Schlemmen in Frankfurt

Frankfurt ist eine super internationale Stadt und das spiegelt sich natürlich auch in der Gastronomie wider. Wer gerne - auch gut - essen geht, hat in Frankfurt eine riesige Auswahl. Nach der Arbeit treibt es Pendler wie Einheimische in zahlreiche Bars und Restaurants - von urigen Apfelweinkneipen über internationale Kost bis hin zu schicken Nobel-Schuppen ist alles vertreten.

 

Was man in Frankfurt isst

Auf den traditionellen Speisekarten steht immer Handkäs mit Musik, das ist eine Art sehr kalorienarmer Käse in Essig und mit Zwiebeln eingelegt. Dazu gibt es Butterbrot oder Brot.

 

Von Frühjahr bis Herbst ist Grüne-Soße-Saison - und der Frankfurter liebt seine Grüne Soße. Sie wird aus sieben Kräutern und ein paar anderen Zutaten hergestellt, es gibt sie in verschiedenen Varianten. Mir schmeckt die mit Saurer Sahne, Joghurt, Zitronensaft und Quark am besten. Die Grüne Soße hat ein eigenes Festival, wo es rund um die Kräuter Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch und ihre Zubereitung geht. Serviert werden dazu Pellkartoffeln und halbe gekochte Eier, ein paniertes Schnitzel, gekochtes Rindfleisch oder frittierter Fisch.

 

Nicht fehlen darf natürlich ein Glas Apfelwein, in einigen Kneipen in Sachsenhausen wird der noch selbst gekeltert. Den Apfelwein gibt es entweder im Gerippten (einem Glas), dem Bembel (einem großen Krug), sauer gespritzt (mit Sprudelwasser) oder süß gespritzt (mit Fanta oder Sprite). Hartgesottene trinken ihn auch pur.

Vegatrischer Burger im Fetten Bullen
Vegatrischer Burger im Fetten Bullen

Burger

Frankfurt ist eine Burger-Hochburg. Deshalb ist es auch schwierig, den besten Burger zu küren. Bei mir ganz oben steht das "Heroes" in der Leibnitzstr. 13 im Nordend. Die Preise sind zwar nicht ganz günstig, aber die Burger ein absoluter Traum. Dazu gibt es hausgemachte, mega leckere Pommes und hausgemachte Soßen wie Aioli, Ketchup und Kräuterdip. Es ist quasi unmöglich, im "Heroes" einen Platz ohne Reservierung zu bekommen - auch unter der Woche. Daher auf jeden Fall vorher anrufen, die Plätze sind begrenzt.

 

Da es unfair wäre, hier nur einen zu nennen: Bis ich die Burger von "Heroes" probiert habe, war ich der größte Fan von "Der fette Bulle" an der Kaiserstraße 73. Dort gibt es ebenfalls alle Speisen hausgemacht. Zudem ist der Laden durch seine Nähe zum Hauptbahnhof sehr gut erreichbar. Ebenfalls einen Besuch Wert ist das "Wiesenlust" auf der Berger Straße, wo es sehr viele vegetarische und vegane Varianten des Burgers gibt. Mein Freund präferiert übrigens einen anderen Laden: "Bullys Burger" am Oederweg.

 

Italienisch

Jeder hat wohl seinen Lieblingsitaliener, bei mir ist es das "Terra Nova" in der Eckenheimer Landstraße 67 im Nordend. Wer ein ruhiges gemütliches Ambiente sucht, ist hier fehl am Platz, denn es ist immer laut, alle reden durcheinander, dazu Musik und immer sehr reger Betrieb.  Es gibt viele sehr leckere Gerichte, und dazu für einen sehr guten Preis. Die Hauptspeisen kosten zwischen fünf und zehn Euro, dazu kommen teurere Tages- und Wochengerichte. Auch die Vorspeisen lohnen, egal ob Bruscetta oder Minestrone, wobei es auch hausgemachtes Brot mit Olivenöl und Balsamico vorweg gibt. Auf der Karte stehen zudem leckere Salate, wobei ich die hausgemachte Pasta, die überbackenen Gerichte wie Lasagne (auch als Veggie erhältlich) und vor allem die Pizzas bevorzuge. Alles wird frisch zubereitet, der Pizzaboden ist kross und der Belag im richtigen Verhältnis. Ein wenig Platz solltet ihr euch im Magen lassen, denn das Tiramisu ist weltklasse. Es gibt einen Grund, dass das "Terra Nova" immer wieder zur besten Pizzeria der Stadt gewählt wird. Da es eigentlich immer voll ist, sollte man reservieren unter der Nummer 069/59797019. Da das "Terra Nova" so überlaufen ist, hat sich ein Teil der Crew nur ein paar hundert Meter weiter stadtauswärts mit dem "Papanova" selbstständig gemacht, was auf jeden Fall eine Alternative ist. Dort geht es etwas ruhiger zu.

 

Griechisch

Es gibt ein paar gute griechische Restaurants in Frankfurt, aber mein absoluter Lieblingsladen ist das "Athos" in Bockenheim, Große Seestraße 53. Im "Athos" serviert Andreas Nikolaou in einer Art kleinen Taverne liebevoll Kost. Es gibt nur wenig Sitzplätze, alles ist etwas eng, dafür wird auf das Essen umso mehr Wert gelegt. Der Chef schaut bei jedem Teller, der rausgeht, ob auch tatsächlich genug Pommes drauf liegen. Die Portionen sind groß, die Preise moderat und den Ouzo gibt es natürlich auch dazu. Reservieren ist sinnvoll, da es wie gesagt wenig Platz gibt: Die Telefonnummer ist die 069/7075362.

 

Türkisch

Döner, Kebab, Lammspieße, Borek und authentische türkische und kurdische Kost gibt es bei Gundi auf der Leipziger Straße in Bockenheim. Mein türkisch und arabisch dominiertes Volleyballteam geht dort sehr gerne nach dem Training essen. Unter der Woche findet man hier meist auch einfach spontan einen Platz.

 

Skandinavisch

Es gibt nicht so viele skandinavische Restaurants, aber das beste ist das "Smørgås" in der Burgstraße. Hier gibt es super leckeren Fisch, Elchfleischbällchen und Elchburger, belegte Brote und Salate mit und ohne Meerestiere, dazu skandinavische und nordländische Schnäpse, die perfekt zum Dessert wie etwa Lakritz-Eis passen. Obwohl die Eigentümer keine Skandinavier sind und nur vom Urlaub in Dänemark und einem Auslandsaufenthalt in Schweden inspiriert sind, haben sie das Konzept wunderbar umgesetzt. Hier trifft man auch immer wieder Skandinavier. Einmal im Monat ist auch Wikinger-Abend, wo an einer langen Tafel gegessen und getrunken wird. Dafür ist eine Reservierung erforderlich. Außerdem gibt es immer mal wieder spezielle Events etwa zu Silvester oder am 17. Mai zum norwegischen Nationalfeiertag.

Spruch im Frittenwerk
Spruch im Frittenwerk

Thai

Ein wenig schickimicki, aber sehr lecker, ist das Vipho am Oeder Weg. Es ist ein ziemlicher Hipster Ort, wo das Thaiessen auch recht teuer ist, wenn man es mit den  üblichen Straßenbuden vergleicht. Dafür gibt es hier etwas ausgefallenere Varianten, leckeren Wein und eine nette Stimmung. Man sollte auf jeden Fall über die Website reservieren, da der Laden zwar riesig ist, aber doch immer sehr voll. 

 

Indisch

Meine Mittagspause verbringe ich regelmäßig im Bombay House an der Mainzer Landstraße im Gallus, wo es super leckeres indisches Essen zu günstigen Preisen gibt. Allerdings sollte man auch tatsächlich nur zur Rush Hour dorthin, denn die Speisen werden in großen Behältern vorgekocht und an der Theke warmgehalten, wo direkt serviert wird. Sitzplätze gibt es keine. Besonders lecker ist das Naan-Brot. Wer lieber etwas mehr Komfort mah, isst im Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, dort gibt es eine Auswahl von 120 vegetarischen Gerichten, die allesamt mega lecker sind,  oder im Little India in der Glauburgstraße, der ebenfalls sehr leckere authentische indische Kost serviert.

 

Falafel

Wer in Frankfurt Falafel essen will, kommt am Aroma nicht vorbei. Es gibt gleich zwei Stände, wobei man nicht drinnen sitzen kann, sondern entweder im Stehen essen muss oder die Falafeltasche mitnehmen muss. Einen Stand gibt es am Adlerflychtplatz, ein weiterer weiter unten am Oeder Weg auf Höhe der Eintracht-Kneipe.

 

Spanisch

In der Fernsehsendung "Mein Lokal Dein Lokal" wurde das Mi Casa Tu Casa in der Egenolffstraße für die beste Paella Frankfurts ausgezeichnet. Auch wenn ich die Paella noch nie probiert habe, sondern mich an Tapas hielt, bevorzuge ich doch das Mi Casa auf der Berger Straße. Obwohl es die Hipster-Straße schlechthin ist, ist das Essen dort besser und die Tapas tatsächlich auch günstiger.

 

Pommes

Seit einer Weile gibt es am Kaisersack gegenüber des Hauptbahnhofs das Frittenwerk, wo Pommes geliebt und gelebt werden. Man kann zwischen verschiedenen Sorten (Kartoffel, Süßkartoffel) wählen und sich eine Soße dazu aussuchen - von Guacamole über Käse bis zu Hack ist alles dabei. Die Portionen sind mit über 5 Euro nicht günstig, dafür wird man auch richtig satt. Und wer kann bei solch tollen Wandsprüchen nicht entspannen: "Fritten sind wie Sonnenstrahlen und deshalb vor allem im Winter sehr wichtig". 

 

Sehr leckere Kartoffelspeisen gibt es auch beim Kartoffel-Eck, einem mobilen Lädchen, das auf einigen Frankfurter Wochenmärkten (beispielsweise Friedberger Markt am Freitag oder Erzeugermarkt an der Konstabler Wache am Donnerstag). Es gibt dicke und dünne Pommes (lecker mit Kartoffelquark), Folienkartoffel, Kartoffelpuffer, Wedges usw.

 

Mexikanisch

Leider lange Wartezeiten hat das El Pacifico im Sandweg. Das Warten (und die nicht ganz günstigen Preise) lohnen aber, Tortillas, Nachos, Burritos und Fajitas sind hier super lecker. Dazu ist die Einrichtung sehr süß, alles ist bunt und zusammen gewürfelt und man fühlt sich direkt wohl. Bisher habe ich immer auch ohne Reservierung einen Platz gefunden, da das Lokal sehr groß ist.

Antipasti

Wer auf leckere Antipasti steht, besucht das Feinkost Paradies in der Kaiserstraße in der Nähe vom Hauptbahnhof. Hier gibt es super leckeres "mediteranes Brot", gefüllt mit einem Frischkäseaufstrich (mein Tipp: Mango-Chili), Couscous-Salat, getrockneten Tomaten usw. Das ganze gibt es auch mit libanesischem Brot oder als Bunten Teller. Das Feinkost Paradies ist auch mobil unterwegs, man findet sie auf nahezu allen Frankfurter Wochenmärkten.

 

Frankfurter Küche

Vor allem in Sachsenhausen finden sich noch viele traditionelle Apfelweinlokale, in denen auch sehr gutes Essen serviert. Ich finde die Grüne Soße im Textor und im Feuerrädchen in der Textorstraße am besten. Im Kneipenviertel Alt-Sachsenhausen gibt es die Gaststätten Atschel und Fichtekränzl, die bei der Suche nach der besten Grünen Soße auch häufig genannt werden. Bei beiden sollte man reservieren oder viel Geduld haben - außerdem sitzt man auf Bierbänken, die man sich immer mit Fremden teilt.

 

Gut bürgerlich

Beliebt vor allem bei Zugezogenen ist die Gaststätte Lokalbahnhof an eben jenem namensgebenden Lokalbahnhof. Auf der Speisekarte stehen allerlei typisch deutsche Gerichte wie Schnitzel, aber auch verschiedene Salate und etwas ausgefallenere Sachen wie Speisen mit Käsevarianten. Auch der Lokalbahnhof ist abends oft so gut besucht, dass es sich lohnt, vorher zu reservieren. Hier kann man übrigens auch gut am Wochenende brunchen.

 

Gehobene Küche

Eine französisch inspirierte Karte hat die "Fette Henne" in der Friedberger Landstraße. Das kostet allerdings auch einiges, wobei es immer noch bezahlbar ist. Vorspeisen kosten zwischen 8 und 16 Euro, Hauptspeisen zwischen 16 und 27 Euro, Nachspeisen zwischen 7 und 8 Euro. Verarbeitet werden hochwertige Produkte zu bisweilen überraschenden Kompositionen.

 

Brunch

Sonntags vormittags gemütlich zusammenkommen und brunchen - dafür gibt es natürlich auch in Frankfurt zahlreiche Möglichkeiten. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat für mich mit weitem Abstand das Depot 1899 in Sachsenhausen - man sollte reservieren. In der alten Straßenbahnhalle gibt es für 15 Euro frisch gepressten O-Saft, Kaffee und Tee, Brötchen, Kuchen, eine Waffelstation, verschiedene Wurst-, Käse- und Fischplatten, Salate und vieles mehr. Hier kann man Stunden sitzen und sich satt essen und trinken. Lecker ist es auch im Café Merianbad am Merianplatz (Berger Straße), allerdings ist es dort sehr beengt. Das Büfett kostet 10 Euro, allerdings sind keine Getränke dabei, das treibt den Preis dann doch etwas in die Höhe.

 

Zum Chillen

Das "Café Lucille" ist noch recht neu, noch kein Jahr alt. Es liegt in der Friedberger Landstraße 100 und hat ein ganz spezielles Ambiente. Da sich im Nebenraum ein Plattenladen befindet, läuft durchweg chillige Musik. Dazu ist die Einrichtung gleichzeitig alt aber stilvoll. Hier gibt es nicht nur mega leckeren Kuchen und frische Salate, sondern auch hausgemachte Limonaden, Eistees und andere Drinks. Sehr leckeren Schokoladen-Kuchen gibt es im brasilianischen Cafe Cafuchico in der Eckenheimer Landstraße sowie im Café Caramel am Oeder Weg.

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