Costa Rica



Costa Rica war für mich immer dieses tropische, grüne Paradies. Und genau wie erträumt hat  es sich auch verhalten. Ich war im November 2016 für einen Monat in Panama City und Costa Rica, vor allem in den Nationalparks und an Stränden. Vor allem in Tortuguero, diesen kleinen Nationalpark in der Karibik, mit seinen zahlreichen Kanälen, hat es mir angetan. Auch wenn Costa Rica nicht gerade günstig ist, ist es die Reise absolut wert.


Rund um Monteverde

Monteverde Nationalpark

Das Navi zeigte noch rund 20 Kilometer und 2 Stunden Fahrzeit an - wir dachten erst, dass das wohl nicht sein kann, kann es aber. Denn die Piste hoch nach Monteverde ist eine schlechte, enge Schotterpiste mit Steinen, Staub, Schlaglöchern  und Gegenverkehr. Deshalb auf jeden Fall Zeit einplanen. Dafür bieten sich tolle Ausblicke auf das Tal, auf die Lagune Arenal und die umliegende Landschaft. An einigen Stellen ist es auch möglich, mit dem Auto kurz anzuhalten, um Fotos zu machen.

 

Monteverde ist der größte Nebelwald und wahnsinnig beeindruckend. Der Wald liegt auf bis zu 1700 Metern Höhe, sodass es tatsächlich frisch wird. Außerdem ist es permanent feuch - was ein Nebelwald wohl so an sich hat. Monteverde lässt sich zu Fuß erkunden, das Auto wird auf dem großen Parkplatz abgestellt. Es gibt ein paar steilere Wege, allerdings ist alles gut mit Wanderschuhen zu erklimmen. Ein Highlight ist definitiv die Hängebrücke, von der aus sich ein toller Blick auf die Baumspitzen zeigt. Leider hatten wir etwas Pech mit den Tieren. Wir haben nur relativ wenig gesehen. Dafür war der Blick in die Pflanzenwelt faszinierend. Ich fühlte mich wie im Dschungelbuch, überall Linianen, Äste, Zweige. Die Aussichtsplattformen bieten ebenfalls tolle Ausblicke über die schiere Weite der Wälder.

 

Für den Nationalpark Monteverde sollte man ein paar Stunden einplanen. Allerdings sind Klima und Wanderung dann irgendwann doch recht anstrengend. Am Parkeingang gibt es ein nettes kleines Cafe, an dem sich zahlreiche Kolibris versammeln, da sie dort Futter finden. Die kleinen Vögel schlagen ihre Flügel so schnell, dass man oft nicht einmal erkennt, dass es ein Vogel ist. Da rund um Monteverde alles auf Natur ausgelegt ist, gibt es auch angrenzend nette Reserves und Parks, Curi Cancha und Bajo del Tigre, die ich weiter unten beschrieben habe.

 

 

Gesehene Tiere:

- Nasenbär

- Aguti

- Schlange

- Blauer Morphofalter

Curi Cancha

Curi Cancha ist ein kleines Reservat, das an den Nationalpark Monteverde grenzt. Dort leben daher auch die gleichen Tiere wie in Monteverde direkt, es ist allerdings ein privates Projekt. Es war einer meiner schönsten Park-Erlebnisse, weil die Wege auch wunderschön sind. Es gibt verschiedene Rundwege und am Eingang bekommt man eine Karte mit den jeweiligen Namen und Routen.

 

Ich hatte etwa drei Stunden bis zur Schließung und wollte diese auch nutzen. Ich nahm unter anderem auch den Puma-Trail, der tiefer in den Wald reinführt, allerdings war der Weg sehr holprig und da ich alleine unterwegs war, war es bisweilen etwas unheimlich. Vor allem, wenn Agutis durchs Untergehölz huschten und es knackte, ohne, dass man etwas sehen konnte, war es spooky. Ich habe auf dem gesamten Trail keine andere Person getroffen und war daher fast ein wenig beruhigt, als ich wieder in den etwas zentraleren Gegenden unterwegs war.

 

Schön fand ich auch den Manga Trail am Cuecha River entlang. Dort hört man außer dem Wasserbrausen nichts und so erschrak dann auch ein kleiner Nasenbär sehr, als ich plötzlich vor ihm stand. Das war eine der schönsten Tierszenen, die ich in Costa Rica erlebt habe. Ein weiterer Nasenbär hat in der Resting Area ein wenig umgegraben.

 

Obwohl ich auch im Curi Cancha etwas Unglück hatte mit nur wenigen Tiersichtungen, fand ich den Park doch sehr schön und würde jederzeit wiederkommen. Neben dem Erkunden des Parks auf eigene Faust, kann man auch verschiedene Touren machen, etwa eine Nacht-Wanderung.

 

Gesehene Tiere:

- Nasenbären

- Weißkapuziner

- Agutis

- Blauer Morphofalter

Bajo del Tigre

Im Bajo del Tigre sind wir gelandet, weil es sich laut unserem Reiseführer um ein Jaguarschutzgebiet handelt. An dem kleinen, privaten Park angekommen, stellte sich allerdings schnell heraus, dass dem nicht so ist. Der letzte Jaguar wurde hier vor einigen Jahrzehnten getötet. Der Park eignet sich vor allem für Familien mit Kindern, da die Wege leicht begehbar sind und die Rundwege kurz gehalten sind, sodass es nicht langweilig wird für die kleinen. Außerdem gibt es einige Entdeckungsstationen für Kinder.

 

Durch den Park führen verschiedene Wege, an einigen Stellen sind Infoposten. Man kann dann im Faltblatt, das man beim Ticketkauf bekommt, nachlesen, was es dort auf sich hat: spezielle Pflanzen oder Tiere oder geschichtliche Ereignisse. Durch den Eintritt hat man 24 Stunden Zugang zum Park und kann auch an einer Nacht-Wanderung teilnehmen.

 

Gesehene Tiere:

- Totenkopfaffen

- Agutis

Selvatura Park

Der Selvatura-Park ist eine große Anlage mit allerlei Action-Möglichkeiten wie Canopy, einem Hängebrückenpark und kleineren Tiergehegen wie Terrarium und Schmetterlinghaus. Wir waren in dem Park, um die Hängebrücken zu erkunden, was mit 35 Dollar Eintritt pro Person nicht ganz billig war. Wir waren zur Nebensaison da, deshalb konnten wir auch ohne Vorbestellung hin. Man geht über insgesamt zehn Brücken auf drei Kilometern durch den Regenwald, die Tour heißt auch "Tree Top Walk". Leider haben wir dabei keine Tiere gesehen und waren durch die Pflanzenwelt, die wir zuvor schon gesehen haben, auch nicht mehr ganz so fasziniert. Auch wenn es auf jeden Fall ein Erlebnis war, würde ich das Geld beim nächsten Mal auf jeden Fall anderweitig ausgeben.

Santa Elena

Ausgangspunkt für die meisten Touren ist der Ort Santa Elena auf einem Berggipfel. Wir haben dort im Hotel Montana, einem nicht ganz so großen und eher in die Jahre gekommenen Hotel, das vor allem durch seine tolle Aussicht besticht. Santa Elena ist komplett auf Tourismus ausgelegt, man findet hier allerlei Anbieter für Naturabenteuer, etwa Guided Night Walks, den Fledermaus-Dschungel (The Bat Jungle) oder die Schmetterlings Farm (Butterfly Gardens). Santa Elena hat auch eine gute Infrastruktur, was Cafés und Restaurants angeht. Sehr schön ist das "Choco" an der Hauptstraße, dort gibt es nicht nur allerlei mit Schokolade, sondern auch leckere Kaffees. Auch das "Orchid Café" ist süß für die Mittagsstunden. Lecker Abendessen hatten wir in der mexikanischen Imbissbude, die direkt an einem Hostel liegt, "Taco Taco Taqueria". Generell lohnt es sich, in den Sodas einzukehren, weil sie zum einen authentisch, zum anderen aber auch die Restaurants ziemlich teuer sind.


Rund um Manuel Antonio

Crocodile Bridge

Wer über die Carretera 34 nach Quepos oder Richtung Manuel Antonio reist, sollte auf jeden Fall an der sogenannten Crocodile Bridge Halt machen. Sie liegt am Rande des Nationalparks Carara, wo die Straße 34 den Fluss Rio Tarcoles quert. Auf beiden Seiten der Brücke gibt es Lodges, Souvenirshops und Cafés, sodass man den Ort nicht verfehlen kann. Ein Stopp lohnt sich auf jeden Fall. Man stellt das Auto ab, was durch die Parkwächter ein paar Cent kostet, und geht dann zu Fuß auf die Brücke. Von fast überall aus kann man riesige Krokodile sehen, die sich am Flussbett sonnen, dazu gesellen sich Leguane und allerlei Vögel. Es ist auf jeden Fall beeindruckend, so mitten in der Natur und gleichzeitig mitten auf der Schnellstraße. Die Cafés und Bars drum herum sind natürlich nicht allzu günstig, aber für eine kleine Rast ist es schon in Ordnung. Wir sind im Restaurante Los Cocodrilos eingekehrt. An der Brücke starten übrigens auch einige Naturunternehmungen und Canopy-Touren.

 

Manuel Antonio Nationalpark

Der  Nationalpark Manuel Antonio liegt wunderschön am Pazifik, von Traumstränden umgeben. Schon kurz vor dem Eingang winken einen Parkwächter, die nicht nur Parktickets ausstellen, sondern einem auch einreden, dass man unbedingt einen Tourguide braucht. Das tut man nicht! Daher lieber selbst losziehen - wer mit Guide gehen möchte, kann auch direkt an der Kasse nach einem fragen, bzw. dort welche finden.

 

Die Wege sind sehr gut ausgebaut und beschildert. Wir haben uns zwei Tage Zeit genommen, um den Park zu entdecken, wobei auch ein Tag gereicht hätte. Es gibt einen schönen, aber anstrengenden Wanderweg zu einem Wasserfall. Dort haben wir dann auch unser erstes Faultier am Baum hängen sehen.  Es gibt auch den "Sloth Trail", auf dem man sehr häufig Faultiere zu Gesicht bekommt. Wir trafen dort eine Mutter mit zwei Babys. Der Trail ist ein Holzsteg, unter dem sich etwa zahlreiche rote Krabben befinden. Außerdem springen hin und wieder Weißkapuzineräffchen über dem Kopf hinweg. Vorsicht: Manchmal werfen sie auch mit Stöcken.

 

Es gibt noch eine Wanderung zu verschiedenen Aussichtspunkten - und Aussichtspunkte sind immer mit Anstrengung verbunden, da es ziemlich nach oben geht. Bei einer derartigen Luftfeuchtigkeit wirklich anstrengend. Dafür wird man unterwegs entschädigt. So stand etwa plötzlich eine Gruppe Weißkapuzineräffchen mitten auf dem Wanderweg. Die Tiere hatten gar keine Scheu und schauten neugierig und machten auch keine Anstalten, wegzugehen. So hatten wir lange Zeit, die Äffchen zu beobachten.

 

Am Strand hingegen trifft man regelmäßige Diebe. Allerdings tierische Diebe. Dort zeigen sich nämlich nicht nur Weißkapuzineräffchen und Faultiere (die nicht klauen, im Gegensatz zu den anderen beiden Arten), sondern auch freche Waschbären. Waschbären und Äffchen wissen, wie sie Rucksäcke öffnen und man sollte seine Sachen auf jeden Fall sehr gut schützen, wenn man ins Wasser geht, da die Tiere schnell und dreist sind. Häufig ließen sie sich nur mit Holzstöcken vertreiben. Es gibt übrigens außer den tollen Stränden innerhalb des Nationalparks auch noch einige davor. Sie sind daher ohne Zutrittsgebühr nutzbar, etwa die Playa Playita oder die Playa Espadilla.

 

Eigentlich ist Manuel Antonio auch bekannt für vorgelagerte Inseln und dass man dort schnorcheln kann. Wir hatten allerdings etwas Pech, denn die Strömung war so stark, dass man quasi nichts gesehen hat. Dafür konnten wir dann nach der anstrengenden Wanderung am Nachmittag faul am schneeweißen Sandstrand liegen, umgeben von Urwald und Tieren und zur Abkühlung im warmen Wasser plantschen.

 

Gesehene Tiere:

- Faultier

- Weißkapuzineräffchen

- Mantelbrüllaffe

- Totenkopfäffchen

- Waschbär

- Aguti

- Papagei / Ara

Ausgangspunkt war für uns Quepos, rund sieben Kilometer vom Parkeingang entfernt, wo wir in der Villa Romantica untergekommen sind, einem süßen, aber in die Jahre gekommenen Lodge mit Pool. Dort wurden wir auch direkt mit einem Faultier am Baum überrascht. Quepos an sich ist nicht besonders sehenswert und dient vor allem als Nachtlager für den Manuel Antonio NP. In Quepos selbst gibt es einen neuen schönen Hafen, dort kann man auch nett am Boulevard entlang spazieren. Lecker gegessen haben wir im "El Gran Escape", wo unter anderem frischer Fisch serviert ist. Wer mobil ist, sollte abends auf jeden Fall einmal das Restaurant "El Avion" ausprobieren, das in der Kleinstadt Manuel Antonio liegt. Es handelt sich dabei um ein ausrangiertes CIA-Flugzeug, in dem eine Bar eröffnet hat. Das dazu gehörige Restaurant ist auf einer Terrasse dahinter untergebracht. Wir haben dort nicht nur wahnsinnig gute Burger gegessen, der Schokokuchen, den ich als Desert hatte, war die beste Speise im gesamten Urlaub!


Tortuguero

Der Nationalpark Tortuguero liegt an der nördlichen Karibikküste und ist nur per Boot oder Flugzeug zu erreichen. Für mich war Tortuguero der vielleicht schönste Ort meiner Reise nach Costa Rica.

 

Mit dem Auto dauert die Fahrt von San José aus etwa drei Stunden, die letzten rund 20 Kilometer sind eine einzige Schotterpiste. Der Weg führt über die Straße 32 zunächst nach Guápiles. Unterwegs könnt ihr am Ende des Nationalparks Braulio Carrillo an einer Brücke halten, dort fließen der klare Gebirgsfluss Rio Honduras und der gelbe Fluss Rio Sucio zusammen - ein tolles Farbenspiel! Kurz hinter der Brücke ist in jeder Fahrtrichtung eine kleine Haltebucht. Die Verkehrssituation ist allerdings nicht ganz ungefährlich, daher Obacht vor den Autos und vor allem vor den Lastwagen.

 

Weiter führt die kleinere Straße 247 nach Cariari, von dort aus geht es weiter auf der Schotterpiste zur Rancho La Pavona (hat sogar einen Eintrag bei Google Maps, allerdings ist sie inzwischen etwa zwei Kilometer weiter gezogen, ist ausgeschildert). Dort gibt es einen Parkplatz, wo das Auto für zehn Dollar pro Nacht abgestellt werden kann. Direkt bei La Pavona legt das Boot nach Tortuguero ab. Manche Lodges haben eigene Boote, die ihre Gäste selbst abholen. Alle anderen können mit dem Shuttle (drei Dollar pro Person, zwei Dollar pro Gepäckstück) fahren, das viermal täglich von La Pavona nach Tortuguero fährt und unterwegs an den Lodges der Passagiere an Bord hält. Wir hatten etwa eine Stunde in La Pavona und warteten in dem kleinen Restaurant, das recht teuer war. Tipp: Nicht direkt Touren buchen bei den Betreibern der Shuttleboote. Verschafft euch lieber erst einen Überblick, was eure Lodge bietet und was es im Ort so gibt.

 

Nach einer guten Stunde Bootsfahrt kamen wir in der süßen Carribbean Paradise Eco Lodge an, die von dem deutschen Auswanderer Bernd geleitet wird, gewohnt. Da wir in der Nebensaison (November) dort waren, hatten wir die gesamte Anlage für uns. Wir hatten eine schöne, etwas in die Jahre gekommene Holzhütte, dazu gab es einen Pool und einige Aufenthaltsbereiche etwa direkt am Kanal. Dort lagen wir in den Hängematten und haben Kaimane und Delfine beobachtet, während über unseren Köpfen an den Decken Fledermäuse hingen. Zur Lodge gehört ein kleiner Wanderweg im Urwald, der rund anderthalb Kilometer lang ist. Wer Pfeilgiftfrösche sehen will, sollte dort unbedingt langgehen!

 

Wer nach Tortuguero fährt, möchte vor allem Schildkröten sehen. Wir kamen Anfang November und somit kurz nach der Eiablage-Zeit der Grünen Meeresschildkröte. Es wurden zwar noch Touren angeboten, die Chancen lagen aber bei unter 30 Prozent, doch noch eine zu entdecken. Dagegen ist die Zeit nach der Eiablage die Zeit, in der die kleinen Schildis schlüpfen. Und so machten wir eine Tour mit einem zertifizierten Guide an den Karibikstrand, der zwei Nester aufgespürt hat. Rund 100 Schildkröten finden sich pro Nest. Sie haben erst geschlafen, sind dann munterer geworden und schließlich liefen sie allesamt ins Meer. Das war sicherlich ein ganz großes Highlight unserer Costa-Rica-Reise! Eine Tour kostet pro Nase rund 35 Dollar, dafür wissen die Guides aber auch, wo die Nester liegen und welche soweit sind, dass die Schildis schlüpfen sollten (da sie ja auch bei der Eiablage dabei sind). Mehr zu dem Thema lest ihr auch in meinem Blog-Beitrag zum großen Schlüpfen.

 

Wer den Urwald von Tortuguero erkunden möchte, kann das einerseits auf einem kleinen Rundweg tun, der circa zwei Kilometer durch den Nationalpark führt (wobei wir uns verlaufen haben und erst nach rund fünf Kilometern wieder raus kamen - das sollte eigentlich aber nicht möglich sein, weil der Zugang zum Strand wegen der Schildkröten eigentlich nicht einfach so möglich ist). Außerdem ist Tortuguero ja umgegeben von Wasser, der Park verteilt sich auf viele kleine Inseln, daher eignet sich auch eine Kajak-Safari. Es gibt Angebote per Boot, es gibt Angebote, im Kanu herumgefahren zu werden oder welche zum selbst Paddeln. Wir waren sportlich unterwegs und es war einfach wundervoll, weil es doch sehr im Einklang mit der Natur ist. Und vom Wasser aus, im kleinen Kajak sitzend,  wirken Leguane, Eulen und Affen noch viel größer. Der Eintritt in den Nationalpark kostet pro Tag 14 Dollar, deshalb lohnt es sich, eine Bootsfahrt und den Wanderweg zu kombinieren. Wir waren morgens paddeln (30 Dollar pro Person) und nachmittags sind wir zwei Stunden durch den Park gewandert.

 

Der Eingang zum Nationalpark Tortuguero liegt am Ende der Hauptstraße im Dorf Tortuguero, das ebenfalls nur mit dem Boot erreichbar ist. Es gibt Boot-Taxis von allen Lodges ins Dorf, wo vor allem Restaurants, Geschäfte und Lokale angesiedelt sind. Bei Soda "Pollo Fritto" gibt es super leckre Tacos! Viel mehr als ein Spaziergang durch das schnuckelige Dorf, das stark an alte Künstlerdörfer erinnert, ist in Tortuguero aber nicht zu sehen.

 

Wer noch ein wenig Action haben möchte, kann inzwischen auch in Tortuguero Canopy machen, sich also an Seilen von Baumwipfel zu Baumwipfel fliegen lassen. Anders als in beispielsweise Monteverde sind die Bäume nicht ganz so hoch, aber dennoch spektakulär. Eine Tour hat 30 Dollar gekostet und es war ein absolutes tolles Erlebnis!

 

Gesehene Tiere:

- Grüne Meeresschildkröte

- Bauchstreifen-Erdschildkröte

- Grüner Leguan

- Krokodilkaiman

- Tukan

- Eule

- Geier- Verschiedene Reiher (zum Beispiel Tigerreiher, Schmuckreiher und Blaureiher)

- Klammeraffe

- Pfeilgiftfrosch

- Delfin

- Fledermaus

- Blauer Morphofalter


Nicoya-Halbinsel

Reserva Natural Cabo Blanco

Cabo Blanco war im Jahr 1963 der erste geschützte Park Costa Ricas und liegt am Südwest-Zipfel von der Halbinsel Nicoya. Die Anfahrt ist nur über eine Schotterpiste möglich, die bisweilen sehr abenteuerlich ist. Von Montezuma aus ist der Parkeingang nur gut zwölf Kilometer entfernt (ist auch ausgeschildert), allerdings dauert die Fahrt gut 45 Minuten.

 

Da der Park etwas abseits der üblichen Touristengebiete liegt, war zumindest zu meinem Besuch nicht sonderlich viel los. Die Vegetation ist beeindruckend, da das Klima den Pflanzenwuchs fördert. So findet man tropischen Trockenwald und einen saftig grünen Regenwald vor - insgesamt wachsen hier mehr als 150 verschiedene Bäume. Es gibt mehrere Wanderstrecken, der kürzeste Rundweg ist etwa zweieinhalb Kilometer lang, allerdings sollte man gut eine Stunde dafür einplanen. Eine weitere Tour führt gut vier Kilometer an der Küste entlang, allerdings sind dabei einige Steigungen zu überwinden. Daher sollte man sich nur frühzeitig und in guter Kondition auf den Weg machen. Auch sind einige der Wege nicht ganz so gut ausgebaut.

 

Zum Cabo Blanco gehört auch ein etwa gleichgroßes Meeresreservat, in dem zahlreiche Tiere leben. An Land gibt es allerlei Tiere zu sehen, allerdings haben die sich zu meiner Zeit leider versteckt. Ich hatte die Hoffnung, doch noch einen Ameisenbär zu finden, letztendlich habe ich allerdings in den gesamten drei Stunden vor Ort nur zwei Agutis und ein Rotwild gesehen, was für mich doch etwas enttäuschend war. In keinem anderen Park habe ich so wenige Tiere gesehen. Beheimatet sind hier auch Wildschweine, Faultiere, Waschbären, Gürteltiere, Ozelots und Affen. Das Geschrei der Brüllaffen hat mich immerhin die gesamte Zeit begleitet.

 

Gesehene Tiere:

- Aguti

- Rotwild

Curu Wildlife Reserve

In Curu hatte ich wahrscheinlich die geringsten Erwartungen, aber einen der schönsten Dschungel-Tage überhaupt. Curu liegt etwas abseits im Südosten der Halbinsel Nicoya und ist ein Naturreservat, das aus einem Bauernhof hervorgeht. Viele kommen nur hier her, weil die Boote nach Tortuga Island übersetzen, einer wunderschönen kleinen Insel.

 

Curu ist nicht nur Heimat für 232 Vogelarten, sondern auch für etliche Pflanzenarten und weitere Tiere. Zu sehen gibt es etwa Krokodile in den Mangroven und Buchten. Der Trail Finca de Monos führt etwa über eine der Buchten, den Rio Curu, - über eine sehr abenteuerliche Brücke, die Holzkonstruktion ist nämlich eingestürzt und man muss sich etwas schwierig entlang hangeln. Ich dachte erst, dass das niemals der richtige Übergang des Trails sein kann, aber es war der richtige Weg, denn auch von der anderen Seite des Rundgangs landete ich dort. Zum Glück war ein Guide mit einer Gruppe unterwegs und wartete dann auch, bis ich die Brücke passiert hatte.

Schon am Parkplatz machte ich Bekanntschaft mit einem kleinen, verpeilten Nasenbär, der neugierig alles erkundete. Nur ein paar Schritte weiter raschelte es in den Baumkronen und ich entdeckte eine riesige Gruppe Brüllaffen mit Babys. Das war schon herrlich, da ich sie quasi für mich alleine hatte.

 

An einem gut einzusehenden Platz im Reserve, wo drei Wanderwege aufeinander treffen, hingen zwei Klammeraffen in einem Baum. Sie waren sehr aktiv und präsentierten sich ganz toll. Sie aßen eine Paprika, die sie geklaut hatten, spielten und ärgerten sich und zogen nach einer halben Stunde etwa wieder ab. Bis dahin waren allerdings schon eine Gruppe Weißkapuziner dazu gekommen. Das war einfach sehr amüsant und kurzweilig, den Affen zuzusehen.

 

Die Wege, die nicht die Haupttrassen waren, sind leider in einem bisweilen sehr schlechten Zustand - allerdings war es auch recht windig und nass in den Tagen bevor ich dort hin kam. An den Wegen entlang sieht man immer mal wieder Krebse und Agutis, auch Wild treibt sich einiges herum. Eine Wanderung zur Playa Quesera (Trail Quesera) habe ich schließlich abgebrochen, weil es steil nach oben zu einer Klippe ging - durch den Matsch sank ich allerdings mit jedem Schritt über Knöcheltief in den Boden ein und so war das Fortbewegen sehr schwierig bis nahezu unmöglich.

Man kommt auch öfter bei den Wanderungen an Strandabschnitten vorbei - außerdem kann man in Curu in kleinen Hütten wohnen, allerdings war es auch der mit Abstand dreckigste Park, in dem ich war. Überall lag Müll, aber auch Geäst und Bltter rum, sodass die teils schon sehr tolle Sicht doch stark beeinträchtigt war.

 

Gesehene Tiere:

- Nasenbär

- Weißkapuziner

- Brüllaffe

- Klammeraffe

- Aguti

- Krokodil

- Rotwild

- (Pferde und Kühe)


Rund um La Fortuna

Heiße Quellen

La Fortuna ist sowas wie der Action-Ort in Costa Rica. Hier kann man alles machen, vom Canyoning bis zum Ziplining, darüber erfahrt ihr weiter unten mehr. Genau wie ihr mehr zum Volcan Arenal und der Lagune Arenal erfahrt, die das Bild der Umgebung prägen. In La Fortuna selbst und auf dem Weg vom Nationalpark Volcan Arenal nach La Fortuna gibt es vor allem Hot Springs. Das sind heiße Quellen, die durch die Vulkanaktivitäten entstanden sind. Es gibt sowohl öffentliche Quellen, die man gegen eine nicht geringe Gebühr besuchen kann. Die bekannteste ist wohl dieTabacon Resort & Spa, aber auch Ecotermales, Las Fuentes und Baldi Hot Springs sind öffentliche Thermalbäder mit Pools, Bars, Wellnessangeboten und teilweise Rutschen. Auch viele Hotels haben eigene Quellen. Wir waren im Hotel "Volcano Lodge and Springs", was neben zwei normalen Pools und zwei Whirlpools auch zwei Hot-Spring-Anlagen hatte. Gerade am Abend war das echt nett, mit Blick auf den Vulkan Arenal ein heißes Bad zu nehmen. Und dabei hatten wir an einem Abend auch noch Gesellschaft von zwei Tukanen.

 

La Fortuna

In La Fortuna kann man auch sehr gut essen, am besten und günstigsten geht das in den sogannten Sodas, den lokalen Gaststätten. Beliebt ist vor allem das Soda Viquez, in dem wir auch eingekehrt sind. Das Essen war sehr lecker, nicht sehr teuer, allerdings war das Soda doch recht voll und wenn wir nicht nur zu zweit und zudem zeitig dran gewesen wären, hätten wir wohl keinen Platz bekommen. Den zweiten Abend haben wir im Soda La Hormiga verbracht, ebenfalls sehr gut bewertet. Es hat uns auch dort gut gefallen, allerdings war das Essen im Viquez doch besser. Wer Kaffee mag, sollte auf jeden Fall im Café Red Frog Coffee Roasters vorbeischauen. Roy weiß wirklich alles über Kaffee und macht wundervolle Kreationen, ob warm oder kalt. Dazu gibt es Kleinigkeiten zum Essen.

 

La Fortuna Waterfall

Abgesehen von Vulkan und Lagune ist der La Fortuna Wasserfall ein Besuchermagnet. Mit 15 USD Eintritt ist es nicht gerade ein Schnäppchen, aber dennoch ein schöner Zeitvertreib. Ausgangspunkt für die Tour ist der Parkplatz beim Restaurante Rio Lounge, dort bezahlt man auch den Eintritt. Von einer kleinen Aussichtsplattform kann man den Wasserfall schon von weitem sehen, wie er rund 75 Meter in die Tiefe stürzt, mitten im Urwald. Ein Weg, der zumeist aus steinigen Treppen und Waldweg besteht, führt in rund 20 Minuten an den Fuß des Wasserfalls. Mit Glück turnen ein paar Affen über einem herum, auch Spinnen und Schlangen haben wir gesehen. Wer unten am Pool angekommen ist, zieht seine Badesachen an und wagt sich in den Pool. Das Wasser ist ziemlich kalt, das ist aber nicht das eigentliche Problem: Die Strömung ist durch die Wassermassen sehr stark und wer nicht aufpasst, wird schnell Richtung Wasserfall gezogen. Das ist nicht ganz ungefährlich, hier haben schon mehrere Menschen ihr Leben verloren, weil sie ertrunken sind oder erschlagen wurden. Auch ein wenig abseits ist noch eine kleine Lagune, in der man baden kann.

Natioanlpark Volcán Arenal

Der 1663 Meter hohe Vulkan Arenal prägt das Landschaftsbild rund um die Lagune und La Fortuna. Von fast überall aus hat man einen tollen Blick auf den immer noch aktiven Vulkan, der hin und wieder nachts auch Lava spuckt - seit 1968 tut er das konstant. Östlich des Vulkans liegt La Fortuna, in westliche Richtung erfolgen die Lava-Eruptionen, von dort aus hat man an klaren Tagen (und mit Fernglas) auch durchaus die Möglichkeit, Lava zu entdecken . Der Parkeingang  liegt am Visitor Center, dort bezahlt man 10 US-Dollar Eintritt. Drinnen kann man das Auto auf einem Parkplatz abstellen, dann gibt es zwei Wanderwege, die durch das Gebiet führen. Die Wanderwege sind kurz und auch nicht sehr anstrengend. Da der Vulkan noch aktiv ist, kann man nur alte erkaltete Lavafelder auf der Ostseite erkunden.

 

Dafür gibt es im Park ein paar tolle Pflanzen, etwa einen riesigen Ceibo, unter dem jeder Mensch winzig wirkt. Allerdings führt nur ein Teil des Weges zum Lavafeld durch Wald und Vegetation, da rund um den Vulkan selbst kaum Pflanzen wachsen. Es leben auch ein paar Tiere im Park, etwa Tapire, Schlangen und Rotwild, allerdings haben wir nichts davon gesehen. Die Wanderungen an sich waren nicht wahnsinnig spannend, außer dem riesigen Ceibo haben wir nicht gesehen, was nicht anderswo toller, größer, grüner ist. Allerdings war das herumspazieren auf dem Lavafeld schon ganz cool, der Blick auf die Lagune ist fantastisch. Und die Warnschilder, nicht weiter zu gehen, weil der Vulkan noch aktiv ist, geben dem ganzen eine gespenstische Note. Hoch kommt man natürlich nicht.

 

Nebenan steht übrigens direkt noch ein zweiter Vulkan, der Cerro Chato, der allerdings nicht mehr aktiv ist. Dort hat sich im Krater ein See gebildet, inmitten von bewaldeten Kraterhängen. Man kann dorthin wandern, von der Observatory Lodge aus führen steile und wenig ausgebaute Wanderwege durch tropischen Wald hinauf.

 

Laguna de Arenal

Der Arenal-See ist ein Stausee am Vulkan Arenal, den man auch gut von Monteverde aus sehen kann. Durch den See, der in den 70er Jahren gestaut wurde, wird etwa 60 Prozent der Energie für Costa Rica produziert. Der Staudamm liegt in der Nähe des Eingangs zum Nationalpark Volcán Arenal. Wer mit dem Auto nach La Fortuna kommt, muss automatisch eine ganze Weile am See entlang fahren, was landschaftlich wirklich wunderschön ist. Außerdem leben hier viele Tiere, etwa Affen, Faultiere und Nasenbären, die man mit viel Glück direkt an der Straße sehen kann. Wer Lust auf deutsche Küche / Getränke hat, hält in Nuevo Arenal in der deutschen Bäckerei. Die sind so gut ausgeschildert, dass man sie unmöglich verfehlen kann.

 

Besonders für Angler und Surfer ist der Arenal-See ein gutes Ziel. Durch den vielen Wind auf dem größten Gewässer des Landes, zeigen sich dort zahlreiche Windsurfer. Da im See viele Fische leben, können Angler hier viel Glück haben. An den Stränden kann man zudem baden und spazieren gehen. Auch auf dem Wasser gibt es noch andere Möglichkeiten, etwa Kajakttouren oder Sunset-Cruises. Auch fahren Schnellboote zwischen den beiden Seiten, um Monteverde und La Fortuna miteinander zu verbinden.

Action

La Fortuna ist auch als Action-Hochburg bekannt, überall gibt es etwas zu entdecken. Die meisten Touren kosten allerdings 50 bis 120 Dollar und daher muss gut überlegt sein, was man genau machen möchte. Da ich Canopy bereits in Tortuguero ausprobiert hatte, siehe erstes Foto, (auch in Monteverde, unter anderem im Selvatura Park, gibt es Angebote ab 50 Dollar), wollte ich mich im Canyoning ausprobieren. Das ist auch als Rappeling oder Abseiling bekannt, weil es eigentlich nicht wirklich durch einen Canyon geht, sondern vielmehr seilt man sich von Wasserfällen ab. Ich habe meine Tour über Bike Arenal gebucht, da mein Reisepartner sich für den Tag ein Mountainbike ausgeliehen hat und wir daher für ein paar Stunden getrennte Wege gingen.

 

99 Dollar hat meine Tour gekostet. Es ging zuerst mit dem Auto ins Base Camp, dort haben wir Lunch (Reis, Bohnen und Huhn) gegessen. Danach ging es auf der Ladefläche eines Jeeps tiefer in den Urwald, zum Ausgangspunkt. Dort zogen wir die Helme an und wurden mit den Sicherheitsseilen ausgestattet. Der erste Wasserfall war mit etwa 40 Metern der höchste. Und das war ganz schön aufregend. Man steht oben mit dem Rücken zum Abgrund und soll sich quasi hinunter stürzen. Ich hab etwas Nachhilfe von einem der Tourguides bekommen. Ich habe mich erst etwas langsamer abgeseilt, da die Jungs die Seile aber kontrollieren können, habe ich direkt ein schönes Bad im eiskalten Wasserfall genommen. Insgesamt haben wir vier Wasserfälle, eine Felswand und einen freien Fall durchlaufen und es hat jedes Mal wieder gekribbelt. Und während wir von einem zum anderen Wasserfall liefen, haben wir Schlangen und Spinnen gesehen, die Guides erklärten uns mehr zu den Tieren.

 

Spannend stellten wir uns auch das sogenannte Tubing vor, wo man mit aufgeblasenen Gummireifen durch einen Fluss und Stromschnellen getrieben wird. Allerdings haben wir uns dagegen entschieden, weil die Aktion zwar für nen halben Tag ausgelegt ist, man aber tatsächlich maximal 30 Minuten im Wasser ist. Da waren 50 USD einfach zuv iel. Auch beim Rafting und Quad haben wir verzichtet.

 

Nicht besucht haben wir das Ökozentrum Danaus, das einen Besuch aber wert sein soll. Dort kann man viele Tiere, unter anderem Faultiere, sehen. Ein Guide erklärt mehr zur Flora und Fauna. Vor allem für Kinder ist das Ökozentrum wohl ganz toll. Der Eintritt kostet 15 USD.


San José

San José ist die einzige wirkliche Stadt in Costa Rica, allerdings ist sie nicht besonders sehenswert. San José reicht vollkommen, wenn man etwa auf der Durchreise ist und von der Karibik- and die Pazifikküste fahren möchte. Dafür haben wir dann auch eine Nacht eingelegt. Eigentlich wollten wir noch rund um San José eine Kaffeeplantage besuchen und eine Führung dort machen, aber irgendwie hatten wir doch nicht so wirklich Lust dazu und das Wetter war auch nicht so prickelnd. Aber das ist auf jeden Fall eine der Sachen, die Touristen hier häufig machen.

 

Wir hatten dementsprechend auch nur einen Nachmittag und Abend in San José und sind nur ein wenig durch die Gassen gebummelt. Wir haben uns im Hotel Nuevo Balmoral einquartiert, direkt an der sehr lebhaften Fußgängerzone Avenida Central. Im angrenzenden (öffentlichen) Lokal El Patio Del Balmoral gab es sehr leckere Cocktails, dort haben wir den Abend ausklingen lassen.

 

Man kann sich in den Straßen ein bisschen was anschauen, vor allem einige historische Gebäude, etwa des Nationaltheaters, der Nationalbibliothek und dem Nationalmuseum. Auch die Zentralbank hat hier ihre Räume.  Gemütlich war es auch durch Chinatown, Barrio Chino,  zu schlendern.


Strände

Auch wenn man Costa Rica vor allem mit Natur, Ur-, Regen- und Nebelwald verbindet, so kann man auch wunderbar Strandurlaub dort machen. Denn Costa Rica ist schmal und hat auf der einen Seite karibische Strände, auf der anderen Seite wartet der Pazifik. Natürlich habe ich nicht alle Strände im Land gesehen, aber ein paar Ecken und davon möchte ich euch hier berichten.

 

An der Karibik war ich nur an einem Strand: in Tortuguero. Das ist insofern speziell, als dass der Strand dort fast das gesamte Jahr über gesperrt ist, weil verschiedene Meeresschildkröten zur Eiablage an den Strand kommen. Während dieser Zeit - und bis die Kleinen geschlüpft sind - ist der Strandzutritt nur authorisierten erlaubt. Deshalb braucht man für die Schildkröten-Tour auch einen Guide. Nur in den wenigen Wochen, in denen es keine Eiablage gibt, ist der Strand offen. Er ist noch eher wild und rau, hat aber die typisch karibischen Farben.

 

Wunderschöne Strände gibt es vor und im Nationalpark Manuel Antonio an der Pazifikküste. Die Playa Espadilla zieht sich über mehrere Abschnitte  nördlich des Nationalparks und ist öffentlich zugänglich. Nördlich grenzt die Playa Playitas an. Im Nationalpark ist vor allem die Playa Manuel Antonio sehenswert. Auf dem Weg vom Erkunden der kleinen Halbinsel Punta Catedral kommt man zwangsläufig hier vorbei. Und da man hierhin wandern muss, sieht man nicht ganz so viele Touristen wie am Hauptstrand Playa Espadilla Sur, die sich lange zieht. Man kann wohl auch ganz gut schnorcheln vor den Stränden, allerdings hatten wir Tage mit starker Strömung erwischt, sodass wir unter Wasser eigentlich nur Sand gesehen haben. Etwas abseits liegt die Playa Escondido. Unterwegs beim Wandern finden sich immer wieder kleine Buchten und kleine Strände, etwa die Playa Las Gemelas. Am Strand solltet ihr gut auf eure Sachen aufpassen, Waschbären und Weißkapuzineräffchen wissen genau, wo sie Essen finden und klauen gerne Rucksäcke oder öffnen sie. 

 

Auch die Halbinsel Nicoya finden sich ebenfalls zahlreiche Strände. Unser Hauptquartier hatten wir am Tambor Beach. Der Strand ist zwar sehr schön, aber nicht vergleichbar gewesen mit Manuel Antonio oder Tortuguero. Dafür hatten wir immerzu Besuch von Leguanen am Strand, auch konnten wir etwa ein Tretboot mieten. Waschbären und Papageien waren regelmäßige Besucher und im Wasser hat man ständig Bekanntschaft mit verschiedenen Pelikanen gemacht. Im Herbst kann man hier in der Bucht Wale beobachten. Tambor ist nur über eine kleine nicht asphaltierte Straße in schlechtem Zustand zu erreichen. Dafür ist der Strand wettergeschützt und auch wenn es im Rest von Costa Rica regnet, kann hier gut und gerne die Sonne scheinen. Deshalb verbringen auch viele reiche Einheimische hier ihre Wochenenden und Urlaube.

 

Nicht weit davon entfernt liegt das berühmte Künstlerdorf Montezuma mit einem ähnlichen Strand. Leider habe ich dort überhaupt kein Flair gespürt. Es gibt an jeder Ecke Souvenirläden und Handwerksshops und Restaurants, allerdings ist alles ziemlich teuer und sehr touristisch. Zwar ist an jeder Ecke noch das alternative Lebensgefühl dargestellt, aber inzwischen wirkt der Ort doch durchgentrifiziert. Der Strand ist schön, aber wäre nicht mein Favorit.

 

Auch in einigen der Resorts auf Nicoya gibt es Strände. In Curu ist der Strand schön und wild und original, allerdings findet man hier überall Müll und Äste. An der Playa Curu legen die Boote nach Isla Tortuga ab, was die schönste Insel des Landes sein soll mit wundervollen Stränden. Wetterbedingt haben wir allerdings keinen Ausflug mehr dorthin gemacht. Auch der Nationalpark Cabo Blanco hat Strände. Allerdings ist der Weg zum Reserve so aufwendig, dass wohl keiner nur zum Baden hierhin kommt. Der Nationalpark zieht sich am Pazifik entlang, weshalb es überall Badestellen und Strände gibt.


Entlang der Panamericana

Entlang der Panamericana, der Autobahn 1, gibt es zwei Orte, die unbedingt einen Stopp wert sind.

 

Zum einen an der Stelle, wo die Straße 18 (zur und von der Halbinsel Nicoya kommend) auf die sogenannte Carretera Interamericana trifft. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein kleiner Hof mit Läden und dem Café/Restaurante Mi Finca. Das Essen ist zwar in Ordnung, aber nicht speziell. Speziell ist, dass im Hof Dutzende Aras und Tukane herumfliegen. Sie sitzen in den Bäumen, auf Zäunen oder watscheln über den Hof. Es liegt daran, dass nebenan eine Tierrettungsstation liegt und die geretteten Papageie immer wieder zurück dort hin kehren.

 

Rund 30 Kilometer nördlich, etwas hinter dem Cowboy-Ort Canas, der selbst nicht wirklich spektakulär ist, liegt die Auffangstation Centro de Rescate Las Pumas. Hier leben verschiedene Wildtiere, die illegal gehalten wurden. Laut den Infos dort schätzt man, dass in rund einem Viertel aller Haushalte Costa Ricas illegal Wildtiere gehalten werden, meist Papageie oder Tukane, aber auch Affen bis hin zu Ocelots und Jaguar. Die Gehege sind zwar klein und die Tierstation eher heruntergekommen, aber man erfährt mehr zum Vorleben der Tiere. Der Eintritt ist mit 15USD aber sehr teuer.

 

Unweit von der Stelle, wo man von der Straße 1 zum Centro abbiegt (ist ausgeschildert),  gibt es ein paar schöne Orte für eine Mittagspause, etwa im Tenorio Adventure Zone & Route 1 Restaurant. Dort fließt ein Fluss, es sind allerlei Tiere zu beobachten. Gegenüber, auf der Seite, wo auf die Zufahrt zum Centro liegt, gibt es das Restaurante Rincón Corobici. Dort starten auch allerlei Rafting-Touren sowie Ausfahrten mit Booten zur Tierbeobachtung.

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