Auf Safari

Eine Safari steht für viele Menschen oben auf der Bucket-List. Das tat es bei mir auch. Ich stellte es mir so grandios vor, Löwen, Elefanten und Zebras in freier Wildbahn zu sehen. Zu sehen, wie sie sich in ihrem natürlichen Umfeld verhalten. Und was soll ich sagen? Es ist ein grandioses Ereignis. Und obwohl ich inzwischen viele Safaris gemacht habe, kann ich einfach nicht genug davon bekommen. Es ist immer wieder aufs Neue spannend, es ist faszinierend und ich fühle mich jedesmal wahnsining klein, aber doch Teil etwas ganz Großen.

 

Damit ihr eine unvergessliche Safari auf positive Art erlebt, solltet ihr ein paar Dinge beachten. Denn wenn ihr erst einmal anfangt, nach einem Safari-Anbieter zu suchen, werdet ihr tausende von Einträgen finden. Wie soll man denn da den Durchblick behalten?

Vorab: Es gibt nicht das eine Safari-Unternehmen. Zum einen muss die Tour zu euch und eurer Reise passen, zum anderen natürlich zu eurem Budget. Außerdem gibt es in jedem Land Unterschiede.

 

Ein paar meiner Safari-Impressionen findet ihr hier.

Tour buchen oder nicht?

Wenn ihr eure erste Safari macht, würde ich definitiv einen Guide buchen, beziehungsweise eine ganze Tour. Gerade in Südafrika kann man zwar auch gut alleine fahren, auch in Namibia und Botswana, aber wer auf afrikanischen Straßen fährt, muss auch auf die Straßen achten. Überall liegen Steine und es gibt viele Schlaglöcher, dazu muss man aufpassen, dass kein Tier vors Auto läuft. Wer sich derart aufs Fahren konzentrieren muss, kann nicht gleichzeitig noch nach Tieren Ausschau halten. Es ist bisweilen auch schwierig, etwa Löwen zu erkennen, Guides schauen nach etwas kleinem schwarzen, das sich im Gras bewegt: der Löwenschwanz. Solche Dinge kann man nicht sehen, wenn man sich gleichzeitig auf den Verkehr konzentrieren muss.

 

Ein weiterer Vorteil ist, dass Guides eine bestimmte Ausbildung haben und Dinge sehen, die wir niemals erkennen würden. Sie kennen die Parks, sie wissen, wo man welche Tiere findet und nach was genau man suchen muss. Sie sind meistens auch gut vernetzt und hören über Funk mit, wo welche Tiere gesichtet wurden. Damit tun sich sehr viele Möglichkeiten auf, die man sonst nicht hat. Außerdem wissen Guides sehr viel über die Tier- und Pflanzenwelt und können viel dazu erzählen. Wichtig dabei ist, dass es sich auch tatsächlich um einen Guide und nicht nur um einen reinen Fahrer handelt. Manche Safari-Anbieter schicken auch gleich zwei Leute mit: einen Fahrer und einen Guide, wobei die beste Safari meines Lebens eine war, bei der der Guide auch gleichzeitig Fahrer war.

Was kostet eine Safari?

Preislich ist der Unterschied zwischen Low-Budget-Touren und gehobenen Touren gar nicht so groß. Man rechnet pro Safari-Tag (nicht pro Nacht!) eigentlich ab 150 Euro pro Person inkl Eintritt, Transport, Verpflegung und Gamedrives - Fly-In Safaris sind deutlich teurer, da alleine Inlandsflüge in die Masai Mara bei rund 300 bis 400 Euro liegen. Da gibt es natürlich nach oben kein Ende. Low-Budget-Touren liegen bei rund 100 Euro pro Person - die 50 Euro mehr sind auf jeden Fall gut investiertes Geld.

 

Wer selbst fährt, braucht natürlich weniger Geld. In einigen Parks ist ein Auto mit Allradantrieb notwendig (etwa Etosha, Masai Mara), in einigen kommt man auch so ganz gut durch (etwa Krüger, Serengeti, Chobe). In Südafrika, Botswana und Namibia ist der Eintritt in den Nationalpark recht günstig mit rund 10 USD, daher bieten sich auch hier Selbstfahrer-Touren an. Bei meinem ersten Aufenthalt in Afrika, in Südafrika 2013, haben wir erst eine viertägige geführte Safari gemacht und sind ein paar Tage später noch zwei Tage lang mit dem Mietwagen durch den Addo Elephant Nationalpark gedüst. In Kenia und Tansania liegt der Eintritt bei 45 bis 80 USD pro 24 Stunden - das sollte sich dann doch schon lohnen. Wer in Nairobi landet und einen kleinen Einblick bekommen will, kann auch erst einmal mit dem eigenen Auto den Nairobi NP erkunden - die meisten Wege sind, außerhalb der Regenzeit, gut mit einem normalen Auto befahrbar.

Wann und wie buchen?

Es gibt Tausende Anbieter, da ist es nicht einfach, den richtigen zu finden. Ich würde mich auf Empfehlungen verlassen. Ist ein Unternehmen schon länger am Markt? Sind die Preise realistisch? Kenne ich jemanden, der schon eine Tour gemacht hat und zufrieden war? Vor allem in den Kenia- und Tansania-Reisegruppen auf Facebook und generell im Netz gibt es viele Anbieter, die durch Gäste empfohlen werden oder nicht. So gerne man Locals unterstützen möchte, so sehr sollte man darauf achten, dass man nicht in einer Low-Budget-Tour endet, die miserabel ist.

 

Wer nur zum Urlaub im Land ist und daher nur zwei bis drei Wochen Zeit hat, sollte seine Safari vorab buchen. Das ist zwar in der Regel etwas teurer, aber man geht auch kein Risiko ein. Wer einen längeren Aufenthalt plant, hat etwas mehr Spielraum und kann auf Angebote warten, etwa Road-Packages, bei denen man viel sparen kann und noch maximal fünf andere Leute mit im Auto sitzen. Viele gute Angebote findet man auf Facebook in den Gruppen "Kenya Expat Safari" und "Nairobi Expats Safari".

 

Ich habe meine schönsten Safaris mit Phoenix Safaris in Kenia (Nairobi NP und zweimal Masai Mara) sowie auf der Bongani Mountain Lodge in Südafrika erlebt.

Low-Budget-Safari

Relativ omnipräsent sind derzeit Low-Budget-Safari-Anbieter. Meine Erfahrung damit: Lasst bloß die Finger davon, zumindest, wenn es sich bei eurer Safari um etwas einmaliges handelt. Ich habe drei Low-Budget-Touren gemacht. Eine war in den Amboseli Nationalpark in Kenia. Die Zeiten wurden nicht eingehalten (morgens wollte der Guide schon nach ner guten Stunde zurückfahren, obwohl vier Stunden angekündigt waren), der Guide war gar nicht ausgebildet dafür - es handelte sich um einen Marketing-Student, und das Motorlämpchen leuchtete durchgängig, sodass unser Auto auf der Rückfahrt dann auch den Geist aufgab. Es stellte sich nachher heraus, dass der Marketing-Student die Bewertungen alle selbst mit verschiedenen Profilen eingestellt hatte.

 

Eine zweite Low-Budget-Tour führte mich in den Chobe-Nationalpark. Der Fahrer war alkoholisiert und trank auch Bier am Steuer. Er fuhr viel zu schnell durch den Nationalpark, sodass wir nicht nur kaum was sahen, sondern auch die Geschwindigkeitsregeln brachen - die zum Schutz der Tiere da sind! Auch hier war das Fahrzeug in keinem guten Zustand und die Tour dauerte keine drei, sondern nur zwei Stunden.

Die dritte Tour führte mich in Namibia ins Sossusvlei - dort gibt es nun zwar nicht primär Tiere zu beobachten, aber auch hier sagt die Art der Tour viel aus: Der Fahrer war stark alkoholisiert und übermüdet, sodass wir auf der Rückfahrt Angst hatten, dass er am Steuer einschläft.

 

In einigen Kenia-Tansania-Reisegruppen habe ich zudem gelesen, dass eine neue Masche ist, dass die Unternehmen einen All-In-Preis fordern, also beispielsweise 300 Euro für zwei Nächte inklusive Parkeintritt - dann fahren sie aber gar nicht in den Nationalpark hinein. Somit spart das Unternehmen die  60-80 Dollar pro Person Eintritt pro 24 Stunden - was die Tour nicht billiger macht als anderswo auch. Man kann zwar auch außerhalb des Nationalparks Tiere sehen, aber es ist natürlich nicht das, wofür gezahlt wurde.

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