Mallorca



2012 habe ich es dann auch endlich einmal auf die Insel der Deutschen geschafft. Abseits vom Ballermann 6 und sonstigen Feiereien hatten wir eine wunderbare Woche. Wir waren im Juli da, also Hochsaison, was vor allem beim Wandern etwas anstrengend war. Überrascht waren wir von den hohen Preisen in Restaurants und bei Eintritten - also auf jeden Fall genug Bargeld einpacken.  Dennoch hat mich die wundervolle Natur auf der Insel begeistert: Die türkisblaue Bucht von Playa Calo De Ses Llisses bei Cala Fornells ist einer der schönsten Strandabschnitte, die ich je gesehen haben. Aber auch an den grünen Oliven-, Mandel- und Orangenbäume auf dem Weg von Palma nach Sollér vor dem Hintergrund der Sierra de Alfàbia konnte ich mich kaum satt sehen.



Palma de Mallorca

Schon von weitem aus kann man das Wahrzeichen von Palma sehen: die Kathedrale La Seu thront quasi über der Stadt. Besonders schön ist der Anblick, wenn man von der Avinguda de Gabriel Roca aus gen La Seu unterwegs ist. Rechterhand liegt der wunderschöne Parc de la Mar, in dessen Wasser sich die Kathedrale hin und wieder spiegelt, und dahinter direkt das Meer. Linkerhand die im 14. Jahrhundert im gotischen Stil erbaute Kathedrale. Ein Besuch im Inneren lohnt auf jeden Fall,ein Teil des Gotteshauses ist etwa von Antoni Gaudí gestaltet worden. Es gibt drei Kirchenschiffe und auffällig sind die Fenster, die in Form von Rosen gestaltet sind. Im Sommer ist die Kirche werktags von 10 bis 18.15 Uhr, im Frühjahr bis 17.15 Uhr und im Winter bis 15.15 Uhr geöffnet, dazu ganzjährig samstags von 10 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist mit 7 Euro aber nicht ganz günstig. Inzwischen kann man auch auf die Terrassen der Kirche.

 

Zu linker Hand neben der Kathedrale liegt der Almundaina Palast mit maurischen und gotischen Elementen. In dem Palast werden nicht nur offizielle Empfänge und Ehrungen abgehalten, hier kommen auch Gäste der königlichen Familie unter. Der Palast mit Ratsherrenhalle, Innenhof, Königs- und Königinnenzimmer, Kapelle und gotischer Halle kann besichtigt werden. Wir haben das allerdings ausgelassen.

 

Stattdessen haben wir uns die arabischen Bäder, Banys Àrabs, angeschaut. Dass Palma einst in arabischer Hand war, kann man hier sehr deutlich sehen. In der Straße Can Serra 7 sind Überbleibsel dieser Badebereiche aus dem 10 bis 12. Jahrhundert zu besichtigen.  Man kann dort täglich von 9 bis 19 Uhr spazieren gehen, sich alte Relikte anschauen und danach im herrlichen bunten Garten entspannen. Der Eintritt liegt bei zwei Euro und ist gut angelegtes Geld.

 

Ebenfalls als Wahrzeichen gilt die Festung Bellver, Castell de Bellver, von dem aus man eine fantastische Aussicht hat. Die Burg liegt etwa drei Kilometer vom Zentrum entfernt und ist romantisch-gotisch gestaltet. Manchmal gibt es im Innenhof Open-Air-Konzerte, das haben wir leider verpasst.

 

Zum Schlendern eignen sich die Plaça Major, auf der man auch gut Eisessen kann - allerdings ist hier alles etwas teurer, oder der Hafen, wo herrliche Fischrestaurants aufwarten.


Paguera

Paguera ist eine der typischen Touristenhochburgen von Mallorca. Allerdings ohne großartiges Ballermann-Gefühl. Ausgenommen davon ist Krümls Stadl, bekannt aus der VOX-Sendung "Goodbye Deutschland". Dort treten regelmäßig mehr oder weniger bekannte Leute, etwa Willi Herren oder Naddel, aber auch einstige Big-Brother-Bewohner auf. Es gibt zudem einen Busshuttle zum Ballermann.

 

Paguera wird wohl meist aufgrund des Strandes aufgesucht. Die Stadt hat drei Strände, der Hauptstrand ist die Platja Palmira südlich der Touristeninformation. Dort gibt es auch das meiste Leben in Sachen Shops, Bars und Restaurants. Nebenan liegt die Platja Tora, die ebenfalls eine gute Infrastruktur hat und durch den häufigen Wind auch gern von Wassersportlern genutzt wird. Westlich von Palmira liegt die kleinere Platja de la Romana, einem wunderschönen Badestrand, der aber längst kein Geheimtipp mehr ist und daher auch öfter überfüllt ist. Wir waren meist an der Platja Tora unterwegs.

 

Übernachtet haben wir im Hotel Bahia de Paguera direkt an der Avenida Paguera und mehr oder weniger gegenüber vom Strand. Der Vorteil ist, dass das Hotel am Stadtrand liegt und es direkt drum herum nicht so viele Hotelburgen gibt, aber dennoch schon Infrastruktur vorweist. Nebenan liegen zwei kleinere Supermärkte für Wasser, Obst, Kekse und Badeutensilien. Und ein paar Meter weiter wartet schon das beste Tapas-Restaurant: Route66. In der Geko Bar haben wir wunderbare hausgemachte Pasta gegessen - auch wenn die Portionen etwas klein waren.

 

Wer ein wenig Abwechslung vom Strandalltag braucht, macht sich auf die Tour Richtung Cala Fornells und Torre Andritxol. Über unsere Wanderung könnt ihr hier lesen.


Sollér

Sollér ist ein kleiner Touristen-Hotspot, was vor allem daran liegt, dass die historische Eisenbahn ab Palma dorthin fährt. Die Altstadt ist wunderschön, es gibt viele Kirchen, kleine Gassen, Kunst und ein wunderschönes Rathaus auf der Plaça des Mercat. Wir schlenderten also noch eine Weile durch die Altstadt und aßen das angeblich beste Eis auf ganz Mallorca: das Orangeneis der Sa Fabrica de Gelats auf dem Plaça des Mercat. Außerdem ein Muss: einen frisch gepressten Orangensaft von den heimischen Orangen trinken. Unfassbar lecker und im Vergleich zu Zug- und Straßenbahnticket und dem Eis auch ein Schnäppchen. 

 

Viele Gäste fahren von Sollér aus mit der über 100 Jahre alten Straßenbahn nach Port de Sollér. Wir hatten leider kein Geld mehr dabei und konnten uns diese Fahrt daher leider nicht anschauen. Zunächst wollten wir die Strecke wandern und sind auch losgegangen, allerdings war es keine schöne Strecke, es war auch sehr heiß und wir kamen etwas vom Weg ab, weshalb wir nach einer Stunde aufgaben und umkehrten. Es wäre auch irgendwann zu stressig wegen der schon gebuchten Rückfahrt gewesen.

 

In Sollér haben wir uns in der Markthalle umgesehen, was wirklich herrlich war. Da wir samstags dort waren, war auch tatsächlich gerade Markt. Dort bieten Landwirte ihre Ware frisch an und man kann viel probieren. Wir deckten uns mit frischem Brot, verschiedenen eingelegten Oliven und spanischer Wurst ein und suchten uns ein Plätzchen im Schatten in einem Park und genossen das mediterrane Flair. Wer samstags vor Ort ist, sollte sich auf jeden Fall in der Markthalle umsehen. 

 

Ansonsten gibt es auch im Stadtzentrum einige sehenswerte Gebäude, etwa die Kirche San Bartolomé an der Plaça Constitució aus dem Jahr 1236, die während der Barockzeit erneuert wurde. Ein Schüler Gaudís hat sie gestaltet. Direkt daneben steht das ebenfalls von Joan Rubió de Bellver entworfene Bankgebäude. Die Casa de Cultura, Calle Sa Mar, informiert über archäologische Funde und Gegenstände und Kleidung alter Zeiten. Auch der Bahnhof ist sehenswert, dort werden Werke von Joan Miró und Pablo Picasso ausgestellt, in der Wartehalle sind Bilder der beiden zu sehen. 400 Pflanzenarten gibt es im Museo de Ciencias Naturales y Jardín Botánico, dem Botanischen Garten von Sollér.

 

Mehr zur Zugahrt im "Roten Blitz" lest ihr hier.


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