28 Kilometer für die Trolltunga

Eine der beliebtesten Wanderungen Norwegens ist die zur Trolltunga bei Odda in Hordaland. Es handelt sich dabei um eine recht anstrengende Tour von 28 Kilometern, die meist bergauf oder bergab geht, durch Bäche und Matsch, über Steine und Felsen führt. Deshalb ist eine richtige Wanderausstattung und genug Proviant unabdingbar.

 

Der Ausblick entschädigt für alles: Die Berge, der Fjord. Und da ich gerade erst zurück gekommen bin, hat sich unterwegs die gesamte Farbenpracht des Herbstes gezeigt, auch unterwegs schon. Hier schreibe ich euch von der Tour auf, für die ich inklusive mehrerer Pausen und zwei Stunden Foto-Anstehen 12,5 Stunden gebraucht habe.

Kurzinfos:

  • Parken: 300 NOK in Skjeggedal Carpark, oder 500 NOK weiter oben
  • Sanitäre Anlagen: Gibt es auf dem Weg nicht, nur unten vor dem Start. Man kann theoretisch in der Natur pinkeln, allerdings gibt es für Frauen nicht wirklich geschützte Orte, da es sich meist um Feld- und Felsenlandschaften handelt, wo immer eine Seite einsehbar ist.
  • Erste Hilfe: Es gibt alle paar Kilometer Erste-Hilfe-Hütten etwas abseits des Weges. Diese sind gekennzeichnet und auch gut zu finden.
  • Trinkwasser: Es gibt den gesamten Weg über immer wieder Wasserfälle mit Trinkwasser. Hier kann man seine Flasche auffüllen. Für die gesamte Tour solltet ihr mindestens mit zwei Litern Wasser (im Herbst; ohne Sonne) rechnen.
  • Proviant: Da ihr lange unterwegs seid, solltet ihr einiges zu essen mitnehmen, dazu gehören auch Müsliriegel für die Energie, belegte Brote, Schokolade. Plant mindestens zwei Mahlzeiten für die Tour ein. Da es keine Mülleimer auf dem Weg gibt, packt bitte eine kleine Mülltüte ein und nehmt euren Abfall wieder mit.
  • Ausstattung: Wanderschuhe, Wanderhose, dünne lange Wollunterwäsche, Halstuch, Mütze, Handschuhe, Stirnlampe
Blick auf den Ringedalsvatnet rund vier Kilometer vor der Trolltunga
Blick auf den Ringedalsvatnet rund vier Kilometer vor der Trolltunga
Küstenstraße 550 zwischen Odda und Eitrheim
Küstenstraße 550 zwischen Odda und Eitrheim

Ausgangspunkt für die Tour ist Odda. Odda ist eine kleine Stadt am Hardangerfjord rund 120 Kilometer und drei bis vier Autostunden von Bergen entfernt. Wer den kürzesten Weg nimmt, muss zweimal auf die Fähre umsteigen (ungefähr 150 NOK pro Person), wer den reinen Landweg wählt, muss etwa gleichviel an Maut bezahlen.

 

Odda selbst hat nicht sehr viel zu bieten und ist rein auf den Tourismus ausgelegt - wobei auch die Schwerindustrie das Stadtbild prägt - schon bei der Zufahrt sieht man den aufsteigenden Dampf der Fabriken. Im Zentrum von Odda gibt es eine Touristeninformation und Restaurants. Außerdem führen Wanderwege in den Nationalpark Folgefonna mit dem gleichnamigen Gletscher auf der einen und weitere Wege in den Nationalpark Hardangervidda auf der anderen Seite.

Wasserfall bei Odda (Straße 550)
Wasserfall bei Odda (Straße 550)

Da Odda sommers wie winters durch seine Lage viele Touristen anzieht, ist das Preisniveau entsprechend hoch. Es gibt viele Hotels und Gästehäuser, die sich voll auf den Trolltunga-Tourismus eingestellt haben. Wer hingegen etwas Ruhe mag, aber nicht unbedingt zelten möchte, findet auch in zahlreichen kleinen Hütten Unterschlupf.

 

Wir haben uns etwas nordöstlich von Odda, direkt am Hardangerfjord, in Oddmund's Farmhouse eingenistet. Wir hatten dort für rund 30 Euro die Nacht eine eigene Hütte mit zwei Schlafzimmern, Ofen, Küche und allem, was man sonst noch braucht. Sogar eine Waschmaschine für die dreckige Wanderausrüstung war gegeben. Die Hütte liegt total idyllisch, direkt daneben suchen sich Dutzende Wasserfälle, einige davon riesig, den Weg die Berge hinunter. 

Von unserer Cottage aus waren es etwa 20 Kilometer zum Ausgangspunkt der Trolltunga-Wanderung in Tyssedal. Man kann zwar von Odda aus auch mit dem Bus dorthin fahren, aber ein eigenes Auto bietet sich auf jeden Fall gut an. Es stehen immer wieder Schilder, dass man in gewissen Arealen auf dem Trolltunga-Weg  nicht zelten darf, es ist in anderen Gebieten auf dem Weg aber möglich. Daher könnt ihr euch den Hike auch für zwei Tage vornehmen und in der Nähe der Trolltunga zelten, um morgens früh dort zu sein und den Foto-Ansturm umgehen.

Blick rund 8 Kilometer vor der Trolltunga
Blick rund 8 Kilometer vor der Trolltunga

Der erste Parkplatz ist in Tyssedal an der Sporthalle "Tyssohallen AS". Dort gibt es auch eine Information und einen Busshuttle zum zweiten Parkplatz. Allerdings sollte man auf jeden Fall noch zum zweiten Parkplatz weiterfahren, der rund sechs Kilometer weiter (und höher) liegt, beim Skjeggedal Carpark. Dort kostet das Parken für einen Tag schlappe 300 NOK, aber eine Alternative gibt es nicht. Es gibt Parkwächter, aber auch Toilettenhäuschen und "Trolltunga Active" hat hier sein Büro. Es gibt auch die Möglichkeit, nach der Rückkehr seine Schuhe und Hosen abzuwaschen.

 

Wer sehr früh kommt, hat die Chance, auf einen dritten Parkplatz zu gelangen. Dort ist aktuell aber nur Platz für rund zehn Autos, der Bereich wird aber ausgebaut. Das Parken hier oben kostet 500 NOK, aber wer die Chance hat, sollte sie auf jeden Fall wahrnehmen, da man sich dadurch 8 Kilometer steil bergauf, bzw. bergab sparen kann, die ganz langweilig an einer Serpentinenstraße entlang führen. Doch dazu gleich mehr.

 

Vom zweiten Parkplatz aus, wo wohl die meisten parken werden, führt ein kleines Schild den Weg. Man kann allerdings nicht wirklich falsch gehen, weil die Wahrscheinlichkeit, dass ihr alleine losgeht, sehr gering ist. Man sollte auf jeden Fall nicht nach 10 Uhr losgehen, da die reine Gehzeit für die Tour bei 8 bis 10 Stunden liegt, dazu kommen Pausen und wer oben das berühmte Foto haben möchte, muss dort auch nochmal eine bis drei Stunden warten. Im Dunklen ist der Rückweg nur noch schwer machbar, zumindest den dritten Parkplatz sollte man noch im Hellen erreichen. Die meisten brechen daher auch zwischen 7 und 9 Uhr auf, wobei wir von Wanderern hörten, die bereits gegen vier Uhr morgens losgegangen sind.

Zurück zum Weg: Die ersten fast vier Kilometer der Tour führen eine Serpentinenstraße nach oben. 15 Kurven sind es - für alle diejenigen, die zählen wollen. Und es zieht sich ewig. Alternativ kann man einen historischen, aber nicht minder anstrengenden Weg wählen: Entlang der alten Bahn, die einst nach oben fuhr, gibt es Steintreppen. Diese Variante eignet sich vor allem, wenn man einen Tour-Guide dabei hat.

 

So wirklich spektakuläre Aussichten gibt es nicht. Es gibt ein paar kleinere Wasserfälle, schöne Blicke auf den kleinen See Vetlavatnet oder einen Teil der historischen Schienen zu sehen. Die Wasserfälle im gesamten Gebiet eignen sich übrigens auch, um die eigene Trinkflasche wieder aufzufüllen, wenn man nicht von vornherein viele Kilos mit sich herumschleppen möchte. Da wir für unsere Verhältnisse so früh aufgestanden sind, hatten wir zu Beginn der Tour noch nicht gefrühstückt und das haben wir dann an den Serpentinen doch deutlich gespürt, da war kaum Energie. Aber es bietet sich dort auch nicht wirklich ein Platz für Snackpausen an.

 

Am Ende der Serpentinenstraße habt ihr rund 500 der 1200 Höhenmeter überwunden und es wartet das Schild, das den Weg zur Trolltunga weist. Wahrscheinlich trefft ihr hier auch etliche Touristen, die sich mit dem Schild fotografieren wollen - oder es als Ausrede für eine Verschnaufpause nutzen.

 

Nun beginnt der schöne Teil der Wanderung - und der angenehmste. Durch den Wald geht es nochmal ein paar Meter nach oben, dann steht man in einer herrlichen Landschaft, die flach ist. Hier markieren kleine Stöcke und rote Bänder sowie der rote Buchstabe T auf Steinen den Weg. Es geht querfeld ein durch die steinige Landschaft, auf kleinen Stegen, über Felsen, auf schönen Wanderwegen. Am Anfang der flachen Fläche, zwischen Parkplatz drei und dem 10-Kilometer-Schild gibt es auch Bänke und Steine die sich für eine Frühstücks- oder Snackpause eignen. Hier haben wir dann auch erst einmal 45 Minuten Rast gemacht und gefrühstückt!

Die Ebene durchwandert man auf etwa 1,5 Kilometern.
Die Ebene durchwandert man auf etwa 1,5 Kilometern.

Atmet noch einmal tief durch, denn jetzt wartet der anstrengendste Aufstieg auf euch. Es geht über Felsen und Steine und nur teils auf befestigtem Boden nach oben. Auf rund zwei Kilometern Weg geht es erneut rund 500 Höhenmeter zu überwinden, teilweise gibt es so eine Art Steintreppe, aber es ist ein wirklich anstrengender Part.

 

Immer wieder gibt es aber Steine, die zu einer Pause einladen. Auf jeden Fall solltet ihr vor diesem Anstieg was gegessen haben, um genug Energie zu haben. Außerdem zeigt sich hier, dass richtige Wanderausstattung wichtig ist: Mit Wanderschuhen rutscht man nicht so dolle ab, vor allem nicht, wenn es zuvor geregnet hat.

 

Außerdem ist der Weg ein wenig tükisch. Immer wieder glaubt man, man sei nun ganz oben, dann kommt aber nach einem Stein der nächste Anstieg. Oben wartet dann ein kurzes flaches Stück, wo sich auch das Schild befindet, dass man noch 7 Kilometer vor sich hat - Halbzeit auf dem Hinweg! Diesen Punkt sollten alle Tageswanderer bis spätestens 13 Uhr erreicht haben. Wer hier später vorbei kommt, sollte spätestens vier Kilometer vor dem eigentlichen Ziel umkehren - dort gibt es auch einen spektakulären Ausblick, aber wir sind ja schließlich für die Trolltunga hier! 

Ringdalsvatnet rund 4 Kilometer vor der Trolltunga
Ringdalsvatnet rund 4 Kilometer vor der Trolltunga

Leider ist die Erholungsphase nach Kilometer 7 nur von kurzer Dauer. Es geht ein klein wenig hoch, ein klein wenig runter, an einem kleinen See vorbei, dann beginnt auch schon der nächste Anstieg, bei dem noch einmal rund 200 Höhenmeter zu überwinden sind.

 

Oben angekommen wird man allerdings mit einer grandiosen Aussicht auf den Ringedalsvatnet belohnt, der sich durch die Felsenlandschaft schlängelt. Das Wasser hat herrliche Farben und auch drum herum ist es schön bunt: Grün und orange durch die herbstlichen Pflanzen, grau und braun durch die vielen Felsen, dazu der Schnee auf den Berggipfeln. Hier ist auch der Punkt, wo alle Tageswanderer, die das 7-Kilometer-Schild nach 13 Uhr passiert haben, umkehren sollten.

 

Ich bin zu dem Zeitpunkt an einem Punkt, wo ich nur noch ankommen möchte - und irgendwie wird mir schlagartig bewusst, dass mein Ziel ja nur die Hälfte der gesamten Tour ist. Zwischen den Kilometern 8 und 10 habe ich mich ziemlich gequält und es tat irgendwie alles weh, oben angekommen allerdings ist die Motivation wieder höher. Noch vier Kilometer bis zur Trolltunga!

Zu meiner Freude geht es nun erst einmal ein Stück bergab. Allerdings ist der Weg nicht ganz so dolle, denn durch den Regen der vergangenen Tage - den wir bisher allerdings umgangen sind - ist es ziemlich matschig und nass. Von hier aus sehen wir auch zum ersten Mal die Trolltunga aus der Ferne: Sie sieht winzig klein aus und wir fragen uns, ob es die Anstrengung wert ist!

 

Unten angekommen geht es über Holzstege wieder ein bisschen nach oben, allerdings bei weitem nicht mehr so anstrengend wie zuvor. Auf dem Weg ein kleines Stück nach unten müssen wir teils durch ein Flussbett laufen, was dafür spricht, hier nicht mit Sneakers oder ähnlichem rumzurennen.

 

Es geht vorbei an einem kleinen See und der Weg ist nun nicht mehr wirklich ersichtbar. Die Leute kommen uns aus allen Ecken entgegen, einige klettern über Felsen, andere suchen sich Wege hindurch, immer wieder finden wir irgendwelche Zeichen, die plötzlich am anderen Ende sind. Aber es ist alles nicht schlimm, noch ein Kilometer bis zum Ziel und man muss nur dorthin, wo die meisten Menschen herkommen.

Anstehzeit für das berühmte Foto: zwei Stunden.
Anstehzeit für das berühmte Foto: zwei Stunden.

Um 8.45 Uhr sind wir losmarschiert. Um etwa 14.15 Uhr haben wir es geschafft. Wir sind an der Trolltunga angekommen. Allerdings warten hier mehr als hundert Menschen. Uns kamen zwar schon hunderte Wanderer entgegen und uns war klar, dass das hier ein Hotspot ist, aber so ganz haben wir damit nicht gerechnet.

 

Wir machen es uns erst einmal bequem und machen Mittagspause etwas abseits vom Trubel. Wobei man dem Trubel natürlich nicht entgehen kann, denn es ist wahnsinnig laut und es passiert viel. Menschen fotografieren sich an unterschiedlichen Stellen, einige ziehen blank, andere machen Kunststücke bis hin zu Salto und Yoga auf der Trolltunga, was zumindest von weitem eher gefährlich aussieht.

Nach der Mittagspause mit Mittagessen, ausruhen und auf die herrliche Landschaft blicken, stellen wir uns dann doch an. Eigentlich wollten wir spätestens um 16 Uhr den Rückweg antreten, um rechtzeitig im Hellen beim Auto anzukommen. Aber schon nach wenigen Minuten wird uns klar, dass das nichts wird, sollten wir unser Foto wollen. Die Masse bewegt sich langsam, sehr langsam, weil so manch einer Fotos aus 100 verschiedenen Winkeln möchte und Gruppen wollen in allen erdenklichen Konstellationen abgebildet werden. Immer wieder setzen sich auch Leute an den Rand, was eigentlich nicht erlaubt ist.

 

Wir stehen insgesamt zwei Stunden an, bis wir endlich an der Reihe sind. Zwischenzeitlich sind wir dankbar für Regenjacke und Regenschutz für die Rucksäcke, weil es ziemlich regnet. Aber als wir vorne standen, kam tatsächlich die Sonne raus. Wir sind zu dritt losgegangen,  eine wollte nicht auf die Trolltunga raus, sie machte von oben die typischen Fotos von uns. Nach zwei Minuten ist alles vorbei und wir machen uns kurz nach 17 Uhr auf den Rückweg. 

Der Rückweg ist auch deshalb schwierig, weil die Beine müde sind und die Konzentration nachlässt. Die ersten Kilometer gehen noch ganz gut. Es geht immer nur ein bisschen bergauf und bergab, aber durch den zwischenzeitlichen Regen ist alles aufgeweicht und mega matschig. Einmal bleibe ich sogar mit meinem Schuh im Matsch stecken. Man muss wirklich genau darauf achten, worauf man tritt, um nicht einzusinken.

 

Auf dem ersten Kilometer gehen wir auch eher querbeet und ohne Orientierung, erreichen dann aber wieder den richtigen Pfad. Am Rande haben einige Camper ihre Zelte aufgeschlagen oder sind gerade dabei. Es fing auch nach rund einem Kilometer wieder richtig an zu regnen, was die Stimmung nicht gerade hob. Es war insgesamt ein recht schweigsamer Rückweg.

 

Auf dem Rückweg sind vor allem drei Stellen sehr tückisch. Zum einen gibt es zwei Anstiege, die extrem in die müden Beine gehen. Man sollte aufpassen, dass man nicht stolpert. Der Weg zieht sich auch ziemlich. Und dann gibt es noch den schlimmen Abstieg.

 

Wir hatten das Glück, dass ab dem Noch-8-Kilometer-Schild der Regen aufhörte. So konnten wir noch einen schönen Regenbogen am Fjord sehen. Unser Ziel war es, bis zum Einbruch der Dunkelheit wenigstens unten die chilligen anderthalb Kilometer zu erreichen, am liebsten aber den dritten Parkplatz zu Beginn der Serpentinen. Also machten wir nur noch wenige Pausen, aber die notwendigen machten wir. Wir haben aufgepasst, dass wir nicht zu lange saßen, weil es sonst einerseits kalt wurde, andererseits machten sich dann auch die Beine spürbar.

Am schlimmsten empfand ich auf dem Rückweg den Abstieg 7 Kilometer vor dem Parkplatz-Ziel. Auf rund zwei Kilometer ging es über die Steine und Felsen nach unten, wo wir zuvor hochgekraxelt waren. Wir rutschten dabei öfter aus, zum einen, weil es einfach rutschig war, zum anderen, weil die Konzentration wirklich am Ende war und die Beine nicht mehr so gehorchten, wie sie sollten. Wie in Trance sind wir alle runtergeklettert. Und unten hatten wir dann alle auch unseren Humor wieder. Der schlimmste Teil war geschafft.

Vorsicht, nass: Der Weg führt durch Matsch und Bachläufe.
Vorsicht, nass: Der Weg führt durch Matsch und Bachläufe.

Die anderthalb Kilometer auf flacher Ebene waren fast sowas wie Erholung für die Beine und es war auch schnell klar, dass wir die Serpentinen-Straße noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen würde. Es war zwar schon dämmrig, aber es gab keine Probleme mit der Sicht. Im Dunklen stelle ich mir den Weg nicht so dolle vor, den Abstieg halte ich gar für lebensgefährlich. Wir haben gerade kurz vor dem Abstieg einige andere Wanderer überholt, die völlig fertig aussahen - was uns doch ein wenig Bauchschmerzen bereitet hat.  Auf der flachen Ebene ist es nicht so gefährlich, dafür sind die Wege nicht immer so gut ersichtlich, deshalb ist es nicht verkehrt, auch hier noch genug Sicht zu haben.

 

Die letzten vier Kilometer auf der Serpentinenstraße haben sich erneut enorm gezogen. Man sieht nichts mehr, einerseits weil es eh nichts zu sehen gibt und andererseits weil es zunehmend dunkel wurde. Schon ab dem Noch-3-Kilometer-Schild kann man den beleuchteten Parkplatz sehen - und sehen, wie weit es noch ist und wie viele Kurven noch warten. Uns kam dann irgendwann ein Rettungswagen entgegen, der hat auf dem Weg runter auch noch andere Wanderer aufgesammelt, aber da wir schon das 1-Kilometer-Schild passiert hatten (nun war es auch dunkel, die Dunkelheit setze zwischen Kilometer 26 und 27 ein), wollten wir das in Würde zu Ende bringen. Und das taten wir auch. Um kurz nach 21 Uhr erreichten wir unser Auto.

 

Mir tat unsere Fahrerin leid, die uns noch die 20 Kilometer zur Hütte fahren musste und wir kamen kaum mehr aus dem Auto oder die Treppenstufen hoch zur Hütte. Aber wir hatten es geschafft und der Ausblick war einfach nur grandios. Auch wenn wir drei Tage Muskelkater hatten und auch jeder mindestens eine Blase, hat es sich absolut gelohnt.

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