Türkei



Zweimal war ich in der Türkei, einmal 2005 und einmal 2012, jeweils mit meiner Familie. Obwohl die Geschichte des Landes wahnsinnig spannend ist, habe ich mich beide Male sehr unwohl gefühlt. Ich empfand die Männer als sehr aufdringlich, ständig wurde man irgendwo hin gezerrt, um irgendwas zu kaufen. Da entschädigt auch das Klima und das Meer nicht. Hier lest ihr mehr zu meinen Eindrücken von der Türkischen Riviera.


Side

Side ist einer der klassischen Touristenorte an der türkischen Riviera und bei deutschen Türkeireisenden sicherlich bekannt. Es handelt sich dabei um eine antike Stadt, die bereits vor 3500 Jahren besiedelt war, und zwischen Antalya und Alanya liegt. Nach dem zweiten Weltkrieg begannen die Ausgrabungen, die bis heute andauern und allerlei Ruinen zu Tage gefördert habe. Von zahlreichen historischen Gebäuden sind Ruinen zu besichtigen, etwa von Tempeln und Badehäusern, von Torbogen und Theatern. Erhalten ist etwa ein Theater für bis zu 20.000 Zuschauer, ein Nymphaeum, eine Bibliothek, die große Therme, die Agora-Tehrme und die Hafentherme. Außerdem kann man durch die Säulenstraße schlendern, den Apollon-Tempel mit seinen fünf Säulen besuchen und die Basilika bestaunen. Auch Teile der historischen Stadtmauer sind noch erhalten. Das Gebiet ist frei zugänglich und liegt überwiegend im Norden der Stadt, wo auch Dünen zu finden sind. Nur ein kleinerer Teil, etwa die Hafentherme, sind im Süden zu finden.

 

So viel zum Historischen. In der Gegenwart lebt Side vor allem vom Tourismus. An den Stränden sind viele Hotels aneinander gereiht, viele bieten All Inclusive. Side ist ein klassischer Ort des Massentourismus, was sich nicht nur am Strand - wo sich Sonnenliege an Sonnenliege reiht - zeigt, sondern auch in der Altstadt, wo ein kleiner Laden neben dem anderen steht. Hier wird mit Taschen, gefälschten Klamotten, Schmuck und Co gehandelt. Wer kein Interesse zeigt, wird auch schonmal am Arm in den Laden gezogen. Ich habe die Verkäufer als äußerst aufdringlich und unangenehm empfunden, als wäre man als Tourist Freiwild.

 

Das Baden empfand ich auch als nicht ganz so angenehm. Zum einen waren wir in den baden-württembergischen Sommerferien, also im August, vor Ort und es war an fast jedem Tag über 40 Grad heiß. Da war sogar der Weg zum Wasser fast zu weit. Außerdem wurde ich als weiße Frau auch dort überall von jungen Männern angesprochen und bedrängt. Der Kellner des Hotels wollte mir nichts zu trinken bringen, wenn er im Gegenzug keinen Kuss bekommt. Offenbar kann man in Side auch ganz gut schnorcheln, was ich allerdings nicht ausprobiert habe. Westlich von Side soll es viele Meeresschildkröten geben. Wer generell etwas erleben will an Wassersport, ist in Side gut aufgehoben, hier kann man Tretboote mieten oder mit Jetski oder dem Bananenboot rausfahren. Auch Bootstouren werden von hier aus organisiert.


Manavgat & Oluk Köpru Milli Park

Manavgat ist eine der größten Städte in der Region der Türkischen Riviera und Logistikzentrum für Side und Co. Bei Touristen ist Manavgat vor allem montags und donnerstags beliebt, wenn dort der große Basar stattfindet. Es gibt dort (oft gefälschte) Kleidung, Accessoires und allerlei verschiedene orientalische Gewürze. Wer reges Treiben mag, wird den Basar lieben. Wem vor Menschenmassen und dem Schweiß anderer graut, der braucht starke Nerven, da der Basar doch sehr überfüllt ist. Wie überall an der Türkischen Riviera gehört das Feilschen und Handeln hier dazu.

 

Auch beliebt als Ausflugsziel ist der Wasserfall des gleichnamigen Flusses, Manavgat. Der Büyük Selale sowie die kleineren Stromschnellen Kücük Selale sind häufig fotografierte Motive. Direkt am Fluss, teils sogar über dem Fluss, gibt es einige Fischrestaurants. 

 

Touristen lockt zudem der Manavgat Discovery Park, den ich selbst nicht besucht habe. Touristen kritisieren häufig den sehr hohen Eintrittspreis von 50 Euro für Erwachsene und 25 Euro für Kinder, weshalb er wohl nicht ganz so gut besucht ist. Es gibt dort verschiedene Themenbereiche, etwa Dinosaurier, auch einen Zoo und eine Robben-Show.

 

Unweit von Manavgat liegt der Oluk Köpru Milli Park, einem wundervollen Ort. Es handelt sich dabei um einen 14 Kilometer langen und 400 Meter tiefen Canyon, in dem man am Fluss Köprüçay allerlei Wassersport machen kann, etwa Kanufahren oder Rafting. Wir haben uns für Rafting entschieden und es war eine großartige Tour. Etwa zehn Leute saßen in dem Boot, dann ging es durch einige Stromschnellen und es war auf jeden Fall ruppig. Unfreiwillig haben wir sogar den ein oder anderen Passagier verloren, aber natürlich wieder eingesammelt. Außerdem hat die Abkühlung bei 40 Grad auch ganz gut getan. Wir fuhren zuerst im Schlauchboot, später konnten wir auch Bodyrafting ausprobieren, wo man einfach mit Schwimmweste durch den Canyon "fließt". Hin und wieder gab es zwar eine Kollision mit einem der Felsen oder Steine, aber es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Anbieter findet man an jeder Ecke, die meisten führen zum großen Rafting-Center der Türkei am Mittellauf des Köprüçay, wo man die Einweisungen bekommt und die Touren starten.

 


Antalya

Antalya ist mit rund einer Million Einwohner die achtgrößte Stadt der Türkei und die größte Stadt an der Türkischen Riviera. Die meisten Gebäude stammen aus den 50er Jahren, als die Stadt stark wuchs. Noch im Jahr 1990 wurden bei der Volkszählung keine 400.000 Menschen gezählt, was für den starken Bevölkerungswachstum spricht. Dennoch gibt es in der Altstadt einige Sehenswürdigkeiten. Generell kann man für einen Spaziergang durch Antalya auf jeden Fall einen halben Tag, vielleicht sogar einen Tag einplanen.

 

Das einzige erhaltene Tor zum antiken Antalya ist das Hadrianstor, das einst Teil der Stadtmauer war und vielmehr an einen Triumphbogen als an ein Stadttor erinnert. Es stammt aus dem Jahr 130, als der römische Kaiser Hadrian zu Besuch war. Es ist auf vier Stockel erbaut und hat drei Torbögen. Der Turm zu linker Seite ist aus der römischen Zeit, der rechte stammt aus dem 13. Jahrhundert. Generell ist nur wenig aus alten Zeiten übrig, so aber auch einige der osmanischen Häuser in der Gegend.

 

Beim Schlendern durch die Altstadt, die zum größten Teil aus Fußgängerzonen besteht, sollte man aufpassen, dass man nicht ungewollt verschiedene Dinge kauft. So werden einem "völlig kostenlos" Blumen oder Flaggen zugesteckt - nimmt man sie an, wird man den netten Herrn nicht mehr los, ehe man irgendeinen Unsinn gekauft hat. Daher direkt bestimmt ablehnen. Auf den Basars ist ebenfalls handeln und feilschen ein Muss, weil die Preise sehr überteuer sind. Oft handelt es sich auch um gefälschte Waren. Einheimische kaufen vor allem im neuen Bazar, weil es dort günstiger sein soll als im alten Bazar. Nicht verpassen: Uhrenturm Saat Kulesi, Atatürk Denkmal, Atatürk Kultur Park und das Kannellierte Minarett Yivli Minare mit der zugehörigen Alaeddin Moschee aus dem 13. Jahrhundert. Das Minarett gilt als Wahrzeichen der Stadt.

 

Antalya liegt an der Küste, genauer gesagt an einer Steilküste, weshalb es viele Treppenstufen beziehungsweise einiges an Klettern benötigt, um ans Meer zu kommen. Wer einen schönen Ausblick bei gutem Essen genießen möchte, kehrt im Mermerli Beach am Hafen ein - mit einem super Ausblick und einem Zugang zu einer kleinen Bucht. Generell lässt es sich am Yachthafen sehr schön schlendern.

 

Östlich davon liegt der Recep Bilgin Park, in dem man schön spazieren gehen kann, zwischen Brunnen und Parks, es gibt Bänke und viele Aussichtsmöglichkeiten. Im Westen hingegen wartet die Arapsu-Brücke. Durch die Stadt fahren einige Straßenbahnen, es handelt sich dabei um Fahrzeuge, die aus Nürnberg stammen. Nürnberg und Antalya unterhalten eine Städtepartnerschaft.

 

Shoppen kann man am besten auf dem Boulevard Liman Caddesi, der Einkaufsstraße in der Innenstadt. Für regnerische Tage warten zahlreiche Shopping Center, etwa das Terracity, den Özdilek Park oder das Migros.


Beldibi

In Beldibi hab ich einen wundervollen Urlaub verbracht - in einem Luxusressort, ohne einen Cent dafür bezahlen. Ich habe diesen Trip nämlich beim Weihnachts-Gewinnspiel von Holiday-Check gewonnen. Dafür musste ich auf Facebook nur einen Like dalassen, also recht simpel.

 

Kurz vor dem Abflug hatte ich noch mächtig Bauchschmerzen, weil das alles so surreal war. Ich konnte nämlich fünf weitere Personen mitnehmen und somit waren alle startklar. Was, wenn alles eine Verarsche ist? Aber als wir bei Air Berlin am Flughafen in Düsseldorf eincheckten, waren wir gelistet. Und am Flughafen in Antalya stand tatsächlich jemand mit einem Schild, auf dem mein Name stand.

 

Wir waren in der Fünf-Sterne-Anlage Rixos untergebracht. Da die Anlage sehr weitläufig ist und wir ohnehin nur eine Woche Zeit hatten, waren wir die meiste Zeit auch im Hotel. Bzw. wir hatten unsere eigene Villa auf dem Gelände, mit eigenem Strandabschnitt und so. Wir haben es uns gutgehen lassen beim Bowlen, im eigenen Indoor-Pool, in der Sauna, im eigenen Fitness-Studio, mit leckerem Essen und obwohl es im März nur gut 18 Grad draußen hatte, haben wir auch den Pool draußen und das Meerwasser getestet. Ansonsten haben wir Spaziergänge gemacht, etwa beim Sonnenaufgang oder zu einem ehemaligen Restaurant auf dem Wasser, das mit einem kleinen Steg mit dem Festland verbunden ist. Außerdem haben wir den Blick kauf die Taurus Mountains hinter uns und das Mittelmeer vor uns genossen. Wir hatten auch einen eigenen Butler, der uns nicht nur die Cocktails an den Pool brachte, sondern uns auch in einem Golf-Caddy durch die Hotelanlage kutschierte.

 

Beldibi hat allerdings auch nicht viel Sehenswertes zu bieten, da der Ort völlig auf Pauschal-Touristen ausgelegt ist. Es gibt wohl ein paar Shops und Restaurants, auch eine Mall, aber die meisten der Urlauber hier halten sich eher innerhalb ihrer Hotelgelände auf, weil es sich meist um All-Inclusive-Schuppen handelt.


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