt

Kapstadt ist eine wunderbare Stadt, die allerdings sehr europäisch geprägt ist und modern daherkommt.

 

Die zwei Hauptattraktionen sind zum einen die Gefängnisinsel Robben Island, zum anderen der Tafelberg. Jeder wird einem erzählen, dass man die Fahrt in den Gondeln hoch zum Tafelberg unbedingt machen soll, sobald sich die Gelegenheit ergibt, sprich es nicht bewölkt und windstill ist. Tatsächlich kommt das relativ selten vor, weshalb die Gondeln nicht jeden Tag fahren. Es gibt auch Wanderwege nach oben, allerdings sind sie bisweilen sehranspruchsvoll, die Wege sind sehr schmal und am Rande warten Schlangen. Rund um den Tafelberg gibt es noch die kleineren Berge Lion’s Head und Signal Hill, die ebenfalls das Bild der Stadt prägen.

 

Auf die Insel Robben Island kommt man vom neuen Hafen, der Waterfront aus, mit dem Boot. Da nur eine begrenzte Anzahl Menschen das Museum besuchen können, lohnt es sich, Tickets (320 Rand) vorab zu buchen. Auf der Insel gibt es dann eine kleine Bustour, die das gesamte Gebiet mit einbezieht. Achtung, hier kann man durchaus auch Pinguinen und Robben begegnen. Zu sehen gibt es etwa den Steinbruch, in dem Mandela und Co arbeiten mussten und indem er eine Art Universität initiierte. Außerdem geht es am Lepra-Friedhof vorbei. Früher brachte man Kranke auf die Insel, um sie dort abseits der Gesellschaft sterben zu lassen – es sollte niemand angesteckt werden. Der zweite Teil der Tour führt ins Gefängnis. Ehemalige Gefangene führen herum und berichten von ihren Erfahrungen. Highlight ist die Zelle von Nelson Mandela, hier verbrachte er 18 seiner 27 Jahre in Haft. Ohnehin dreht sich hier alles um Nelson Mandela. An einem kleinen Café gibt es einen netten Ausblick Richtung Kapstadt vor dem Massiv des Tafelbergs.

 

Rund um die Waterfront gibt es allerlei zu entdecken, allerdings vor allem Shops und Restaurants. Dennoch lohnt ein Spaziergang auf der Flaniermeile. Auch ein neues Aquarium, das Two Oceans, hat dort eröffnet (150 Rand). Bei Regenwetter lohnt ein Besuch: Hier wird erklärt, welche Tiere im Atlantik und welche im Indischen Ozean vorkommen, wo die Unterschiede im Lebensraum liegen und wie sich das vermischt. Am Nobel Square sind die vier Friedensnobelpreisträger Südafrikas verewigt.

 

Auf einem Stadtrundgang darf die Long Street im Zentrum mit zahlreichen Einkaufsläden und Restaurants nicht fehlen. Wer leckere afrikanische Küche probieren möchte, reserviert einen Tisch bei Mama Afrika (Reservierung ist empfohlen, das Lokal ist gut besucht) und wird vielleicht sogar traditionell im Gesicht bemalt. Das Viertel Bo-Kaap ist ebenfalls ein Muss, dort leben überwiegend Muslime. In Bo-Kaap lebten einst die befreiten Sklaven, als Zeichen ihrer neugewonnen Freiheit malten sie ihre Häuser bunt an. Das ist bis heute erhalten geblieben. Auch der Platz rund um das Castle of Good Hope ist einen Besuch wert. Nebenan liegen das Rathaus, auf dessen Balkon Nelson Mandela 1990 nach seiner Freilassung aus der 27-jährigen Haft eine Rede ans Volk hielt, die St. Georges Cathedral und die Nationalgalerie.

 

Auch etwas außerhalb von Kapstadt gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Auf der Kap-Halbinsel liegt ganz im Süden das Kap der guten Hoffnung. Außerdem sind die Strände von Camps Bay, Clifton und Blouberg beliebt, allerdings ist das Wasser rund um Kapstadt durch den Antarktisstrom oft zu kalt zum Baden. Aus Kapstadt lassen sich auch Weintouren in die Winelands rund um Stellenbosch machen. Auch der Botanische Garten in Kirstenbosch ist beliebt. Kirstenbosch wird genau wie Hout Bay von den Sightseeing-Bussen aus Kapstadt angefahren. In Hout Bay starten kleine Boote zu einer von Robben besiedelten Insel, Duiker Island (65 Rand). Oft warten die Pelzrobben schon am Hafen und schwimmen neben den Booten her. Die Bootsfahrt erlaubt auch einen schönen Blick auf den Chapman’s Peak.


Packliste:

  • Mückenschutz
  • Sonnenschutz
  • Festes Schuhwerk
  • Fernglas und gute Kamera mit Objektiv für die Safari
  • Windjacke

 

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