Jordanien



Auf einen Blick

Anreise: Direktflüge ab Frankfurt 250 - 300 Euro

Haupt-Reisezeit: April bis Oktober

Temperatur: nachts Frost, tagsüber sehr heiß

Fortbewegung: Mietwagen, lokale Busse

Günstig: Streetfood

Teuer: Mietwagen, Eintritt Petra

Visum: 40 JD (im Jordanpass inklusive)
Jordanpass: Deckt fast alle Eintritte ab, Preis richtet sich nach der Zeit in Petra, ab drei Nächten ist die Gebühr für das Visum inklusive, online kaufen

Eintritte: Eine Übersicht findet ihr hier bei Visit Jordan

 

Meine Reisezeit: 3 Wochen im November 2017

Mein Budget: 2100 Euro / 3 Wochen
Meine Fortbewegung: Mietwagen

Packliste

  • Sonnenschutz
  • Softshell-Jacke
  • Fleecejacke
  • Mütze
  • Wanderschuhe / Trekkingsandalen
  • Schnorchel / Badeschuhe
  • Unterwasser- / Actionkamera
  • leichte, lange Kleidung (Knie und Schulter bedecken)
  • Jordanpass (vorher online kaufen!)


Amman

Amman ist schon deshalb einen Besuch wert, weil es so anders ist als das restliche Jordanien, das ich kennengelernt habe. Amman ist eine Metropole, das Leben pulsiert, überall ist etwas los. Es ist eben recht urban - im Gegensatz zu all dem Wüstenleben drum herum. Es gibt unter anderem mega leckeres Streetfood, wir haben für umgerechnet keinen Euro etwa gegenüber der Grand Husseini Moschee ganz tolle Wraps mit Falafel, Salat und Pommes gegessen. Sehr skurril ist auch die Anordnung der Shops: Es gibt immer komplette Straßenzüge, die sich einem Thema, etwa Beleuchtung oder Büromobiliar, widmen. Da findet sich dann ein Shop neben dem anderen, ohne Abwechslung.

 

Amman hat unfassbar viele Hügel, deshalb ist es bisweilen etwas schwierig, überall zu Fuß hinzugehen. Da wir gut Zeit hatten, um Amman an einem Tag zu erkunden, haben wir uns nur ein Taxi vom Hotel (Le Meridien - es liegt zwar etwas außerhalb des Stadtzentrums, aber es war ein absolut großartiges Hotel mit Innen- und Außenpool, Saunen und großem Whirlpool!) zur Zitadelle gegönnt.

 

Von der Zitadelle sind wir zu Fuß zum Römischen Theater hinunter gelaufen.  Man folgt dem Parkplatz in östliche Richtung, dann gehen rechts Treppen steil hinunter. Auf der Straße Salama Bin Akwa angekommen, gibt es noch einmal einen Aussichtspunkt und es geht weiter kleine Treppen hinunter und man steht kommt dann auf der gegenüber liegenden Straßenseite vom Römischen Theater herau. 


Jerash / Gerassa

Im Gegensatz zu Petra ist Jerash deutlich weniger bekannt, aber doch eine der größten Sehenswürdigkeiten Jordaniens. Aufgrund des Hypes um Petra fand ich Jerash fast spannender zu entdecken. Viele machen Jerash als Tagesausflug aus Amman, das geht auch, zumal es in Gerassa an Übernachtungsmöglichkeiten fehlt.

 

Jerash ist die Altstadt, heute gibt es nur noch Gerassa als eigentliche Stadt. Der Eingang ist etwas versteckt, daher waren wir froh, das Navi zu haben. Es gibt ein neues Visitor Center, dort kann man parken und wird durch eine Halle geschleust, wo allerlei Händler ihre Souvenirs verkaufen wollen. Mit dem Jordanpass hat man auch hier in Jerash freien Eintritt.

 

Beginn ist der Hadriansbogen, das ist der Eingang nach Jerash, wobei die Stadt nie bis dorthin ausgedehnt wurde. Ebenfalls außerhalb der Stadtgrenzen liegt das Hippodrom, wo noch heute Schaukämpfe stattfinden. Jerash selbst beginnt dann mit dem South Gate, wo auch das alte Visitor Center ist. In Jerash selbst sind sehr viele Gebäude noch sehr gut erhalten und ich konnte mir das römische Leben sehr gut vorstellen. So gibt es zwei Theater, einige Tempel, Kirchen, Bögen, Nymphaeum und mit Säulen gesäumte Handelswege. In den alten Kirchen lassen sich auch einige tolle Mosaike bestaunen. Es gibt an den ein oder anderen Gebäuden lokale Guides, die einen in die Keller von Kirchengebäuden etc. führen. Offiziell kostet es nichts, natürlich wollen sie ein Trinkgeld dafür.

 

Das Umfeld von Gerassa ist sehr hübsch anzusehen, weil hier überall Olivenplantagen wachsen und sich überall die dunkelgrünen Bäume den Hängen hochschlängeln. Wir haben bei der Olivenernte zugeschaut und auch selbst welche geerntet, allerdings schmeckten diese grauenvoll bitter. Es gibt rund um Gerasse nur eine Unterkunft, das Olive Branch Hotel, das leider sehr heruntergekommen ist. Der Service war auch eher mangelhaft. Es hatte zwar 30 Grad, der Pool war aber geschlossen, "es ist doch Winter". Auch der Speisesaal war eher Bistro, überall Plastikkram und Sperrmüll in den Ecken. Das Personal sprach kein Englisch, so war die gesamte Verständigung etwas schwierig.

 

In der Nähe von Gerassa liegt auch das Ajloun Forest Reserve, das wir ausgelassen haben. Es handelt sich dabei um ein Naturreservat mit Pflanzen und Tieren. Dort soll es auch nochmal Übernachtungsmöglichkeiten geben.


Al Azraq

Al Azraq steht nicht bei allen Jordanien-Reisenden auf dem Programm. Und das merkt man an vielen Stellen. So sind die Straßenschilder auf einmal nur noch auf Arabisch und dass Grenzen nach Syrien, Irak und Saudi-Arabien ausgeschildert sind, ist auch etwas befremdlich für mich gewesen. In Al Azraq gibt es nur eine Lodge, deshalb haben wir uns auch dort einquartiert: Auf einer Airbase gelegen starten nachts neben dem Fenster die Tornados nach Syrien und Irak. Auch die Bundeswehr ist dort stationiert.

 

Die Stadt an sich hat nicht so viel zu bieten, es gibt ein paar Häuser, ein paar kleine Supermärkte/Kioske und ein paar kleine Restaurants und Cafés. Hin und wieder hängen tote Schafen und Ziegen am Eingang der Lokale, was auch ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Gegessen haben wir im Riyadh Restaurant an der Hauptstraße, wo arabische Küche serviert wird. Auf der Speisekarte steht vor allem Kiloweise Fleisch, man kann aber auch kleinere Portionen haben. Vor allem die Vorspeisen waren mega lecker und auch nicht teuer. Auf die Toilette sollte man allerdings eher nicht.

 

Rund um Al Azraq gibt es drei Sehenswürdigkeiten, für die die Anreise auf jeden Fall lohnt. Zum einen ist da das Qasr Azraq, das Wüstenschloss der Stadt. Die Burg an der Hauptstraße Richtung Irak gelegen, ist aus Basalt gebaut und noch relativ gut erhalten. Die Burg wurde Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet - an einem klugen Ort, immerhin liegt sie an der Oase Azraq, der einzigen Oase in dem weitläufigen Wüstengebiet. Die großen Tore werden gerne von dem Mitarbeiter geöffnet, mit dem Jordanpass ist der Eintritt frei. In der Vorhalle sind im Boden Überreste von einem Gesellschaftsspiel eingeritzt. Man kann die alten Räume innerhalb der quadratischen Mauer betreten, unter anderem das Büro von Lawrence von Arabien, der 1917 von hier aus die arabische Revolte gegen das Osmanische Reich führte. In der Mitte des Areals ist eine alte Moschee.

 

Auf der anderen Seite der Hauptstraße liegen die Azraq Wetlands (ausgeschildert). Wer in der Azraq Lodge übernachtet, hat freien Eintritt, da die Parkverwaltung RSCN auch die Lodge verwaltet. Ansonsten kostet der Eintritt für Touristen 8 JOD. Eigentlich ist die Geschichte des Sumpfgebiets eher traurig. Früher erstreckte es sich über ein riesiges Areal, aber es wurde so viel Wasser für die Menschen abgepumpt, dass es 1992 erstmal komplett austrocknete. Nach Projekten zum Erhalt ist heute ein kleiner Mini-Rest übrig ist. Obwohl es inzwischen zahlreiche Schutzmaßnahmen gibt und man mehr wert auf die Ökologie legt, geht der Wasserspiegel weiter zurück. Außerdem hat man wieder einige Wasserbüffel angesiedelt. Früher lebten in dem Gebiet nicht nur Wasserbüffel, sondern auch Löwen, Nashörner, Gazellen, Antilopen, Flusspferde und Geparde, allerdings wurden sie verdrängt und sind an dem Ort ausgestorben.

 

Zunächst kann man sich im Informationszentrum über das Gebiet und seine Tiere informieren. Dann kann man den rund zwei Kilometer langen Trail gehen, der durch einen Teil der Anlage führt, teils über Holzstege, teils durch Wald und über Wiesen. Es gibt immer wieder tolle Möglichkeiten, Vögel und Frösche zu beobachten. Als wir dort waren, haben sich leider keine Wasserbüffel gezeigt. Dennoch war es einer der schönsten Orte der Reise - schon allein, weil es der einzige wirklich fruchtbare Ort in der Wüste ist. 

 

Man kann auch Fahrradtouren in die Wetlands buchen, was uns allerdings zu teuer war - unter anderem, weil eine Gruppengröße von mindestens vier Leuten vorgeschrieben war und wir damit hätten doppelt zahlen müssen. Organisiert werden die Touren von der Lodge aus.

 

Ebenfalls um ein Projekt von RSCN handelt es sich bei Shaumari Wildlife Reserve, das etwas außerhalb von Azraq an der Straße nach Saudi-Arabien liegt. Im Moment wird die Straße umgebaut, deshalb ist die eigentliche Ausfahrt gesperrt. Es gibt aktuell keinerlei Beschilderung. Wer Shaumari besuchen will, sollte ins Navi das Besucherzentrum eingeben, dann lässt sich erahnen, wo in etwa die Abfahrt ist. Von der Kreuzung der Straße 40 (nach Amman) und der Straße nach Saudi-Arabien sind es genau 6,8 Kilometer. Es gibt ein weißes Abfahrtsschild auf Arabisch, man biegt rechts ab, über etwas Schotter geht es auf die asphaltierte Straße zum Visitor Center (was noch einmal rund 5,7 Kilometer). Zur Orientierung: Die asphaltierte Straße führt von Azraq kommend am äußeren Rand vor dem Reserve vorbei.

 

Das Shaumari wurde jüngst renoviert und man kann nun für 5 JOD Eintritt das Visitor Center besuchen und dort auch ein paar Tiere sehen, die eingezäunt leben, unter anderem die seltenen Oryx-Antilopen, die hier wieder gezüchtet und dann ausgewildert werden, sowie die Onager, asiatische Esel, die viele Merkmale von Pferden haben. Wer eine Safari für 25 JOD bucht (mindestens vier Personen) fährt zwei bis drei Stunden durch das offene Areal und kann dort auch allerlei Tiere entdecken, wie eben Oryx und Onager. Mit viel Glück kann man auch Wölfe, Füchse oder Caracale entdecken - das Glück hatten wir allerdings nicht.

 

Nicht ganz in Azraq, aber in der Nähe, liegt eines der wohl beeindruckensten Wüstenschlösser Jordaniens, nämlich an der Straße 40 Richtung Amman, das Qasr Amra. Das Schlösschen ist rosa-beige gehalten und fügt sich so perfekt in die Landschaft ein. Es wurde im frühen achten Jahrhundert erbaut und gehört zum Unesco Weltkulturerbe. Und es hat mich total fasziniert. Ein Guide führt zu dem Bau, von dem vor allem das Badehaus und ein Thronsaal übrig geblieben sind. Es ist zwar nur ein sehr kleines Gebäude, aber absolut beeindruckend sind die zahlreichen Wandmalereien, echte Fresken im Mauerwerk. Überall sind Tiere und Dinge angemalt und erzählen dabei ganz eigene Geschichten. Wer in der Nähe ist, sollte unbedingt vorbeischauen! 


Dead Sea / Madaba

Das Tote Meer gilt als eines der großen Highlights. Da ich es schon in Israel erlebt habe, war mein Überraschungseffekt natürlich gering. Das Tote Meer hat einen Salzanteil von 28 Prozent, weshalb man darin schweben kann. Es ist schwierig darin zu gehen, meistens zieht es einem die Beine hoch, wenn man über knietief im Wasser ist. Man kann also nicht ertrinken, dafür ist das Salz extrem gefährlich. Kriegt man es ins Auge, kann man erblinden. Es dient also nicht zum Plantschen, sondern eher zum Entspannen.

 

In Israel befinden sich die meisten Hotelanlagen ganz im Süden des Toten Meeres, der nördliche Teil ist quasi ausgetrocknet. In Jordanien ist das noch nicht derart spürbar, die Hotelanlagen sind quasi allesamt ganz im Norden und man kann dort baden.

 

Die meisten Hotelanlagen stellen die typischen Schlammmasken, so war es auch bei uns. Man schmiert sich ein, lässt es 20 Minuten trocknen und wäscht sich dann im Wasser ab. Wir waren übrigens im Crown Plaza übernachtet, das ganz okay war, aber nicht herausragend. Der Strand wurde  bereits kurz vor dem Sonnenuntergang gesperrt, auch die Pools machten dann allesamt zu. Ausnahme war der "Erwachsenen-Pool", wo einige Partys stattfanden. Da wir zur Nebensaison da waren, hatten viele Bars geschlossen, sodass die Auswahl eher gering war. Das Frühstück hingegen war sehr gut.

 

Wer nicht nur baden fahren will, kann im Dead Sea Museum mehr zu dem Phänomen des am tiefsten gelegenen Sees der Welt (mehr als 400 Meter unter Normalnull) erfahren. Wer den Jordan Valley Highway gen Süden fährt, kommt acht Kilometer nach den Dead Sea Hotelanlagen wie Mövenpick an eine Stelle, wo es links eine Serpentinenstraße hochgeht. Ausgeschildert ist die brachliegede Ferienanlage Salt Sea Apartments Dead Sea, aber auch das Dead Sea Museum (2 JOD). Man folgt einfach der Ausschilderung. Am Museum gibt es einerseits ein Café, aber auch eine Ausstellung zur Geografie und Beschaffenheit. Außerdem führt ein kleiner Wanderweg über Steine und Sand am Berg entlang mit fantastischen Ausblicken über das Tote Meer und das naheliegende Wadi Mujib Nature Reserve.

 

Eines der größten religiösen Highlights für Christen ist die Taufstelle von Jesus - die Stelle im Jordan, wo Johannes Jesus getauft haben soll. Sie ist sowohl von Israel als auch von Jordanien aus zu erreichen. Von Amman aus folgt man der Straße 40 Richtung Totes Meer und biegt dann irgendwann rechts ab. Das ist aber ausgeschildert.

 

Madaba gilt als die Mosaik-Stadt, weil es dort sehr viele Mosaike gibt. Diese sind etwa im Stadt- und Mosaikmuseum zu sehen, einige sind beispielsweise auch in der Kirche Johannes der Täufer zu sehen. Die römisch-katholische Kirche steht auf einer Grotte, in der die Überreste von Johannes lagern sollen. Außerdem gibt es Reste eines moabitischen Brunnens. Das berühmteste Mosaik allerdings findet sich in der Kirche St. Georg. Es handelt sich dabei um eine  Landkarte, die das einstige Palästina zeigt. Das Werk wird auch "Madaba-Mosaik" genannt und stammt aus dem 6. Jahrhundert.


Wadi Mujib

Das Wadi Mujib war mein Highlight auf der Jordanien-Reise. Es liegt am Toten Meer und lässt sich von dort auch gut entdecken. Es gibt verschiedene Touren durch das Gebiet, einige sind immer trocken, einige führen immer durch Wasser. Es gibt nur zwei Wege, die immer geöffnet sind, das ist zum einen der Ibex Trail, der ganzjährig trocken ist. Die Tour dauert vier Stunden und ist nur mit Guide zu machen. Wer mitmachen möchte, muss um 8.30 Uhr an der Brücke etwas südlich des Besucherzentrums bereit sein.

 

Wir haben uns für den einzig geöffneten Wet-Trail entschieden, den Siq Trail. Der Eintritt kostet 21 JOD, man kann das Canyoning ohne Guide machen  und die Ausstattung gibt es am Besucherzentrum. Dort gibt es auch Toiletten und Umkleiden. Am Visitor Center führt eine kleine Leiter hinunter und man steht direkt im Bach. Der Weg führt erst recht gemächlich durch eine Schlucht, später muss man sich Wasserfälle hoch hangeln und über Felsen klettern. Der Weg endet an einem riesigen Wasserfall, hier muss man umkehren und wieder zurück gehen. Die Tour dauert etwa zwei bis drei Stunden. Je nach Jahreszeit führt der Fluss unterschiedlich viel Wasser, uns stand das Wasser im November bis zum Hals. Der Malaqi-Trail, der nur bis zum 31. Oktober geöffnet hat, führt noch über den großen Wasserfall hinaus, gilt als anspruchsvoller und darf nur mit einem Guide gemacht werden.

 

Auch für wenig Aktivere gibt es ein paar schöne Einblicke. Es gibt etwa eine Straße, die vom Jordan Valley Highway  abgeht und durch das Wadi Mujib Natur Reserve führt. Es sind einige Serpentinen zu überwinden, man kann sich Richtung Ma'in Hot Springs orientieren. Dort gibt es, wie der Name sagt, heiße Quellen, in denen man baden kann. Das geht auch mit einem Tagespass.

 

Einen spektakulären Ausblick hat man, wenn man einfach die Kings Road langfährt. Auf jeder Seite in der Höhe, mit tollen Blick in den Canyon und den Mujib-Staudamm hinein, warten Aussichtspunkte. Man kann einfach das Auto abstellen und die tolle Aussicht genießen. Auf der Südseite gibt es auch ein einheimisches Restaurant, wo es für 18 JOD ein teures, aber sehr leckeres Menü gibt. Man kann sich dort bedienen wie man möchte und die Gastgeber sind super freundlich.


Dana / Dana Biosphärenreservat

Wer von der Kings Road einen Abstecher in die Natur machen will, kann dies in Dana tun. Schon auf dem Weg in das kleine Dorf ist ein Aussichtspunkt und zu Füßen zeigt sich das weite Wadi Dana mit seinen Hügeln und Gebirgszügen. Eigentlich wollten wir eine kurze Wanderung durch Dana machen, die tolle Landschaft genießen. Wir sind aber leider direkt in das Beduinendorf Dana gefahren und das ist ziemlich tot. Wobei es auch so ruhig gewesen sein kann, weil wir schlechtes Wetter erwischt hatten, denn es fing nicht nur leicht an zu regnen, es hatte auch nur noch etwa 6 Grad im November. Das war uns dann doch etwas zu kalt, da wir nicht die passende Kleidung dabei hatten und ohnehin nur auf der Durchreise von Aqaba nach Amman waren.

 

Ausgangspunkt für Wanderungen ist unter anderem die Rummanan Campsite, die nördlich von Dana liegt und über die Kings Road anfahrbar ist. Noch bekannter und beliebter als Ausgangspunkt für Wanderungen und Touren ist die Feynan Ecolodge, die allerdings viel besser vom Jordan Highway aus anfahrbar ist. Von Dana und Kings Road aus sind es rund 120 Kilometer und 2 Stunden Fahrzeit.

 

Das Dana Biosphärenreservat ist etwas mehr als 300 Quadratkilometer groß und Heimat von 800 Pflanzen und zahlreichen Vögeln und Tieren. Hier kann man entweder Stunden-, Tages- oder Mehrtagestouren in die Natur machen. Die meisten kommen zum Wandern hierher, aber es gibt auch organisierte Jeeptours.


Petra

Ich tu mich etwas schwer, über Petra zu schreiben. Weil ich glaube, dass ich dieser Stätte nicht gerecht werde, schon weil es mir an historischem Wissen (und Interesse) mangelt. Aber ein bisschen was kann ich wohl erzählen.

 

Ausgangspunkt für Petra ist die heutige Stadt Wadi Moussa. Dort findet sich die touristische Infrastruktur mit Restaurants, Shops und vielen Hotels. Wir haben im Petra Guesthouse übernachtet, das wirklich ganz toll war. Die Lage ist nicht nur mega - denn sie liegt direkt am Petra Visitor Center und am Eingang, das Abendessen war auch der absolute Hammer. Die Desserts waren göttlich.

 

Der Eintritt nach Petra ist nicht günstig, wird ab Tag zwei aber günstiger. Wir hatten uns vorab für den Jordanpass entschieden, der beinhaltet in unserem Fall (das kann man vorab auswählen) zwei Tage Petra. Wir haben das nicht genutzt und waren nur einen Tag in der Felsenstadt. Wer den Jordanpass hat, kann direkt an den Eingang und spart sich das Anstehen im Visitor Center, wo es auch noch einige Informationen gibt.

 

Der Weg nach Petra führt durch eine rund vier Kilometer lange Schlucht, Siq. Es wird immer enger und die Pferde, Kutschen und Esel galoppieren an einem vorbei. Man muss immer ein wenig aufpassen, dass man nicht umgefahren wird. Nach rund einer dreiviertel Stunde erreicht man die Schatzkammer, das vielleicht imposanteste Gebäude Petras. Leider kann man es nur noch von außen betrachten. Vor allem in den Morgenstunden, wenn die Sonne auf das Gebäude scheint, ist der Anblick herrlich. Für mich war es tatsächlich auch das schönste Gebäude.

 

Dann geht es noch mal ein Stück weiter, rund einen Kilometer, bevor man das eigentliche Petra erreicht. Dort warten dann etwa ein Theater, Grabkammern, Paläste und Kirchen, alles relativ gut erhalten. Die meisten machen auf jeden Fall die Tour durch Siq (anders kommt man ja auch nicht nach Petra), besuchen die vier Grabkammern und das Zentrum mit Theater, Palästen, Kirchen, Wüstenschloss, Nymphaeum, Torbogen etc. Das lässt sich in vier bis fünf Stunden gut verbinden. Bedenkt, dass es vom Archäologischen Museum aus rund anderthalb Stunden dauert, um zum Visitor Center zurückzugehen. Man kann natürlich auch ein Pferd oder einen Esel nehmen, allerdings versteht man in Jordanien unter Tierschutz etwas anderes als bei uns. Ich habe immer davon geträumt, mal auf einem Esel zu reiten und das wäre meine Möglichkeit gewesen. Aber als ich gesehen habe, wie die Esel behandelt werden, mit Tritten in den Bauch und permanentem Peitschen, habe ich davon abgelassen.

 

Dann gibt es verschiedene Trails, die man zusätzlich zum Zentrum erwandern kann. Alle nehmen sie etwa zwei Stunden in Anspruch und sind teilweise ausgeschildert, teils muss man etwas seinem Gefühl vertrauen, um auf der Spur zu bleiben. Es gibt Wege beispielsweise zu einem Kloster A'Deir (vielleicht der berühmteste Weg) oder zu den Gräbern von Moghar Annassara. Da wir nur einen Tag in Petra waren, haben wir nur einen Weg genommen.

 

Wir haben uns für den Weg zum Opferplatz entschieden, wobei wir auf dem Weg nach oben den Trail genutzt haben, der hinter dem Wüstenschloss Qasr Al-Bint startet. Orientierung gibt die Karte, die man mit sich führen sollte, und zeigt, an was man auf dem Weg vorbeikommen sollte, zum Beispiel dem Lion Monument, einem in die Wand gehauenen Löwen (nicht Lion Triclinium, das liegt aufm Weg zum Kloster). Dieser weitere Weg gibt einen wundervollen Ausblick über die Täler rund herum, die ich sehr genossen habe. Auf dem Weg zurück haben wir den direkten Treppenabstieg gewählt, da kommt man am Theater raus.

 


Wadi Rum

Das Wadi Rum war eine der schönsten Erfahrungen in meinem Leben. Die zwei Tage und zwei Nächte dort waren magisch. Unsere Tour haben wir bei Suleiman gebucht, der das Beduinencamp und die Agentur Wadi Rum Sky zusammen leitet und zusammen mit seiner Familie betreibt. Vorab wichtig: Auch wenn es in der Wüste tagsüber sehr heiß ist, sollte man sich der Kultur angemessen kleiden, das bedeutet bedeckte Schultern und lange Hosen - sowohl für Frauen als auch für Männer. Im Wadi Rum selbst gibt es nur ein Dutzend Beduinencamps, die alle schon länger dort sind. Wer mehr Luxus will, muss außerhalb der Anlage buchen.

 

Wir sind mit dem Auto durch das Entre, wo man seine Reservierung vorzeigt oder eine vornehmen kann, gefahren. Dort kann man auch nochmal shoppen etc. Geparkt haben wir im Wadi Rum Village, dort wurden wir gegen 12 Uhr von Suleiman empfangen und dann von seinem Bruder abgeholt, der unser Guide war. Wir fuhren mit dem Jeep zu verschiedenen Stellen in der Wüste, kletterten über Steine zu Aussichtspunkten hoch, liefen durch Schluchten und Krater, waren auf der Suche nach Quellen, probierten uns im Sandboarding auf den roten Dünen und genossen die einfach unfassbar tolle Aussicht. Den ersten Abend verbrachten wir im Beduinencamp, wo es leckeres Essen und ganz schlichte Zelte mit Betten gab. Zum Sonnenuntergang (und auch zum Sonnenaufgang) kann man auf den direkt angrenzenden Felsen klettern, von wo aus man einen wundervollen Ausblick hat.

 

Am zweiten Tag haben wir eine Wanderung zu einem in 800 Metern Höhe eingeklemmten Stein gemacht. Der Aufstieg war nicht ganz ohne, es wurde viel über Steine geklettert, oft am Abgrund, aber wir wurden gut angeführt. Nach rund einer Stunde waren wir auf der Zwischenplattform, dann ging es noch einmal ein sehr steiles Stück nach oben. Dort konnten wir auch wählen, ob wir einen Klettergurt anlegen und damit gesichert nach oben wollen, was wir aber ablehnten. Und von ganz oben konnte man dann einfach eine wahnsinnig tolle Aussicht genießen.  Unten angekommen hatten wir Lunch mit einer herrlichen Aussicht. Danach fuhren wir noch mit dem Jeep durch die Wüste und genossen die Zeit und die Aussicht, hatten auch noch kleinere Wanderungen.

 

Die zweite Nacht war dann auch sehr speziell, denn wir schliefen unter freiem Himmel. Nach der Tagestour gingen wir ins Camp zurück, konnten uns dort nochmal frisch machen und dann ging es hinaus in die Weite. Wir machten auf einer Düne Halt, wir sprangen vom Auto in den Sand und machten dabei Unsinn, sahen einen tollen Sonnenuntergang und dann konnten wir die Matratzen auf den Boden legen, etwas geschützt an einem Felsen. Wir haben viele Decken bekommen, unser Guide hat uns ein ganz tolles Abendessen gezaubert und hat sich dann zurückgezogen, sodass wir nur noch zu zweit mit der Natur alleine waren. Wir konnten erneut einen wahnsinnig tollen Sternenhimmel sehen, mit deutlich sichtbarer Milchstraße, und viele Sternschnuppen zählen.

 

Am nächsten Morgen fuhren wir zum Frühstück ins Camp, holten dort unsere Sachen und dann ging es zum letzten Mal mit dem Jeep ein Stück in die Wüste hinaus. Dort warteten dann Kamele auf uns und wir ritten noch rund zwei Stunden durch die Gegend, bis zum Village zurück, wo unser Auto wartete.

 


Aqaba / Tala Bay

Auch Jordanien liegt am Roten Meer. Die Küste zieht sich über rund 25 Kilometer und reicht von der Grenze zu Israel bis zur Grenze zu Saudi-Arabien. Und wie auch in Israel und Ägypten kann man im jordanischen Teil des Roten Meers super toll schnorcheln und tauchen. Der einzig größere Ort an der Küste ist Aqaba. Die meisten Hotels für den Badeurlaub stehen allerdings in Tala Bay etwa 16 Kilometer südlich von Aqaba. Dort war auch ich und Aqaba selbst habe ich daher nicht gesehen.

 

Man konnte vom Hotel aus, der Standard war trotz fünf Sternen und Auszeichnung als bestem Hotel in Jordanien nicht sehr hoch, direkt schnorcheln. Nach ein paar Metern kamen kleinere Korallenriffe, was leider auch einige Touristen nicht wertschätzten. Sie trampelten mit ihren Füßen darauf rum oder fütterten die Fische mit Krümmeln, um das perfekte Foto zu bekommen, was dann auch dazu führte, dass giftige Tiere wie der Feuerfisch hervorkamen.

 

Am direkten Hotelstrand gibt es nur ein paar kleinere, wenn auch bunte Riffe. Wenn man sich allerdings ein paar Meter Richtung Aqaba vorarbeitete, begann das riesige Riff mit wundervollen Korallen und allerlei Leben unter dem Wasser. Ich habe beispielsweise Oktopusse, zahlreiche Muränen, Flötenfische, Feuerfische, Kugelfische, Riffkalmare, Pegasus-Steinfische, Rotfeuerfische und Anemonenfische erschnorchelt. Leider habe ich keine Delfine, Rochen oder Schildkröten gesehen. Das Riff war aber total schön und ich habe echt jeden Tag mehrere Stunden geschnorchelt.


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