Mit dem Schneescooter zu den Eisbären

Spitzbergen heißt Outdoor-Life. Permanent ist man draußen an der Luft, permanent dick eingepackt. An Tag 3 fuhren wir mit dem Scooter rund 100 Kilometer bis zur Ostküste, wo sich bis zu 3000 Eisbären heimisch fühlen. Natürlich haben wir darauf gehofft, auch einen Eisbären zu entdecken, immerhin hieß die Tour "Im Reich der Eisbären",  aber das Glück war uns leider nicht vergönnt. Dennoch ist solch eine Schneescooter fahrt ein absolutes Erlebnis und lohnt sich auch ohne Eisbären!  

Nach einer kurzen theoretischen Einführung wurden wir erst einmal ausgestattet. Vom Veranstalter bekamen wir einen mega fetten Skidress, der auch bei -20 Grad warm hält, Helm, Brille, Handschuhe und Schneestiefel. Generell einfach alles, was man auf der Tour braucht.

Nach einer kurzen Erklärung am Scooter, wurden wir drauf gesetzt und fuhren auf einem kleinen freien Feld ein paar Meter zur Übung, wobei eine Mitpassagierin gleich einen kleinen Crash verursacht hat. Man kann sich entweder alleine einen Scooter mieten, oder zu zweit, dann wechselt man sich mit dem Fahren eben ab. Wir hatten zu zweit einen Scooter und ich fing mit dem Fahren an.

 

Ja, es ging dann auch direkt los. Anfangs waren wir nur mit rund 20 Stundenkilometern unterwegs, später trauten wir uns deutlich schneller zu fahren. Manchmal war das etwas unheimlich, aber meistens hat man gar nicht mehr gemerkt, wie schnell man unterwegs ist. Und wir sind ja ohnehin nur dem Guide gefolgt. Nach und nach hat man auch das Mobil besser im Griff, auch wenn es merkwürdig ist, dass die Bremse anders als beim Auto auf der rechten Seite ist.

 

Auf dem Weg zur Ostküste gibt es ganz wunderbare Eis- und Schneelandschaften zu sehen, die stark an Disneys "Die Eiskönigin" erinnern, und immer wieder laufen Spitzbergen-Rentiere an einem vorbei. Auf dem Hinweg mussten wir gar einen kleinen Schneesturm durchqueren - wir sahen nur noch weiß! Generell sieht man eigentlich nur weiß, weil die Landschaft unendlich erscheint. Es ist wirklich großartig. Manchmal fährt man allerdings auch durch schmale Gassen zwischen Felswänden oder an Ufern von gefrorenen Seen vorbei. Da wir Anfang Mai und am Ende der Saison unterwegs waren, war ein Fluss, den wir überqueren mussten, teils schon getaut und es war etwas schwieriger, drüber zu kommen, aber wir haben es geschafft.

 

Auf einem Gletscher machten wir kurz Halt, weil die Aussicht fantastisch war. Unser Guide nutze auch gleich sein Fernglas und schaute, ob irgendwo Eisbären zu sehen sind. Er erklärte uns dann, wie wir uns im Falle einer Eisbär-Sichtung verhalten müssten. Wir parken die Scooter mit dem Rücken zum Tier, damit wir sofort losfahren könnten. Und erst, wenn alles genau geregelt ist, dürfe man Fotos machen.

 

An der Ostküste angekommen, schaut der Guide nach Eisbären, wobei wir leider nur Eisbären-Spuren gefunden haben, keine Eisbären. Dafür hat sich eine Ringelrobbe gezeigt. Die Robben machen Löcher ins Eis und tauchen alle zwanzig Minuten an ner neuen Stelle wieder auf. Für uns war es süß, ist ein wenig wie dieses Spiel, wo die Figuren plötzlich auftauchen und im Boden versinken. Für die Eisbären ist das auch relevant. Sie sitzen bisweilen tagelang vorm Loch und warten, bis eine Robbe auftaucht, ehe sie verspeist wird. An einem Loch sah man auch, dass der Eisbär erfolgreich war. Wir konnten dann auch anhand der Fußspuren vergleichen, wie groß die Füße des Tieres und die unseren (in den fetten Stiefeln) sind.

 

Eigentlich wollten wir direkt am gefrorenen Wasser das Mittagessen zu uns nehmen, allerdings war es dort auf den Felsen zwar wundervoll ob der Aussicht, aber auch ziemlich windig und kalt. Einige aus der Gruppe froren und so fuhren wir an eine andere kleine Felswand, wo wir etwas geschützter waren. Nach dem Mittagessen mit dem Blick auf tolle Eisskulpturen und wunderbaren Landschaften fuhren wir zurück.

 

Ein Umweg führte uns noch zu einem gefrorenen Wasserfall, hinter dem wir hindurch gehen konnten. Dort warteten auch schon zahlreiche andere Touristen, da es nicht so weit weg von Longyearbyen war, fanden doch einige den Weg dorthin.

 

Auch für die Scooter-Touren gibt es mehrere Anbieter, pro Person kostet solch ein Ganztagesausflug circa 400 Euro für zwei Personen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Follow me on Twitter



KONTAKT: 

TELEFON: 0177 2856802

MAIL: miriam.keilbach@gmx.de

Twitter: MiriamK86

Facebook