Kuba



Anfang 2014 sah ich eine Reportage über Länder, die man binnen fünf Jahren sehen muss, weil sie sich stark wandeln. Kuba belegte den ersten Platz.

 

Havanna ist historisch, dreckig, laut und absolut sehenswert. Im Valle de Viñales wird Tabak angebaut. In den Höhlen der Kalksteinberge, Mogotes, verschanzten sich einst Sklaven. Die Halbinsel Peninsulina de Zapata bietet Flamingos und Krokodilen schutzt zwischen Sümpfen und Lagunen - vor der historischen Kulisse der Schweinebucht. Besonders: In unterirdischen, mit Meerwasser gefüllten Höhlen, den Cenotes, lässt es sich wunderbar baden. Über Cienfuegos (Tour in den Regenwald bei El Nicho) und Trinidad (Tal der Zuckermühlen) ging es nach Santa Clara, der Stadt, die wie keine andere den Che-Guevara-Kult konserviert. Wir haben Kuba mit dem Mietwagen erkundet, das ist allerdings eine ganz eigene Welt, weshalb ich am Ende noch etwas über Mietwagen auf Kuba zusammengeschrieben habe.



Havanna

Eine Reise nach Havanna ist eine nostalgische Reise in die 60er Jahre und unbedingt einen Besuch wert. Durch die ärmlichen Verhältnisse auf Kuba wollen Einheimische mit Touristen arbeiten, dort verdienen sie mit Trinkgeld an einem Tag so viel wie sonst im ganzen Monat. Das führt zu bisweilen bizarren Momenten, so wird man in der Regel alle zwei bis fünf Minuten nach einem Taxi gefragt. Es gibt auch zahlreiche Tricks und Touristenfallen, mit denen Touristen in Bars gelockt werden sollen, wo der Cocktail dann oft dreimal so teuer ist. Eine beliebte Frage ist die nach der Uhrzeit. Man kommt ins Gespräch, der Fragestellende fragt, ob man mit in die Bar kommen will, wo jetzt ganz tolle Livemusik gespielt wird und schwupps kostet der Cuba Libre 8 oder 12 statt 3 CUC.

 

Habana Vieja ist die Altstadt im Norden der Stadt, in der man sehr gut einen Tag verbringen kann, indem man durch die kleinen Gassen schlendert. Auch zahlreiche Museen, etwa das Museo de la Revolucion, und Kirchen wie die Kathedrale sind in der Altstadt zu sehen. Am Ufer am Ende der Stadt ist die Christus-Statue auf der anderen Seite der Bucht zu sehen. Durch die Fußgängerzone und Haupteinkaufsstraße Opisto ist die Altstadt vom Plaza Central aus gut erreichbar. An der Ecke steht auch die Bar El Floridita, in der der Daiquiri erfunden worden sein soll. Ernest Hemingway machte die Bar einst berühmt.

 

Centro Habana ist der zentrale Zeil zwischen der Alt- und der Neustadt. Grenze zur Altstadt ist der Parque Central, an dem sich zahlreiche Hotels befinden. Nebenan liegt das weiße Capitol, ein Abbild des amerikanischen Capitols. Wenige Meter weiter beginnt Barrio Chino/Chinatown, in dem sogar die Straßenschilder auf chinesisch sind. Einen Besuch wert ist das Kulturzentrum Callejon de Hamel, eine kleine Gasse, die vom künstlerischen Kuba geprägt ist. Die Callejon de Hamel ist sehr gut beispielsweise über den weltberühmten Malecón, den Uferweg von der Altstadt bis nach Vedado, erreichbar. Am Malecón brechen immer wieder Wellen, ein nettes Schauspiel für Einheimische wie Touristen, die sich durch das Meerwasser beim Spaziergang erfrischen können.

 

Vedado ist die Neustadt Havannas, in der zahlreiche prunkvolle Bauten wie die Botschaften verschiedener Länder angesiedelt sind. Der Stadtteil ist sehr impressiv und urban, moderne Gebäude und Kultur überwiegen. In der Calle 23 (La Rampa) finden sich einige Treffpunkte wie ein Kino, die berühmte Eisdiele Coppelia aus dem Film "Erdbeer und Schokolade" und das berühmte Hotel Nacional. Die Calle 23 führt quasi direkt zum Cementerio Cristobal Colon, einem riesigen und sehenswerten Friedhof, für den allerdings Eintritt fällig ist. In der Nekropole mit zahlreichen Denkmälern, Galerien, Mausoleen und Grabstätten sind über eine Million Menschen beerdigt. In der Nähe des Friedhofs liegt eine weitere Sehenswürdigkeit: die Plaza de la Revolucion, beziehungsweise heißt der namensgebende Platz eigentlich Plaza de la Revolucion Jose Marti. Hier finden nach wie vor politische Events statt, Fidel Castro hielt hier mehrere Ansprachen ans Volk. Von dort aus sind die an zwei Ministerien abgebildeten Köpfe von Che Guevara und Camilo Cienfuegos zu sehen.


Valle de Vinales

Das Valle de Vinales liegt ganz im Nordwesten der Insel, rund zweieinhalb Stunden von Havanna entfernt, und hat die vielleicht eindrücklichste Landschaft auf Kuba. Bekannt ist die Region für den Tabakanbau, Tabakplantagen reihen sich aneinander. Geprägt ist die Landschaft hingegen von den Mogotes, den Kalksteinbergen mit ihren steilen, grünen Felswänden.

 

Ausgangspunkt unserer zweitägigen Tour (eine Nacht) war das Hotel Los Jazmines (90 CUC im Doppelzimmer mit Halbpension), das auf einer Anhöhe liegt und daher einen wundervollen Ausblick bietet - eigentlich hätte ich den ganzen Tag auf dem Balkon sitzen können (die ersten beiden Bilder unten sind vom Balkon aus entstanden), doch es gibt noch allerlei zu sehen. Am ersten Tag sind wir mit dem Auto zwischen den Mogotes hindurchgefahren. Wir hielten am Mural de la Prehistoria, einem großflächtig bemalten Mogote. Auch von weiter entfernt lässt sich das riesige bunte Gemälde gut betrachten, wer näher ran will, zahlt 3 CUC Eintritt (und kriegt noch ein paar Infos). Bekannt ist die Region auch für die vielen Höhlensysteme, touristisch erschlossen sind die Cueva del Indio, die Cueva de San Miguel und die Caverna de Santo Tomas. Alle kosten zwischen 5 und 10 CUC Eintritt. Wir waren in der Palenque de los Comarrones, einer kleinen und aufgeregten Höhle. Am Eingang und am Ausgang gibt es jeweils eine Bar. In der Höhle versteckten sich einst Sklaven, was die Betreiber der Höhle an vielen Stellen deutlich machen.

 

Wer nach Valle de Vinales reist, sollte auf jeden Fall eine Tour durchs Tal machen, zu Fuß, per Rad oder Pferd. Wir entschieden uns für die Variante zu Fuß, ein Mitarbeiter des Hotels führte uns fünf Stunden lang durch das von seiner roten Erde geprägte Tal, erklärte uns die Pflanzen und Tiere, die dort vorkamen und sprach über das Leben der ärmlichen Bauern. Obligatorisch ist der Besuch auf einer Tabakplantage, immerhin leben fast alle Menschen in der Region vom Tabak. Staatlich reglementiert wird der Samen verstreut, die Pflanzen werden dann wieder ausgegraben und ordentlich in einer Reihe wieder eingepflanzt. Nach dem Ernten werden die Tabakblätter getrocknet und das Nikotin wird entfernt. Schließlich wird die Zigarre mit Honig verklebt, was ihr einen süßlichen Geschmack gibt. Natürlich wird erwartet, dass die Touristen ein paar Zigarren kaufen.


Soroa

Soroa ist ein kleines Städtchen entlang der Autopista A4 zwischen Vinales und Havanna. Ich wollte unbedingt dort einen Stopp einlegen, denn es gibt dort einen großen Wasserfall, unter dem Mann baden kann. Das war schon als Kind ein Traum. Und es war tatsächlich wie im Paradies. Der Wasserfall Salto de Soroa liegt in einem Naturschutzgebiet inmitten des Urwalds und dennoch ist er von der Straße mit einem relativ kurzen Fußmarsch (hohe Luftfeuchtigkeit!) erreichbar. Nach rund zehn Minuten erreicht man den oberen Teil des Wasserfalls, ein weiterer Pfad führt rund 30 Meter in die Tiefe, wo der Wasserfall in kleinen Becken landet. Das Wasser ist kalt und sehr erfrischend, aber die Erfahrung lohnt sich. Wer keine Angst hat, klettert rechts vom Wasserfall an den Felsen entlang zum Wasserfall und kann darunter duschen/baden oder dahinter entlang gehen. Ein Einheimischer verkauft mit einem kleinen mobilen Büdchen Kokosnüsse.

 

Wir haben uns an der Straße ein Casa Particular gesucht, das sind private Pensionen/Ferienwohnungen, die auf ganz Kuba weit verbreitet sind. Eine Nacht kostet im Doppelzimmer 25 CUC, meistens gibt es ein eigenes Badezimmer (meist nur mit kaltem Wasser). Die Nacht war spannend. Abends fiel der Strom aus, sodass wir eher zu Abend essen mussten. Dafür war das Essen frisch zubereitet - das Huhn lief ein paar Minuten vorher noch auf dem Hof rum. Im Hof lagen Kaffeebohnen zum Trocknen aus. Wir hatten eine kleine eigene Hütte, was sich insektentechnisch als etwas schwierig herausstellte, da doch viel Ungeziefer im Zimmer war. Wenn wir das Licht anmachten, konnten wir nicht gleichzeitig das Wasser vom Waschbecken nutzen, da Stromleitung und Wasserleitung zusammen gelegt waren und es sofort zu Stromschlägen kam, wenn beides gleichzeitig in Gebrauch war. Dennoch eine tolle Erfahrung! Und die ganze Nacht lag ein Opa in einer Hängematte vor unserer kleinen Hütte, um auf uns und unser Auto aufzupassen.

 

Unweit von Soroa liegt Las Terrazas, ein Ökoprojekt, bei dem künstlich Terrassen um einen See im Urwald angelegt wurden. Viele Touristen kommen für den tollen Ausblick.


Peninsulina de Zapata

Die Halbinsel ist weltbekannt, beziehungsweise einer der Buchten: die Schweinebucht. Peninsulina de Zapata ist auf jeden Fall einen Besuch wert, landschaftlich ist die Halbinsel nicht nur sehr abwechslungsreich mit Sümpfen, Mooren, Lagunen und tollen Stränden, sondern auch wunderhübsch.

 

Für uns war der erste Stop in Playa Larga, am südlichen Punkt der Schweinebucht. Auf Empfehlung landeten wir in einem süßen Casa Particular. Da wir erst am Abend ankamen, haben wir noch ein paar Stunden am superhübschen Karibikstrand verbracht - in lauwarmem, türkisblauen Wasser.

Wer in Playa Larga hält, muss die rund 30 Kilometer weite Tour zur Laguna de las Salinas machen, die Zapata-Sümpfe ereignen sich bestens zur Flamingo-Beobachtung. Der Eintritt in den Nationalpark ist nur mit einem Guide gestattet, den kann man für 10 CUC (plus 10 CUC pro Person Eintritt in den Nationalpark) an der Touristeninformation einsammeln, ohne Anmeldung. Unser Guide hatte ein Fernglas dabei. Der Weg (nur im eigenen Auto!) ist wundervoll, er führt durch Urwald, Sümpfe und Lagunen, sehr abwechslungsreich. Durch die Schlaglöcher und bisweilen sehr engen Straßen sollte man mindestens eine Stunde einplanen. An der Straße (es gibt nur eine einzige) sind überall Aussichtspunkte, von wo aus sich Flamingos beobachten lassen. Mit Glück entdeckt man auch Krokodile oder Walrosse.

 

Der typische Weg führt von Playa Larga über Playa Giron (circa eine Stunde) nach Cienfuegoes/Trinidad. Das war auch unsere Route. Entlang der Schweinebucht finden sich ganz wunderbare Abschnitte der Karibik, oft gibt es kleine Treppen, die ins Wasser führen, für die Taucher. Die Ecke ist auf jeden Fall ein großer Taucher-Hotspot. Eine Pause solltet ihr auf jeden Fall bei La Cueva de los Peces, direkt an der Straße zwischen Playa Larga und Playa Giron einlegen. Die Cenote ist einer der traumhaftesten Orte, die ich je gesehen habe. In der Cenote sammelt sich Meerwasser, da die Höhle mit dem rund 100 Meter entfernten Meer in 70 Metern Tiefe verbunden ist. Die Cenote ist mit Meerwasser vollgelaufen, die oberen rund drei Meter sind Süßwasser. Durch die Verbindung zum Meer haben sich allerlei bunte Karibikfische angesammelt. Deshalb unbedingt Schnorchel mitbringen! Auch Tauchtouren sind dort möglich. Touristengruppen stoppen oft nur für ein paar Minuten, um ein paar Krümmel ins Wasser zu werfen, um die Fische zu sehen. Wer ein paar Stunden dort verbringt (es gibt ein kleines Café am Rande, mit Blick auf die Cenote, wo sich gut Mittagspause machen lässt), hat die Cenote auch mal für sich alleine.

 

Playa Giron ist noch sehr geprägt vom historischen Ereignis, der Invasion der Schweinebucht, als 1961 die Exilkubaner hier landeten. Ein Museum erinnert an die Invasion, dazu sind überall Schilder, Panzer und Flugzeuge zu sehen.


Cienfuegos

Cienfuegos ist viel weniger touristisch als das deutlich bekanntere Trinidad, oft sind Touristen nur ein paar Stunden auf der Durchreise von Havanna oder Schweinebucht ins hübsch hergerichtete Trinidad in Cienfuegos. Dabei hat die Gegend viel zu bieten, weshalb wir auch verlängerten und insgesamt drei Nächte in einem wirklich süßen Casa Particular verbrachten. Am Abend unserer Ankunft erkundeten wir die Altstadt, die geprägt ist von den einstigen Villen der Zuckerrohr-Plantagen-Besitzer. Über die Einkaufsstraße Bulevar geht es zum Parque José Martí, um den herum die wichtigsten Gebäude stehen, wie das Museo Provincial, der Triumphbogen, die Kathedrale und das Teatro Tomás Terry. Nur ein paar Meter weiter ist der Hafen der Bahia de Jagua, wo sich fliegende Händler treffen.

 

Ein schöner Spaziergang beginnt im Stadtzentrum und endet im rund vier Kilometer entfernten Zipfel La Punta. Entlang geht es dabei den Paseo El Prado, eine recht große Straße. Auf der Seite zum Meer hin finden sich allerlei tolle und gepflegte Villen, etwa die des Yachtclubs oder den Palacio Azul. Am eindrucksvollsten ist wahrscheinlich der Palacio de Valle, dessen Terrasse es gegen ein paar CUC Eintritt auch zu besichtigen gibt. Angekommen an der La Punta bietet sich ein toller Ausblick auf die Bucht. In dem Park warten schöne Sitzgelegenheiten und ein Barbetrieb. Zurück geht es entweder zu Fuß oder mit dem Velo Taxi.


Topes de Collantes

Früher war der Nationalpark Topes de Collantes, der am besten von Cienfuegos aus zu erreichen ist, mit dem Auto nicht zu erreichen, da die steilen Straßen zu schlecht waren. Deshalb musste man das Auto in Cumanayagua abstellen und dort auf den Lader eines russischen Lastwagens steigen. Heute ist die Route über Cumanayagua noch immer am schnellsten, allerdings lässt sich der Parkplatz von Topes de Collantes (häufig nur als El Nicho bekannt oder ausgeschildert - nach den gleichnamigen Wasserfällen im Park) inzwischen auch selbst erreichen, nach einem etwas holprigen Weg. Gegen Vorlage des Reisepasses (!) und 10 CUC Eintritt, darf der Nationalpark betreten werden - und es lohnt sich absolut, es ist eine der paradiesischsten Gegenden, in denen ich je war.

 

Der Rundweg ist etwa 1,5 Kilometer lang und die von den Kubanern veranschlagten vier Stunden sind ein wenig übertrieben - wir brauchten mit ausgiebigen Badepausen und Mittagessen ziemlich genau vier Stunden. Der Weg führt mal bergauf, mal bergab, hat ein paar nette Passagen, ist aber sehr gut erschlossen. Highlight des Nationalparks ist der riesige Wasserfall El Nicho. Badesachen sollte man einpacken, wenn man sich in einem der drei Naturbecken erfrischen möchte. Schwimmen ist dort erlaubt. Wer sich ins eiskalte Wasser traut, plantscht in einer wundervollen Umgebung, zwischen Urwald-Grün und kleineren Wasserfällen, unter denen es sich baden lässt. Der höchste Punkt gibt eine wunderbare Aussicht auf die Gebirgskette Escambray und den nahegelegenen Stausee Embalse Hanabanilla, durch den die Region mit Wasser versorgt wird. Auf der Aussichtsplattform leben zahlreiche Echsen, die sich bei Angst aufplustern. Sehr lustig anzuschauen.


Trinidad

Trinidad ist nach Havanna und Varadero der Touristen-Hot-Spot. Das Kolonialstädtchen liegt auch sehr hübsch zwischen der Gebirgskette Escambray und der Karibik, allerdings werden zuhauf Touristen in Bussen in die Stadt gekarrt. Rund um den Plaza Mayor sind daher auch alle möglichen Sprachen zu hören. Die gesamte Altstadt ist mit Kopfsteinplaster ausgelegt, ein kleiner Spaziergang durch die alten Gassen lohnt auf jeden Fall. Am Plaza Mayor stehen die bedeutensten Bauten, etwa Museen und Villen und die Kathedrale Iglesia Parroquial de la Santisima Trinidad. Die Stadt ist sehr hübsch, wurde zurecht zum Unesco-Weltkulturerbe ausgerufen. Ein schöner Ausblick gewährt das Areal rund um das Hotel Las Cuevas, in der Nähe befindet sich auch die bei jungen Touristen beliebte Höhlendisco Ayala. Wer es etwas ruhiger mag, kehrt in der Taberna La Canchánchara ein, in der der Cocktail Canchánchara erfunden wurde. Auch heute wird er hier noch serviert.

 

Auch über Trinidad lässt sich der Nationalpark Topes de Collantes gut erreichen, zudem ist die Halbinsel Ancon ein Haupt-Ausflugsziel. Dort gibt es schöne Strände, an denen sich das Schnorcheln lohnt.


Valle de los Ingenios

Im Tal des Zuckerrohrs dreht sich wie der Name schon sagt alles ums Zuckerrohr. Die Gegend, die Unesco-Weltkulturerbe ist, war durch die Ausbeutung von Sklaven einst sehr reich geworden, was sich an zahlreichen Villen in den Kolonialstädten drum herum deutlich zeigt. Einen schönen Ausblick gibt es auf dem Weg von Trinidad ins Valle de los Ingenios, am Mirador de la Loma. Dort gibt es auch eine Bar. Hauptattraktion ist der Torre de Iznaga in Manaca Iznaga, den man nach rund 15 Kilometern auf der Straße aus Trinidad (Nummer 12) erreicht und schon frühzeitig sieht. Der rund 50 Meter hohe Turm wurde gebaut, um die Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen zu beaufsichtigen. Die Stockwerke sind mal rund, mal eckig angelegt, was den Turm sehr markant macht. Gegen 3 CUC darf man ihn besteigen und kann von oben sowohl prächtige Kolonialbauten als auch spärliche Sklaven-Barracken sehen. Das nebenan liegende Kolonialhaus der Familie Iznaga steht offen, dort finden sich neben Café und Shop auch einige interessante Räume. In Manaca Iznaga hat man sich völlig auf den Tourismus eingestellt: Rund um den Torre gibt es eine Art Flohmarkt, zudem wird an jeder Ecke Zuckerrübensirup angeboten.

 

Abseits der Hauptstraße lassen sich ein paar nette kleine Kolonialstädtchen besichtigen, etwa San Pedro, allerdings sind die Straßen so schlecht und mit sehr tiefen Schlaglöchern versehen, dass eine Reise dorthin sehr beschwerlich ist.


Sancti Spiritus & Santa Clara

Auf dem Weg zu unserem vorletzten Stopp Santa Clara haben wir einen Halt in Sancti Spiritus gemacht, einem völlig unterschätzten kleinen Kolonialstädtchen, das wie Cienfuegos und Trinidad durch die Ausbeutung von Sklaven reich wurde. Die Altstadt von Sancti Spiritus ist nur über eine kleine Brücke, die Puente Yayabo, erreichbar. Ausgangspunkt für eine Tour ist etwa die Kathedrale der Stadt, die hellblau leuchtende Iglesia Parroquial Mayor del Espiritu Santo. Die Calle Independencia Sur ist die Einkaufsstraße, daran schließt sich der Parque Serafín Sanchez an, um den herum sich die eindrucksvollsten, hübsch sanierten Villen finden. Sancti Spiritus ist zwar sehr klein, aber einen Besuch - und wenn nur für ein paar Stunden - absolut wert.

 

Santa Clara hingegen ist geprägt vom Volkshelden Che Guevara, der während der kubanischen Revolution in Santa Clara einen entscheidenden Sieg gegen das Batista-Regime erreichte. Der Schlagabtausch gilt als ausschlaggebend für den Rückzug Batistas. Und so dreht sich in Santa Clara, das übrigens auch einen hübschen Hauptplatz, den Parque Vidal hat, alles um Che Guevara, als da wären: das Che Guevara Museum, das über die Revolution erzählt (allerdings hinter unseren Erwartungen blieb, da wenig über den Menschen erzählt wurde), das Monument - einer großen Che-Statue, dem Mausoleum, in dem zahlreiche Gefallene der Revolution begraben sind und in dem auch die Gebeine des in Bolivien getöteten Che Guevara beerdigt sein sollen. Außerdem gibt es das Tren-Blindado-Denkmal und Museum, das an den Überfall der Rebellen auf einen Militär-Zug erinnert, durch den sich die Rebellen schwer bewaffnen konnten.


Jibacoa

Viele Touristen kennen von Kuba nur Varadero, die berüchtigte Halbinsel mit Traumstränden und Massentourismus. Lange Zeit durften Kubaner nicht auf Varadero, außer zum Arbeiten. Die Strände waren tabu. Wer jenseits des Massentourismus Badeurlaub machen will, findet auch andernorts nette Gelegenheiten. Wir waren in Jibacoa im Norden der Insel, zwischen Havanna und Varadero. Dort gibt es drei kleine Hotels, alle maximal zweistöckig gebaut, sodass sie sich wunderbar ins Landschaftsbild einfügen. Über den gesamten Strand hinweg gibt es ein großes Korallenriff, sodass sich nur etwa zehn bis zwanzig Meter ins Wasser gehen lässt, danach ist das Auftreten verboten. Im Hotel gibt es kostenlos Schnorchel zum Leihen - was soll ich sagen, wir haben stundenlang im Wasser verbracht, haben allerlei Fische, Quallen und weitere Meerestiere beobachtet. Das klare, türkise Wasser war lauwarm und ganz wunderbar, um sich stundenlang dort aufzuhalten. Außerdem waren sämtliche Wassersportangebote wie Tretbootfahren, Katamaran-Fahren, Windsurfen, Beachvolleyball und Beachsoccer kostenlos. Leider hatten wir an zwei von sieben Tagen Regen und Wind (Strand war gesperrt), aber Pool und Whirlpool konnten wir dennoch ausgiebig nutzen.


Besonderheiten

Auf einen Mietwagen muss man sich bewerben, deshalb lohnt es, das schon aus Deutschland zu organisieren. Das heißt aber lange noch nicht, dass man auch tatsächlich einen Mietwagen vor Ort bekommt. Wir hatten Glück, der einzige Wagen, der an dem Tag tatsächlich rausging, war unserer. Man bekommt das Auto zwar vollgetankt (zumindest angeblich), gibt es aber leer ab. Damit macht der Kubaner noch ein paar CUC extra Kohle, denn Geld gibt's natürlich nicht zurück. Es gibt kaum Straßenschilder und auch kein GPS, deshalb ist es ratsam, sich vorher Routen rauszusuchen oder einen Atlas mitzunehmen. Eingezeichnete Tankstellen sind nicht immer auch tatsächlich vorhanden. Deshalb solltet ihr tanken, wann immer es geht. Oft haben Tankstellen ganz eigene Öffnungszeiten oder verkaufen nur Benzin an Einheimische oder nur das teure Benzin. An jeder Autobahnzufahrt stehen unter der Brücke Menschen und Militär, das einem das Zeichen gibt, zu stoppen. Auf das Zeichen muss man nicht reagieren. Da nur wenige Kubaner Autos haben und Busse nicht zuverlässig sind und Taxis zu teuer, ist Trampen die übliche Fortbewegungsweise der Kubaner. Das Militär regelt, in welcher Reihenfolge zugestiegen werden kann. Wer jemanden mitnimmt, lässt ihn zum Beispiel an der nächsten Autobahnzufahrt raus, da steigt dann der nächste ein. Man kann nicht einfach jemandem mitnehmen, der an den gleichen Zielort will, was das ganze kompliziert macht. Wer also relativ zügig vorankommen will, sollte nicht anhalten. Die Autobahnen sind oft menschenleer, dafür darf man quasi kreuz und quer fahren. Ist die Tankstelle oder die Raststätte auf der gegenüberliegenden Seite, darf man links abbiegen. Außerdem hat man irgendwann mal begonnen, die Autobahnen zu sanieren und hat mittendrin aufgehört. Deshalb gibt es über hunderte Kilometer Baustellen mit nur drei Spuren in beiden Richtungen - die jeweils äußere ist für den normalen Verkehr und in der Mitte die Überholspur für beide Richtungen. Deshalb an diesen Engstellen besonders aufpassen. Wir wussten beispielsweise nicht, ob die Gegenseite wusste, dass wir auf ihre Fahrbahn geleitet wurden (wie gesagt, Schilder sind Mangelware!).

 

Trinkwasser solltet ihr bei jeder Gelegenheit kaufen, manchmal gibt es eine Knappheit und nur Einheimische bekommen Wasser. Wirkliche Supermärkte gibt es kaum, nur mal in Havanna (mit Rucksack und Handtasche muss man draußen bleiben), deshalb geht man meistens in Shops. 

 

Mitbringen: Der bei uns für 12-13 Euro verkaufte Havanna Rum, kostet auf Kuba in den nicht ganz so touristischen Läden rund 4-5 Euro.

 

Ausreise: Hebt euch pro Person 25 CUC auf, denn die müsst ihr in bar bei der Ausreise am Flughafen bezahlen. Nur mit der Ausreisegebühr darf man das Flugzeug gen Heimat besteigen. Gleichzeitig darf man allerdings keine CUC außer Land bringen, das heißt, es ist sinnvoll, sich das Bargeld gut einzuteilen.


Packliste

  • Schnorchel
  • Badeschuhe (mit denen man ins Wasser kann)
  • Badetuch (für die Cenote notwendig)
  • eventuell Fernglas (für die Flamingos, allerdings haben die Guides oft Ferngläser dabei)
  • Tabletten gegen Durchfall
  • Mückenschutz
  • Autoatlas (es gibt kein GPS auf Kuba und mit Verkehrsschildern ist es auch eher mau!)
  • Kamera

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