Portugal



Irgendwann im Laufe meines Studiums kam der Wunsch auf, nach Portugal zu reisen. Der erste Urlaub in meiner Festanstellung war dann also klar: Per Interrail Portugal erkunden. Start und Ziel war jeweils Faro im Süden der Küste, nach einer Woche Entspannen an der Algarve ging  es über Lissabon nach Porto und wieder zurück. Anders als von der Deutschen Bahn behauptet, waren allerdings Reservierungen für die Züge notwendig, was uns ein paar Euro Strafe gekostet hat, als wir vom Schaffner erwischt wurden. Zum Glück durften wir trotzdem auf dem Gang sitzen bleiben.


Faro

Faro ist eine unspektakuläre Kleinstadt mit einem Hafen und einer Lagune im Süden Portugals. Hier starten Urlauber hauptsächlich in den Algarve-Urlaub. Dabei lohnt es sich doch, einen Tag in der Kleinstadt zu verbringen, um etwa die Altstadt (Vila Adentro) hinter den Stadtmauern zu erkunden. Hinein geht es durch den Arco da Vila oder den Arco do Repousado. Dort findet sich etwa die Kathedrale Sé und das Rathaus. Vom Busbahnhof aus starten regelmäßig Busse zum nahegelegenen Flughafen.


Algarve

An der Algarve dominiert der klassische All-Inclusive-Tourismus, allerdings ist er längst nicht so dominant wie etwa an der Costa Brava in Spanien. Die Hotels fügen sich weniger auffällig ins Landschaftsbild, das Meer ist wild und durch Ebbe und Flut müssen manchmal Wege zurückgelegt werden, um tatsächlich schwimmen zu können. In Albufeira kann man theoretisch zwei Wochen verbringen, ohne Hotelanlage und Strand verlassen zu müssen. Wer es dennoch tut, bekommt einen schönen Einblick ins Leben vor Ort. Eine lange Rolltreppe führt vom Strand Praia dos Pescadores oder

vom Strand Praia do Peneco in die Altstadt, Cerro da Vila. Die vielen Gässchen und Lädchen sind absolut sehenswert. Auch rund um den Hafen lässt es  sich gut flanieren.

 

Wer etwas ruhiger baden will, nimmt nicht die beiden Hauptstrände direkt an der Altstadt, sondern den etwas abgelegeneren Praia dos Aveiros. Dort finden sich herrliche Felsformationen, an denen bei Ebbe auch allerlei kleines Meeresgetier hängen bleibt.


Lissabon

Wer Lissabon erkunden will, nimmt die Straßenbahnlinie 28E, die sich durch die engen und steilen Gassen der Altstadt schlängelt und dabei ein sehr putziges Bild abgibt. An vielen Stellen gibt es einen schönen Ausblick über die Stadt, etwa kurz vor der Haltestelle am Castelo de Sao Jorge, doch dazu gleich mehr.

 

Das Leben in Lissabon spielt sich rund um Baixa, dem Zentrum, ab. Da die Stadt auf sieben Hügeln gebaut ist, geht es ständig bergauf und bergab, eine gute Kondition ist also vor allem in den heißen Sommermonaten gefragt. Von vielen Stellen aus ist die Catedral Sé zu sehen, die an einem der Hügel errichtet wurde und im Stadtviertel Alfama liegt, in dem sich eine Menge Sehenswürdigkeiten wie die Barockkirche Igreja de Santa Engráci befinden. Die Rua Augusta führt von Baixa über den Praca do Comercio zum Ufer des Tejo, an dem sich herrlich flanieren lässt. Selbst auf den zahlreichen Treppen finden sich immer wieder Restaurants und Cafés, allerdings gilt es aufzupassen. Wer sich an den Tisch setzt, bekommt ungefragt eine kleine Vorspeisenplatte, die oft teurer als die gesamte Mahlzeit ist. Wem irgendwann die Waden schmerzen, kann auch eine der drei Standseilbahnen nutzen, die Unter- und Oberstadt verbinden.

 

Einen tollen Ausblick gewährt die Festungsanlage und Burgruine Castelo de Sao Jorge, die von der Linie 28 angefahren wird. Für 8,50 Euro lässt sich die Burg erkunden. Der Ausblick ist die Reise auf jeden Fall wert.

 

Im Westen der Stadt liegt das Viertel Belem, das noch viele alte Bauwerke beheimatet. Der Sightseeing-Bus fährt Belem an. Zu sehen gibt es etwa das pompöse und beeindruckende Weltkulturerbe Mosteiro des Jeronimos – in der Kirche ist unter anderem Vasco da Gama begraben. Außerdem liegt der Torre de Belem direkt am Tejo. Im Palacio Nacional de Belem hat der portugiesische Präsident seinen Sitz.

 

Ein Kontrast hierzu ist das Viertel Parque das Nacoes. Auf dem ehemaligen Gelände der Expo 1998 sind viele moderne Bauten entstanden, wie der Torre Vasco da Gama. Der Bahnhof Lissabon-Oriente ist sowas wie der Hauptbahnhof der Stadt.

 

Auf jeden Fall sollte man sich bei der Entdeckungstour nicht ganz verausgaben, denn es wartet noch ein ganz besonderes Highlight: Das tägliche Nachtleben von Bairro Alto. In den engen kleinen Gässchen reiht sich eine Bar an die andere. Zumindest, wenn man die Läden Bars nennen möchte. Häufig handelt es sich nur um ein Zimmer eines Hauses, an einem kleinen Tresen gibt es Mojito, Caipirinha und Bier zu kaufen, getrunken wird auf der Straße im Stehen. Um 2 oder 3 Uhr morgens wird dann weitergezogen in die Discos.

 

Zum Essen unbedingt grünen Wein probieren! 


Porto

Porto hat mein Herz im Sturm erobert. Selten habe ich mich in einer Stadt vom ersten Moment an so zufrieden und glücklich gefühlt wie in Porto. Zunächst ist Porto einfach wahnsinnig hübsch, mit den vielen Barockbauten und Hügeln und dem Wasser des Douro und den darauf schaukelnden Rabelos.

 

Die Altstadt ist unter dem Namen Ribeira bekannt, es ist also sehr gut zu Fuß erreichbar. Dominiert wird das Bild der Altstadt vom Torre dos Clerigos. Für 3 Euro lässt sich die höchste Kirche Portugals (76 Meter) mit ihren 225 Stufen erklimmen – der Blick reicht über den Douro hinweg auf die andere Uferseite bis hin zum Atlantik. Die Catedral Sé do Porto ist ebenfalls fast immer zu sehen, sie liegt ebenfalls auf einem Hügel. Besonders sind die Azulejos, kleine bemalte Kacheln, am rechten Seitenschiff. Die gibt es übrigens öfter in der Stadt verteilt zu sehen, etwa an der Igreja do Carmo oder am Bahnhof Estação de São Bento. Weitere sehenswerte Gebäude in der Altstadt sind das Rathaus (Pacos de Concelho), der Platz Praca da Liberdade und der Palacio da Bolsa, der Börsenpalast.

 

Zwei Dinge stehen quasi auf der Must-Do-Liste in Porto. Zum einen eine Portwein-Führung. Die Weinkeller befinden sich direkt am Ufer des Douro, auf der gegenüberliegenden Seite der Altstadt. Wir haben die Tour leider verpasst, weil eine Voranmeldung vor allem zur Hauptsaison gefragt ist. Also vorher schlau machen! Eine Fahrt auf dem Douro ist ebenso empfehlenswert. Wir haben die typische Touristenstrecke 6-Brücken-Bootsfahrt gemacht, die sich aber absolut gelohnt hat. Der Blick auf die beiden Seiten der Stadt bis hin zur Mündung des Douro in den Atlantik ist absolut faszinierend. Die rund einstündige Tour kostet 12,50 Euro, die Tickets lassen sich direkt vor Ort kaufen.


Packliste:

  • festes Schuhwerk
  • Sonnenschutz

 

Mitbringen: Grünen Wein!

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