Das große Schlüpfen

Schon der Name Tortuguero verrät, um was es sich in diesem kleinen Ort dreht: Schildkröten!

 

Zunächst einmal zu Tortuguero selbst: Der Ort und gleichnamige Nationalpark liegt an der Karibikküste im Nordosten von Costa Rica. Man kommt nur mit dem Boot dorthin, ihr parkt das Auto an der Rancho La Pavona und fahrt dann rund anderthalb Stunden mit dem Boot zu eurer Lodge oder ins Dorf. Mehr zu Tortuguero als Ort sowie der Anreise lest ihr in meinem Costa-Rica-Reisebericht.

In Tortuguero legen verschiedene Meeresschildkröten ihre Eier am Strand ab. Am häufigsten tut das die Grüne Meeresschildkröte zwischen Juni und Oktober, aber auch die Unechte Karettschildkröte (Mai bis August), die Echte Karettschildkröte (Mai bis November), die Oliv-Bastardschildkröte (Juli bis Februar), die Suppenschildkröte (Juni bis Oktober) und die Lederschildkröte (März bis Juli) kommen hier an Land.

 

Während der Zeit der Eiablage (das sind die Monate in Klammern) gibt es abends Führungen am Strand mit zertifizierten Guides. Fotografieren ist nicht erlaubt, aber man kann die riesigen Kolosse sehen. Wir kamen Anfang November und somit kurz nach der Eiablage-Zeit der Grünen Meeresschildkröte. Es wurden zwar noch Touren angeboten, die Chancen lagen aber bei unter 30 Prozent, doch noch eine zu entdecken. Die Tour hätte um die 35 US-Dollar pro Person gekostet. (Stand: November 2016)

 

Dagegen ist die Zeit nach der Eiablage die Zeit, in der die kleinen Schildis schlüpfen. Und das ist auch ein spezielles Highlight. Wir hatten im November eine hervorragende Zeit fürs Schlüfen, weil es bis zu sechs Wochen nach der Eiablage dauert.

 

Und so machten wir eine Tour für 35 US-Dollar pro Person mit einem zertifizierten Guide an den Karibikstrand, der zwei Nester aufgespürt hat. Die Guides machen auch die nächtlichen Touren zur Eiablage und wissen daher in etwa, wo Nester sind. Sie sehen schon die kleinsten Bewegungen im Sand und buddeln die Tiere dann frei.

 

Rund 100 Schildkröten finden sich pro Nest. Sie haben erst geschlafen, sind dann aber munterer geworden und nach rund einer Stunde schließlich liefen sie allesamt ins Meer. Überall war der Strand nur noch mit kleinen Schildkröten voll und es war sehr faszinierend, dass die Tiere, die soeben noch unter der Erde geschlafen hatten, nun auch an Land lebten und unter Wasser lebten. Außerdem wussten alle den Weg und waren sehr flink auf den kleinen Flossen. Es war herrlich.

 

Und der Vorteil daran, wenn Touristen die Kleinen auf ihrem Weg begleiten, ist, dass Geier abgeschreckt werden. Die kennen die Schlüpfzeiten nämlich auch ganz genau und warten wie in Disneyfilmen auf Ästen am Strand nur darauf, dass die ersten losmarschieren, um die Jungtiere aufzuessen. Deshalb liegen am Strand auch zahlreiche leere Schildkrötenpanzer. Unser Guide sagte, dass nach zehn Jahren nur noch etwa ein Tier pro Nest lebt.

 

Die Strände rund um Tortuguero sind wegen der Schildkröten übrigens fast durchgängig zum Baden gesperrt. Auch Strandbesuche generell sind dann nicht möglich. Eigentlich dürfen sich Besucher und Touristen nur mit zertifizierten Guides dort aufhalten. Während der Hochsaison (sowohl Eiablage, als auch Schlüpfen als auch Touristen-Hochsaison) sind die Strandzugänge auch versperrt und es wird kontrolliert, dass sich dort niemand illegal aufhält und die Tiere stört.

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