Dänemark



Meine Tour nach Dänemark war eine der ersten Reisen, die ich komplett alleine unternommen. Das lag auch daran, dass ich im Jahr 2008 für ein Praktikum bei Flensborg Avis, einer deutsch-dänischen Zeitung, gearbeitet habe. Wenn man schonmal so nah dran ist, bieten sich Ausflüge in unser nördliches Grenzgebiet statt. Ich habe Tagesausflüge nach Padborg und am Fjordvejen entlang unternommen und zudem drei Tage in Kopenhagen verbracht. Inzwischen war ich mehrmals in der dänischen Hauptstadt, die ich genau wie Oslo, Stockholm und Helsinki auch einfach sehr gerne mag, weil man sich dort Kultur und Wasser verbinden.


Kopenhagen

Indre By

Die Indre By ist das Stadtzentrum von Kopenhagen, das wohl jeder Kopenhagen-Besucher aufsuchen wird. Hier reiht sich eine Sehenswürdigkeit an die andere - und frei nach der Schwedin Astrid Lindgren: "Dann muss ja auch noch Zeit sein, um einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen." Und das kann man in Kopenhagen auch wahnsinnig gut!

 

Beginnen wir beim Wahrzeichen der Stadt, der "Lille Havfrue", der kleinen Meerjungfrau. Dieses Kunstwerk - das übrigens wirklich sehr klein ist und ohne die Touristengruppen, die davor stehen und Fotos knipsen, leicht übersehen werden könnte - ist vom Kopenhagener Bildhauer Edvard Eriksen  Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut worden.

 

Direkt neben der Meerjungfrau steht ein riesiges altes Relikt: Das Kastell ("Kastellet"), ein Überbleibsel der alten Stadtbefestigung. Über Zugbrücken geht es über die Wassergräben hinüber auf das eigentliche Areal. Das Kastell stammt aus dem 17. Jahrhundert und dient heute als Museum. Vom Kastell aus hat man auch eine herrliche Aussicht über die Bucht.

 

Der Weg gen Zentrum führt an der St Alban's Church und dem Churchill-Park sowie den königlichen Pavillons vorbei. Wer den Weg am Hafen entlang wählt, kommt an der Kunstgalerie "Den Kongelige Afstøbningssamling" vorbei, ehe man auf den Garten von Schloss Amalienborg trifft, das ebenfalls sehr nah am Hafen liegt. Der Palast aus dem 18. Jahrhundert ist im Rokoko-Stil errichtet, dient als Wintersitz der Königsfamilie und ist ansonsten als Museum zugänglich. Hinter dem Schloss Amalienborg (vom Wasser aus gesehen), wartet die Frederikskirke mit der größten Kuppel Skandinaviens. Die Marmorkirche wird als Dom von Kopenhagen genutzt.

 

Wer sicher weiter entlang des Hafens orientiert, kommt zu einem weiteren Highlight der Stadt, dem viel fotografierten Nyhavn, der ins Landesinnere hinein reicht. Auf der Brücke oder auch am Ende des Hafenbeckens lässt sich die Sicht auf die kleinen bunten Häuser, hauptsächlich Gastronomie-Betriebe, besonders gut genießen.

 

Südöstlich an den Nyhavn grenzt wieder königliches Gebiet, nämlich das Areal rund um das Schloss Charlottenburg, das heute die Kunstakademie beherbergt und in Verbindung mit dem neuen Kunstausstellungsgebäude steht. An das Gebiet grenzt auch der Park Kongens Nytorv, wo sich am Rande das Königliche Theater befindet.

 

Am Nytorv beginnt quasi auch die eigentliche Innen- und Altstadt Kopenhagens. In östliche Richtung reicht sie bis zur Universität, im Norden bis Kongens Have und dem Schloss Rosenborg. Dabei handelt es sich um eines der imposantesten Schlösser mit einem riesigen Schlossgarten. Das Schloss dient als Museum, man kann etwa Kronjuwelen sehen und sich Führungen anschließen.

 

In der Altstadt lohnt sich vor allem die Sicht vom Rundetårn aus, einem Rundturm aus dem 17. Jahrhundert, das Ausstellungsfläche bietet und der relativ einfach zu erklimmen ist, da es sich um eine Rampe handelt, die sich nach oben schlängelt.  Man hat einen tollen Blick auf den Marktplatz. An den Turm schließt sich die Trinitatis Kirke (Dreifaltigkeitskirche) an. Hier befinden sich auch die Einkaufsstraßen Strøget und Strædet. Wer schon in der Gegend ist, schaut beim Perch's Tea Room vorbei, dem ältesten Geschäft der Stadt, das seinen Stil seit 1835 bewahrt hat.

 

Wer über den Nytorv hinaus gen Osten geht, kommt irgendwann zunächst auf den Rådhuspladsen/Rathausplatz mit seinem berühmten Bauwerk und direkt gegenüber auf die ebenso weltbekannte Tivoli. Der Vergnüngungs- und Freizeitpark liegt mitten in der Staat, hat viel Grün, Blumen, Springbrunnen, aber auch Fahrgeschäfte wie Achterbahnen, Kettenkarussell und Co. Geöffnet hat die Tivoli von Mitte April bis Ende September, die Ticketpreise richten sich danach, was man vor Ort machen möchte, so gibt es Tickets für die Tivoli alleine, und welche, die Fahrgeschäfte einschließen. Wer nun den anderen Ausgang nimmt, landet direkt vor dem Hauptbahnhof. An die Tivoli grenzt auch das Museum "Ny Carlsberg Glyptotek" (Neue Carlsberg Glyptothek) mit antiken Skulpturen aus Ägypten, Rom und Griechenland sowie moderne Werken von Auguste Rodin und Edgar Degas.

 

Wer etwas Zeit hat, macht eine Kanalfahrt mit den kleinen Booten (meine Abfahrt war auf Höhe der Knippelsbro). Ich fuhr die kleine Tour rund um die innerstädtische Insel, auf der das Schloss Christiansborg ist und habe es sehr genossen. Vom Wasser aus zeigt sich nicht nur das Schloss, das Thorvaldsen-Museum, in dem Skulpturen des Künstlers ausgestellt sind, und das wirklich imposante Gebäude der Alten Börse "Børsen".

 

 

 

Christianshavn

Am meisten Zeit habe ich wohl in Christiania verbracht, einem Freistaat inmitten von Kopenhagen mit einer sonderlichen Geschichte. Lange Zeit war Christiania als Drogenumschlagplatz bekannt, dort wurde, auch weil man sich nicht an dänische Gesetze gebunden fühlte, gedealt und konsumiert. Heute geht es etwas anders zu, die Polizei ist hart dagegen vorgegangen. Dennoch lässt es sich wunderbar durch den Freistaat schlendern, es gibt vor allem abseits der üblichen Verbindung zwischen den beiden Eingangstoren ("You are now leaving the EU") einige wundervolle Ecken wie Seen und kleine Hütten. Einfach durchschlendern und genießen!

 

Auf dem Weg nach Christiania kommt man fast unweigerlich an der Frelsers Kirke, der Erlöserkirche vorbei, die mit ihrem imposanten Turm auffällt. Der ist korkenzieherartig angeordnet und fällt auf jeden Fall auf. Bekannt ist die Kirche auch für ihr Glockenspiel.

 

Früher war auch das Restaurant Noma, das einst weltbeste Restaurant, eine Anlaufstelle. Es lag auf der Insel Amager, wo sich auf der Flughafen befindet und wo die berühmte Øresundbro ihren Startpunkt hat. Heute ist das Restaurant aber geschlossen.

 

 

 

Vesterbro

Das Stadtviertel Vesterbro ist vor allem für sein Nachtleben bekannt. Hier reihen sich Bars und Szenekneipen aneinander. Vor allem ein Gebiet ragt dabei hervor und darf eigentlich bei keinem Kopenhagen-Besuch fehlen: Kødbyen, besser bekannt als "Meatpacking District", also sowas wie Schlachtereiviertel. Ob nun in den Discos Jolene, Bakken, KB3 oder im Warpids - man trifft dort immer auf Leute, Einheimische wie Touristen, die einen chilligen Abend verbringen möchten.

 

Wer Bedarf an einem stilvollen, nicht ganz günstigen Restaurant hat, besucht den Madklubben.

 

 

 

Østerbro

Wenn ihr bei der Meerjungfrau angekommen seid, habt ihr es schon fast in den Stadtteil Østerbro geschafft, der ein paar Meter weiter beginnt. Es handelt sich dabei um einen sehr grünen Stadtteil, der vor allem mit vielen Parks auffällt. Am größten und bekanntesten ist der Fælledparken, wo es sich gemütlich zusammen sitzen lässt. Charakteristisch ist auch die Lage direkt am Wasser, kurz hinter der Meerjungfrau findet sich daher auch der Nordhavn (Nordhafen).

 

 

 

Fredriksberg

Wirklich viele Sehenswürdigkeiten bietet der etwas abgelegene Stadtteil Fredriksberg, der sich östlich ans Zentrum anschließt. Hier gibt es aber vor allem eine Attraktion, den Zoo. Hier trifft man auf Affen, Giraffen, Eisbären und Karakal.


Fjordvejen

Auf der dänischen Seite der Flensburger Förde liegt der Fjordvejen, der, wie der Name schon sagt, an der Förde entlang führt. Wer ohnehin in der Gegend ist und sich ein wenig von der Natur inspirieren lassen möchte, fährt die bisweilen wunderschöne Straße entlang.  Die Straße ist insgesamt zwölf Kilometer lang, taugt also auch als Ausflug für ein paar Stunden.

 

Der Startpunkt ist in, Kruså, zu deutsch Krusau, etwa zwölf Kilometer von Flensburg entfernt. Krusau hat ein paar Wanderwege, etwa den Gendarmstien, ein ehemaliger Kontrollweg, an dem 1920 bis 58 Gendarme patrouillierten. Es gibt ein paar schöne Abschnitte, etwa entlang der Förde zwischen Stranderott (Stranderød) und Sandacker (Sandager). Der Ort ist auch für seine Wassermühle am Mühlensee, auf dänisch Møllesø, bekannt, die allerdings 1964 stillgelegt wurde.

 

Man kommt dabei auch an ein paar kleinen süßen Gemeinden vorbei, etwa Kollund, Sønderhav oder Rønshoved. Sowohl Kollund als auch Sønderhav haben auf dem Gemeindegebiet Wälder, die zu Spaziergängen einladen.

 

In Kollund gibt es etwa die Strandabschnitte Lille Strand und Kollund Strand, dazu gibt es Hotels, Pensionen, Appartementhäuser und Campingplätze am Ufer. Am Lille Strand, dem kleinen Strand, findet jährlich das Kollund Beach Festival statt, ein Musikfest.  Dort spielen jeden August dänische Bands. Außerdem  ist die Kollund Kirke sehenswer, eine kleine, 1971 eingeweihte Kirche. Von der Mole sieht man die Marineschule Mürwik, die auf der anderen Seite der Förde liegt.

 

Sønderhav bietet ebenfalls einen tollen Ausblick, zum Beispiel auf die beiden Ochseninseln, Okseøer genannt. Die große, Store Okseø, ist bewohnt, allerdings gibt es keine Fährverbindung, um auf die Inseln in der Förde zu gelangen. Wer nach Sønderhav kommt, sollte auf jeden Fall bei Annies Kiosk vorbeischauen, der angeblich besten Hot Dog Bude der Welt, die auch auf aller Welt berühmt ist. Von dort aus hat man nicht nur Aussicht auf die Ochseninseln, sondern auch auf Flensburg und Glücksburg. Durch Annies Kiosk ist Sønderhav als "Hot Dog Havn" bekannt geworden.

 

Rønshoved und Knudsmade haben schöne Strände mit Aussicht auf die Innenförde und die Halbinsel Holnis. Auch die Ochseninseln sind von hier aus zu sehen.

 

Etwas weiter endet der Fjordvejen in Rinkenis, auf dänisch Rinkenæs Sogn genannt. Es handelt sich dabei um eine kleine Ansammlung verschiedener Gemeinden, teils am Strand und am Fjordvejen gelegen, teils allerdings schon abseits der Straße. Im zentralen Ort lohnt ein Blick auf die romantische Kirche St. Laurentius und auf die neue Kirche zum Heiligen Kreuz mit dem Treppengiebelturm, die auch als nationales Denkmal gilt. Generell gibt es auch ein paar schöne Aussichtspunkte auf die Förde. 

 

Der Fjorvejen ist übrigens Teil der Margeritenroute, einer Touristenstraße, die auf rund 3600 Kilometern durch Dänemark führt, vorbei an über 1000 Sehenswürdigkeiten, Gebäuden wie Natur. Sie ist durch ein Schild gekennzeichnet, das eine Margerite auf braunem Untergrund zeigt.


Padborg

Padborg, im Deutschen auch Pattburg genannt, ist der deutsch-dänische Grenzort, der auf der anderen Seite von Flensburg in Jütland liegt. Der Ort war eigentlich nur einmal ein Wirtshaus, das am Ochsenweg lag, allerdings ist es durch den Bau der Eisenbahnstrecke von Flensburg nach Fredericia gewachsen. Auch heute noch ist Padborg ein wichtiger Verkehrsknoten für Reisende zwischen Deutschland und Kopenhagen. Ab Flensburg ist es beispielweise deutlich günstiger, nach Padborg zu fahren und dort das Auto abzustellen, und dann mit der Bahn nach Kopenhagen weiterzufahren als direkt durchzufahren.

 

Sehr viele Sehenswürdigkeiten hat Padborg nicht. Es gibt in der Gemeinde Bov, die ebenfalls zu Padborg gehört, ein Museum im Oldemorstoft. In Frøslev kann man das ehemalige Internierungslager besuchen, das heute zum Teil als Museum dient.

 

In Padborg beginnt zudem der Wanderweg Gendarmstien, ein ehemaliger Kontrollweg, an dem nach der Grenzziehung 1920 bis 1958 Gendarme patrouillierten. Er führt über Krusnau, an den Gemeindem am Fjordvejen entlang. Es gibt ein paar schöne Abschnitte, etwa entlang der Förde zwischen Stranderott (Stranderød) und Sandacker (Sandager).


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